Falcao
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El Tigre jagt wieder +++ Das starke Comeback von Falcao

Ein langer Ball aus der eigenen Hälfte nach links außen. Sprintduell gegen Stones, Ballannahme, Drehung. Noch zwei, drei Schritte und dann der gefühlvolle Lupfer über Torwart Caballero. Radamel Falcaos Traumtor bedeutete die zwischenzeitliche 3:2-Führung für Monaco bei Man City im Achtelfinale der Champions League. Doch es war mehr als nur ein Tor. Es war ein Fingerzeig an die Fußballwelt: „El Tigre“ ist zurück auf der großen Bühne.

Ausgerechnet England

Falcaos Tor war nur ein Puzzlestück einer starken Mannschaftsleistung seines AS Monaco. Auch wenn Monaco das Spiel letztlich mit 3:5 verlor: mit der Mannschaft von Trainer Jardim ist im Rückspiel kommende Woche zu rechnen. Dabei zeigte Falcao ausgerechnet in England eine seiner besten Saisonleistungen. In der Premier League war ihm sowohl bei Mancester United als auch dem FC Chelsea nichts gelungen. Die abgelaufene Saison 15/16 stellte so etwas wie seinen Karrieretiefpunkt dar. In zehn Ligaspielen für Chelsea traf er ein einziges Mal, kam in der Premier League nur auf 229 Einsatzminuten und verpasste 27 Saisonspiele wegen einer Leistenverletzung.

Bittere Verletzung im Januar 2014

Die Karriere des Kolumbianers aus Santa Marta in Europa hatte eindrucksvoll begonnen. Zur Saison 2009/10 kam der 1,77 Meter große Stürmer von River Plate zum FC Porto und startete gleich durch- 25 Tore und acht Vorlagen in der Premierensaison. Es folgte die glorreiche Saison 2010/11, als Falcao mit Porto das „kleine Triple“ aus Meisterschaft, Pokalsieg und Europa League holte. Auf europäischer Bühne schoss Falcao sagenhafte 17 Treffer. Diego Simeone lockte Falcao daraufhin zu Atletico Madrid um Sergio Aguero zu ersetzen. Nach Porto schlug Falcao auch in Madrid ein wie eine Bombe. Er erzielte 24 Treffer in der Liga und verteidigte seinen Titel in der Europa League. 2013 erlag er dann den Lockrufen des AS Monaco aus Frankreich, die ihn für 60 Millionen Euro verpflichteten. Auch in Frankreich lief es zunächst gut, bis sich Falcao im Januar 2014 einen Kreuzbandriss zuzog.

Der holprige Weg zurück

Falcao verpasste die WM 2014 in Brasilien und wechselte zum Ende der Transferperiode 2014 nach England zu Manchester United. Im neuen Umfeld schaffte es Falcao jedoch nicht, an seine starken Leistungen anzuknüpfen. Coach Louis van Gaal verlor das Vertrauen in den Kolumbianer, der doch gerade dann gut spielt, wenn er das Vertrauen des Coahes genießt. Das Resultat dieses Missverständnisses waren eine schwache Saison und magere vier Tore in 26 Einsätzen. Falcao wusste jedoch noch nicht, dass die Folgesaison 15/16 bei Chelsea (siehe oben) noch schwärzer werdern würde.

Monaco als letzte Chance für Falcao

Nicht wenige schrieben Falcao angesichts seiner Verletzungshistorie und schwachen Leistungen bereits ab. Er galt allenfalls noch als Kandidat, um in China groß abzukassieren. Doch der Großteil der Experten hatte sich getäuscht. Falcao kam zurück. Seit Sommer 2016 nährt er sich jener Form an, die ihn vor seiner Verletzung so stark gemacht hatte. In Monaco fand er mit Leonardo Jardim einen Trainer vor, der voll auf ihn setzte. Zudem kommt das Spiel Monacos Falcao entgegen. Viele Angriffe werden über die schnellen Außen vorgetragen, die Falcao mit Hereingaben und Flanken füttern. Im Strafraum war Falcao schon immer einer der besten. In der jungen Mannschaft Monacos ist der Kolumbianer Kapitän und echter Anführer. Diese Rolle scheint ihm und dem Team gut zu tun. Nach 28 Spieltagen führt Monaco die Tabelle mit drei Punkten vor PSG an – mit unfassbaren 82 geschossenen Toren. Kommenden Mittwoch steht das Rückspiel gegen Man City an. Ein 2:0 würde Monaco zum Einzug ins Viertelfinale reichen. Den Monegassen ist aber auch ein höherer Sieg zuzutrauen – dank eines wiedererstarkten Radamel „El Tigre“ Falcao.