Maxi Romero
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Maxi Romero – Vélez Sarsfields neues Sturmjuwel

Durch das enttäuschende 0:0 Unentschieden am vergangenen Wochenende blieb CA Vélez Sarsfield zwar auch im dritten Spiel der noch jungen Saison ungeschlagen, allerdings zogen die Boca Juniors mit ihrem dritten Sieg im dritten Spiel an den “El Fortín” vorbei und haben nun die Spitzenposition inne. Für Vélez Sarsfield gibt es jedoch trotz der Punkteteilung in dieser Spielzeit bislang viel zu feiern, nicht zuletzt haben die Verantwortlichen ein wirklich vielversprechendes Talent in ihren Reihen, das bereits seit über 12 Jahren die Fußballschuhe für den Klub aus dem Stadtteil Liniers der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires schnürt. Maxi Romero, gerade erst 18 Jahre alt, hat in drei Spielen bereits vier Tore erzielen können, was auch europäische Spitzenvereine schon in der Vergangenheit hat hellhörig werden lassen. Chefutbol.com wirft einen detaillierten Blick auf den talentierten Angreifer.

Maxi Romero und der Traum vom Emirates Stadium

Als Maximiliano Romero, wie Maxi mit vollem Namen heißt, zu Beginn der Spielzeit 2016 im Match gegen Sarmiento sein Pflichtspieldebüt für Vélez Sarsfield gab, war bereits viel geschehen um die damals 17-jährige Sturmhoffnung. Doch eines nach dem anderen.

Maxi Romero wurde am 9. Januar 1999 in Moreno, einer Kleinstadt in der Provinz Buenos Aires geboren. Bereits im Alter von nur sechs Jahren schloss Romero sich der Nachwuchsauswahl von CA Vélez Sarsfield an und durchlief fortan alle Jugendabteilungen des Klubs aus Liniers. Den Verantwortlichen des Vereines wurde alsbald klar, dass ihnen mit Maxi Romero ein wirklich dicker Fisch ins Netz gegangen sein könnte.

Bereits in den Jugendmannschaften war Romero einer derjenigen Spieler, die alleine den Unterschied ausmachen können. Wie jeder junge argentinische Angreifer wurde auch Maxi Romero bereits früh mit dem viermaligen Weltfußballer Lionel Messi verglichen, obwohl sie sich weder äußerlich noch von der Spielweise her besonders ähneln.

Mit 1,79 m ist Maxi Romero ein ganzes Stück größer als “La Pulga“, weshalb er im Strafraum als hohe Anspielstation fungieren kann und auch per Kopf gefährlich ist. Hinzu kommt, dass Romero mit beiden Füßen extrem abschlussstark ist und körperlich im Sechzehner präsent ist. Außerdem bringt der 18-jährige Nachwuchsangreifer die notwendige Geschwindigkeit mit, um mit einem kurzen Antritt Verteidiger stehen zu lassen und Räume für seine Mitspieler zu schaffen. Ein echter Mittelstürmer eben.

Die Qualitäten Maxi Romeros waren allerdings nicht nur klubintern bekannt, auch über die Grenzen Argentiniens hinaus beschäftigte man sich bereits früh mit dem jungen Sturmtalent.

Arsène Wenger vom FC Arsenal zeigte sich mehr als beeindruckt von den Fähigkeiten des bulligen Mittelstürmers, weshalb die Gunners im Jahr 2015, Romero war gerade 16 Jahre alt, insgesamt sechs Mio. € an Vélez Sarsfield für die Dienste Maxi Romeros überweisen wollten. Mit dem Spieler war bereits alles geklärt. Für weitere zwei Jahre sollte Maxi Romero das Trikot von Vélez Sarsfield tragen, ehe er im Alter von 18 die weite Reise von Buenos Aires in den Norden der englischen Hauptstadt London antreten sollte.

Doch es kam leider ganz anders. Kurz bevor der Deal in trockenen Tüchern war, verletzte sich Maxi Romero in einem Spiel der Reserve schwerwiegend am Knie. Arsenal sprang ab und der Deal platzte.

Im Schatten Mariano Pavones

Nachdem Romero die Verletzung auskuriert hatte, stand in der Saison 2016 das Pflichtspieldebüt für die Profimannschaft Vélez Sarsfields an. Bei der Begegnung gegen Sarmiento wurde Maxi Romero eingewechselt, konnte allerdings die knappe 0:1 Heimniederlage nicht verhindern.

In der darauffolgenden Partie sollte es allerdings schon besser laufen für den Beinahe-Gunner. Beim 2:1 Sieg gegen Olimpo konnte Romero nicht nur sein Startelfdebüt feiern, sondern auch seinen ersten Treffer für die Lizenzmannschaft von Vélez Sarsfield, zugleich auch das Siegtor.

Für den jungen Argentinier, dessen Sturmidol der Kolumbianer Falcao ist, ein besonderer Tag, auf den er nach der schwerwiegenden Knieverletzung lange hingearbeitet hatte. In jener Saison kam Maxi Romero auf elf Einsätze, davon fünf von Beginn an, und erzielte summa summa rum drei Treffer. Nicht die Zahlen, die jeden Scout und Trainer weltweit direkt hellhörig werden lassen, in Anbetracht der langen Verletzungspause und des noch jungen Alters des Stürmers allerdings durchaus passabel.

In der Saison 2016/17 kam Maxi Romero zwar auf ingesamt 19 Einsätze, konnte allerdings nur zweimal einen Torerfolg feiern. Die Tore macht für Vélez Sarsfield ein anderer. Mariano Pavone war nach einjähriger Abwesenheit bei Racing Club wieder ins Barrio Liniers zu Vélez Sarsfield zurückgekehrt und nahm die Position an vorderster Spitze ein. Da Pavone in 18 Spielen sechs Tore erzielte und zwei Weitere vorbereitete, waren die Einsatzzeiten für Maxi Romero eher gering bemessen.

Stammspieler bei Vélez Sarsfield – Nächster Schritt Albiceleste?

Als zu Beginn der aktuellen Spielzeit Pavone allerdings seinen Hut nahm und zu Estudiantes wechselte, war die Mittelstürmerposition unbesetzt und Coach Omar de Felippe entschied sich für Romero in vorderster Front. Eine Entscheidung, die er wohl bislang nicht bereut hat.

Bereits in der Saisonauftaktpartie konnte Maxi Romero seine Qualitäten eindrucksvoll unter Beweis stellen. Beim 3:0 Auswärtssieg gegen Tigre erzielte er einen Doppelpack und zeigte hierbei, weshalb er für Vélez Sarsfield eine derart wichtige Waffe werden könnte. Romero ist schnell im Antritt, abschlussstark und besitzt neben seiner unbestreitbaren körperlichen Präsenz auch das richtige Auge, um im Strafraum blitzschnell in Freiräume zu stoßen und sich selbst somit in aussichtsreiche Position zu bringen.

Wer dachte, der Doppelpack sei ein Strohfeuer, der wurde bereits am zweiten Spieltag der argentinischen Primera División eines Besseren belehrt.

Gegen Atlético Tucuman tart Romero erneut als Doppeltorschütze in Erscheinung. Bereits beim ersten Tor zeigte sich Romero als idealer Mittelstürmer, der manchmal schlicht und ergreifend goldrichtig steht und beim Torabschluss nicht lange fackelt, während er bei seinem zweiten Treffer seine Handlungsschnelligkeit und die körperliche Robustheit zum Torerfolg nutzen konnte.

Nach drei Spieltagen stehen also für Maxi Romero fast schon genauso viele Tore zu Buche wie in den vorangegangen Spielzeiten kombiniert. Sollte Romero weiterhin in der Lage sein, weiterhin auf derart hohem Niveau Leistung zu bringen, dürfte früher oder später auch Nationaltrainer Jorge Sampaoli den kraftvollen Mittelstürmer ins Visier nehmen für die “Albiceleste”.

Gerade in Anbetracht der Tatsache, dass Argentinien nach 16 von 18 zu absolvierenden Spielen nur auf Rang fünf der Eliminatorias für die Weltmeisterschaft 2018 in Russland steht, könnte Romero dem Spiel der “Gauchos” bisher fehlende Impulse geben. Allerdings ist die argentinische Auswahl gerade offensiv hervorragend besetzt. Jorge Sampaoli kann hier neben den beiden Juventus-Akteuren Dybala und Higuaín ebenso auf Mauro Icardi von den Nerrazzuri und Sergio Agüero von den Citzens zurückgreifen. Und ein gewisser Lionel Messi ist ohnehin unantastbar.

Nichtsdestotrotz dürfte Maxi Romero in Jorge Sampaoli einen Befürworter finden, der die Entwicklung des Jungspunds mit Sicherheit im Auge behalten wird.

Aufgeschoben aber nicht aufgehoben? Liverpool und Arsenal an Transfer interessiert

Sollte Maxi Romero auch im weiteren Saisonverlauf gut spielen und viele Tore erzielen, könnte auch das Thema Premier League für den Nachwuchsstürmer noch einmal aufkeimen. Mit seiner körperbetonten Spielweise passt Romero ideal in die traditionell “harte” englische Liga. Gerüchten zufolge hat Jürgen Klopp vom FC Liverpool bereits Scouts zu den Spielen Vélez Sarsfields geschickt, um Romero noch etwas genauer unter die Lupe zu nehmen, bereits im Sommer 2017 wurden auch erste Meldungen bzgl. eines intensiveren Liverpool-Interesses publik. Doch auch Arsenal hat die Verpflichtung Maxi Romeros noch nicht aufgegeben.

Nach “nur” zwei guten Spielen mit jeweils zwei Toren ist es zwar mit absoluter Sicherheit noch nicht garantiert, dass Maxi Romero auch in Zukunft derart beeindruckend aufspielen wird, die nötigen Anlagen um es auch in einer von Europas härtesten Ligen, der englischen Premier League zu schaffen, hat das bullige Kraftpaket aus Buenos Aires aber allemal.