Copa America

Ein Ausblick auf die Copa América 2019

Im Sommer 2019 ist es wieder soweit: Die 45. Auflage der legendären Copa América startet am 14. Juni in Brasilien. Neben der Copa Libertadores auf Vereinsebene gehört das Turnier zu den wichtigsten Fußballevents des Kontinents. Zum fünften Mal findet das südamerikanische Pendant zur Europameisterschaft im Land des Zuckerhutes statt. Normalerweise ereignet sich die Kontinentalmeisterschaft, ähnlich wie die WM oder EM, alle vier Jahre. Nach der letzten regulären Austragung im Jahr 2015 folgte direkt im darauffolgenden Jahr eine Sonderausgabe zum 100-jährigen Jubiläum. Beide Male konnte Chile das Turnier gewinnen und tritt somit als Titelverteidiger bei der Copa América 2019 an.

Brasilien ist an der Reihe

Traditionell wird der Gastgeber der Copa von dem Rotationsprinzip bestimmt. Demzufolge wäre Brasilien eigentlich schon 2015 an der Reihe gewesen. Nachdem der Konfed-Cup 2013, die Fußball-WM 2014 und die Olympischen Spiele 2016 bereits in Brasilien stattfanden, beantragte Brasilien beim südamerikanischen Fußballverband eine Änderung des Austragungsorts der Copa. Vier aufeinanderfolgende Großereignisse wären finanziell und infrastrukturell nur schwer zu stemmen gewesen. Im März 2012 wurde dann bekannt gegeben, dass Brasilien und Chile ihre Austragungen wechseln. Als Gastgeber konnte Chile das Turnier 2015 gewinnen. Das Sonderturnier zum 100. Geburtstag fand in den USA statt. Nun ist gemäß regulärem Zyklus Brasilien an der Reihe. Erstmals seit vielen Jahren wird Mexiko nicht als Gast am Turnier teilnehmen. Stattdessen wurden Japan und Katar als Gastmannschaften eingeladen, um das Feld zu komplettieren.

Der Triumph im eigenen Land?

Nach 1919, 1922, 1949 und 1989 veranstaltet Brasilien die Copa nun zum fünften Mal. Der Wunsch nach einem Triumph ist bei Volk und Mannschaft gleichermaßen groß. Letztmals konnte die Selecao 2007 den Titel gewinnen. Klar, dass das Team um Superstar Neymar als Gastgeber zu den großen Favoriten zählt. Zwar sind die Gruppen noch nicht ausgelost, doch wird die Selecao in jeder Konstellation der Favorit auf den Gruppensieg sein. Betway listet Brasilien mit einer 2,62 Quote auf den Titelund damit als den derzeitigen Favoriten des Turniers. Entschieden ist das Rennen jedoch noch lange nicht. Die hohe Leistungsdichte der Spitzenteams und die mitreißende Atmosphäre der Copa sorgen immer wieder für Überraschungen. Wer hätte etwa gedacht, dass Chile zweimal in Folge den Titel holt? Auch Brasilien wartet nun seit 12 Jahren auf den Gewinn der Copa. Zudem lastet ein großer Druck auf der Mannschaft und vor allem bei der Heim-WM 2014 sah man, wie groß diese Last sein kann. Die historische 1:7 Niederlage gegen die deutsche Fußballnationalmannschaft wird immer noch in den Köpfen der Spieler sein. Auch bei der WM 2018 lief es nicht überragend. Man kann nur hoffen, dass die Mannschaft von Trainer Tite dem Druck standhält.

Argentinien will endlich wieder an die Spitze

Brasiliens größter Konkurrent auf den Titel ist traditionell Argentinien. Zwischen den beiden größten südamerikanischen Ländern herrscht gerade im Fußball eine enorme Rivalität. Allerdings wartet auch die Albiceleste seit 1993 auf einen Erfolg bei der Copa. Zwar konnte die Mannschaft ausgerechnet mit Ausnahme des Turniers 2011 im eigenen Land jedes Mal das Finale erreichen, für den großen Wurf hat es aber seit 1993 nicht mehr gereicht. Sowohl 2015 als auch 2016 unterlag man Chile jeweils im Elfmeterschießen. Wieder einmal ruht alle Hoffnung auf Lionel Messi, auch wenn es derzeit nicht sicher ist, ob er noch einmal für die Nationalmannschaft auftritt. Neben Messi ist der Kader der argentinischen Nationalmannschaft aber mit weiteren Hochkarätern besetzt. Insbesondere die Offensive zählt zu den besten der Welt. Mit Leuten wie Paulo Dybala von Juventus Turin und Mauro Icardi von Inter Mailand spielen zwei der gefährlichsten Stürmer weltweit für die Albiceleste. Mit Spielern wie Sergio Agüero und Gonzalo Higuain in der Hinterhand muss jede Abwehrreihe der Welt Acht geben.

Chile will erneut angreifen

Die chilenische Nationalmannschaft tritt als Titelverteidiger an, um den Cup erneut zu gewinnen. Im Gegensatz zur letzten Ausgabe im Jahr 2016 gehört die Mannschaft dieses Jahr zwar nicht zu den absoluten Top-Favoriten, haben allerdings mit Alexis Sanchez von Manchester United weiterhin einen absoluten Top-Stürmer in der Offensive. Es wird spannend zu beobachten sein, wie sich die Mannschaft von Trainer Reinaldo Rueda als Titelverteidiger bei der diesjährigen Copa schlagen wird. Auch Uruguay und Kolumbien gehören traditionell zum erweiterten Favoritenkreis. Mit Superstars wie Suarez und Cavani auf der einen oder James Rodriguez vom FC Bayern München auf der anderen Seite muss man auch diese beiden Teams auf der potenziellen Sieger-Liste haben. Wie die TZ berichtete, lehnte der Superstar ein Angebotvom FC Arsenal ab. Somit dürfte er bei der Copa weiterhin als Bayern auflaufen. Interessant wird auf auch das Abschneiden der beiden Gastmannschaften Japan und Katar sein. Während Japan eine erfahrene Nationalmannschaft vorweist, wird es für den Gastgeber der WM 2022 eine relativ neue Erfahrung sein, bei solch einem traditionsreichen Turnier mitzuspielen.