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Copa Libertadores Achtelfinale: Botafogo, Santos und San Lorenzo durch

In der Nacht von Donnerstag auf Freitag fanden die letzten drei Spiele des Copa Libertadores-Achtelfinals statt. In allen drei Spielen war die Heimmannschaft nach Hinspielsiegen Favorit, doch während Botafogo souverän weiterkam, musste Santos etwas und San Lorenzo sogar ganz gehörig zittern, ehe sie das Ticket ins Viertelfinale lösen konnten.

Botafogo – Nacional 2:0 (Hinspiel 1:0) – Früher Doppelschlag entscheidet die Partie

Nach dem 1:0-Auswärtssieg in Montevideo ging Botafogo optimistisch ins Rückspiel mit Nacional. Aber auch die Uruguayer, die kürzlich das heimische Torneo Intermedio gewonnen hatten, wollten sich im Estadio Nilton Santos nicht verstecken. Doch die Hoffnungen der Uruguayer lösten sich schnell in Wohlgefallen auf: Nach nur 130 Sekunden köpfte Bruno Silva nach einer Ecke von Joao Paulo den Ball in die Maschen, und drei Minuten später antizipierte Rodrigo Pimpao einen grauenhaften Rückpass von Nacionals Innenverteidiger Rogel und spitzelte den Ball Keeper Conde durch die Beine ins Netz – bereits sein fünftes Tor in der laufenden Copa. Keine sechs Minuten waren gespielt, da stand Nacional schon vor einem Scherbenhaufen. Und Botafogo blieb am Drücker, Roger war mit einem Fernschuss sogar dem 3:0 nahe. Nacional versuchte zu reagieren, brachte Stürmer Silveira für Mittelfeldmann González (35.) und versuchte es mehrmals aus der Distanz, blieb aber dabei zu ungefährlich.

Nach Wiederanpfiff blieben die Rollen im Wesentlichen gleich verteilt: Botafogo war mit der Führung zufrieden und riskierte nicht viel, wurde meist lediglich über Standards gefährlich. Gegner Nacional attackierte wütend und prüfte Keeper Gatito Fernández mehrfach, aber ohne dabei wirklich gefährlich zu werden. Die beste Chance hatte Viúdez, der nach einer Ecke aus spitzem Winkel am sicheren Fernández scheiterte (69.). Joel Carli und Roger dagegen hätten für die Hausherren in der Schlussphase noch erhöhen können. So plätscherte das Spiel eigentlich seinem Ende entgegen, doch in der Nachspielzeit wurde es noch einmal richtig hässlich. Gästekapitän Polenta sah für eine Tätlichkeit Rot (89.), nach der anschließenden Rudelbildung mussten ihm auch Botafogos Victor Luis und Nacionals Sebastián Rodríguez in die Umkleidekabine folgen. In der Nachspielzeit sah auch noch Rodrigo Aguirre für ein Frustfoul glatt Rot. Es war das unrühmliche Ende von Nacionals Libertadores-Saison, den dann pfiff Referee Wilmer Roldán ab – vermutlich eine gute Entscheidung für die Gesundheit aller Beteiligten. Botafogo trifft nun in einem brasilianischen Duell auf Gremio.

Santos – Atletico Paranaense 1:0 (Hinspiel 3:2) – Torwart Vanderlei rettet Santos

Das Hinspiel zwischen Paranaense und Santos war eines der temporeichsten und besten Spiele der bisherigen Copa gewesen. Nach dem 3:2-Auswärtssieg war Santos nun im heimischen Stadion der klare Favorit auf das Weiterkommen, musste aber ohne Abgang Thiago Maia (nach Lille) und den verletzten Renato im defensiven Mittelfeld improvisieren. Paranaense wusste um die möglichen Defensivschwächen der Gastgeber und attackierte von Beginn an, insbesondere der brandgefährliche Linksaußen Nikao stellte seinen Gegenspieler Victor Ferraz ein ums andere Mal vor Herausforderungen. Beinahe hätte er David Braz in ein Eigentor gezwungen (12.), doch Santos-Keeper Vanderlei war ebenso zur Stelle wie bei Paulo Andrés Kopfball einige Minuten später (20.), bei Guilhermes Linksschuss (25.) und gegen Jonathan (39.). Nach der letzten Chance war er auch er bei Sidcleys Nachschuss geschlagen, doch dafür stand Lucas Verissimo goldrichtig und klärte vor der Linie. Von Santos‘ Offensive um Lucas Lima war dagegen wenig zu sehen.

In der zweiten Halbzeit blieb Paranaense aktiver, doch Santos stand nun etwas stabiler, ließ kaum mehr Chancen zu und konnte mehrmals gefährliche Konter andeuten. Der beste kam nach 78 Minuten: Lima ließ mit einem starken Antritt aus der eigenen Hälfte drei Mann stehen und passte steil nach links auf Ricardo Oliveira. Der wiederum spielte einen perfekten Ball in den Lauf des Ex-Wolfsburgers Bruno Henrique, der sich mit dem 1:0 bedankte. Es war die Entscheidung, denn nun hätte Paranaense drei Tore für das Weiterkommen gebraucht. Dennoch kann Paranaense mit dem eigenen Auftritt und der gesamten Copa Libertadores zufrieden sein. Für Santos geht die Reise im Viertelfinale gegen Barcelona weiter.

San Lorenzo – Emelec 0:1, 5:4 i.E. (Hinspiel 1:0) – Navarro der Held des Elfmeterschießens

Ein Auswärtssieg im Hexenkessel von Guayaquil hätte für Diego Aguirres San Lorenzo – immerhin ein Titelkandidat der Chefutbol-Redaktion – gegen Emelec schon mehr als die halbe Miete sein sollen. Mit Feuerwerken wurden die Gastgeber im Rückspiel begrüßt, doch die Mannschaft revanchierte sich nicht und ließ ihre Fans bis zur letzten Sekunde zittern. Dabei sah das Spiel lange denkbar unspektakulär aus. Die Cuervos hatten zunächst mehr Ballbesitz, konnten aber keine Chancen herausspielen. Die einzige wirklich gefährliche Situation bot sich Emelec nach 29 Minuten, doch immer brachte San Lorenzos Defensive noch ein Bein dazwischen. Als Referee Wilson Sampaio endlich zum Pausentee bat, waren so alle Zuschauer höchst beglückt.

Dafür startete die zweite Hälfte mit einem Paukenschlag: Emelecs Fernando Gaibor brachte einen Freistoß in die Mitte, und Osvaldo Lastra köpfte die Kugel wuchtig in die Maschen (48.). Damit war Gleichstand. Das Spiel belebte sich nun, San Lorenzo ging mehr Risiken und hatte durch Belluschi den Ausgleich auf dem Fuß (59.), stand aber defensiv oft wacklig und ließ Chancen wie durch Gaibors 20-Meter-Schuss zu (62.). Dann verabschiedete sich Emelecs Linksverteidiger Bagüi nach Foul an Cerutti mit Gelb-Rot (64.), doch auch in Unterzahl verteidigten die Ecuatorianer die meist einfallslosen Angriffe San Lorenzos relativ problemlos. So ging es nach 90 Minuten ins Elfmeterschießen. Dort wurde San Lorenzos Nicolás Navarro mit zwei gehaltenen Versuchen gegen Fernando Luna und Christian Ramos zum Helden, während Dreer nur den Versuch von Fernando Belluschi abwehren konnte.

Die Übersicht der Viertelfinalbegegnungen der Copa Libertadores:

Jorge Wilstermann (BOL) vs. River Plate (ARG)
Gremio (BRA) vs. Botafogo (BRA)
Barcelona (ECU) vs. Santos (BRA)
Lanús (ARG) vs. San Lorenzo (ARG)