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Superclásico: Scocco und Martínez bringen La Bombonera zum Schweigen

Am Sonntag stand in Argentinien der große Klassiker zwischen den Boca Juniors und River Plate auf dem Programm, bei dem die Millonarios erneut durch Tore von Gonzalo Martínez und Nacho Scocco verdientermaßen als Sieger vom Platz gingen.

Im Vorfeld der Partie mussten Boca einen Wechsel auf der Torhüterposition vornehmen. Esteban Andrada, der sich seit seiner Ankunft als starker Rückhalt bewährt hat, zog sich unter der Woche im Copa Libertadores Viertelfinale einen Kieferbruch zu. Für ihn sprang sein Stellvertreter Agustín Rossi ein. Die Schelotto-Brüder setzten bei ihrer Startaufstellung auf ein kompaktes Mittelfeld, das aus den lauf- und defensivstarken Agustín Almendra, Wilmar Barrios und Nahitan Nández bestand, während Gallardo mit Ausnahme von Juanfer Quintero seine erwartete Elf auf’s Feld schickte.

In der Bombonera waren es die Gäste aus Nuñez, die den deutlich besseren Start erwischten. Abgesehen von einem Fernschuss von Darío Benedetto, gab River den Ton an und ging folgerichtig in Führung: Exequiel Palacios preschte energisch in den Strafraum, seine Hereingabe wurde von Emmanuel Más nur unzureichend geklärt, sodass der Ball über Umwege zu Gonzalo Martínez fiel, der sich die Gelegenheit nicht nahm und sehenswert per Volleyabnahme traf. Martínez rückte nun mehr und mehr in den Mittelpunkt der Partie, musste aber dann er in der 23. Minute nach einem Foul von Barrios verletzungsbedingt ausgewechselt werden. Aber auch ohne den aktuellen Nationalspieler ging Rivers Matchplan auf, während die Xeneizes sogar Glück hatten, dass Edwin Cardona nach einem rüden Ellbogenschlag an Enzo Pérez ohne Platzverweis davonkam.

Nach der Pause entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, bei dem sich Boca deutlich verbessert zeigte. Zuerst wird Benedetto korrekterweise ein Strafstoß verwehrt, nachdem er sich zu leicht im Strafraum fallen lässt, ehe er wenige Minuten später einen spektakulären Seitwärtszieher über das Gehäuse setzt. Auch ein vermeintliches Handspiel aus kürzester Distanz im Sechzehner von Leonardo Ponzio blieb ungeahndet. Als das Spiel zu kippen drohte, erhöhte River die Führung in der 69. Minute durch den eingewechselten Nacho Scocco, der von einer misslungenen Ballannahme von Santos Borré profitierte und das Leder traumhaft unter die Latte drosch. Bocas Widerstand war nun quasi gebrochen, weswegen man erst kurz vor Schluss durch Carlos Izquierdoz noch eine Großchance zu verbuchen hatte.

River darf sich unter dem Strich als verdienter Sieger krönen. Das Team von Marcelo Gallardo lieferte insgesamt eine reifere und abgeklärtere Leistung ab, deren Grundstein vor allem eine starke erste Halbzeit war. Boca hingegen muss sich wieder vorwerfen lassen, nach einem Rückstand nicht zwingend genug aufgespielt zu haben, obwohl man nominell über den besten Kader der Liga verfügt.