Vinicius Junior
Facebook / Clube de Regatas do Flamengo

Vinícius Júnior auf dem Vormarsch

Mai 2017 – Real Madrid verkündet die Verpflichtung des vermeintlichen brasilianischen Wunderkindes Vinícius Júnior. Die Dienste des Shootingstars hatten sich die Königlichen satte 45 Mio. € kosten lassen. Eine horrende Summe für einen Stürmer, welcher damals gerade einmal 16 Jahre alt ist. Der Transfer ist eine riskante Investition in die Zukunft. Ob diese Geldanlage Rendite abwerfen wird, ist derweil noch offen. Chefutbol.com wirft einen Blick auf seinen aktuellen Leistungsstand.

Bei der U17-Südamerikameisterschaft 2016 sorgt Vinícius für erste Schlagzeilen – mit seiner Landesauswahl sicherte er sich den Titel und wurde zum Shootingstar. Die Aufmerksamkeit von Real Madrid wurde auf ihn gelenkt und die Blancos überwiesen schließlich die Rekordablösesumme von 45 Mio. Euro an die Copacabana. Weil er noch minderjährig ist und damit sich der Spieler noch in Ruhe entwickeln kann, bleibt er vorerst im schwarzroten Dress von Flamengo aktiv und soll sich dort bei den Profis durchsetzen. “Wenn es nach mir geht, bleibe ich bei Flamengo um denen zu helfen, die mir geholfen haben. Ich muss noch vieles beitragen”, wird Vinícius zu seiner Zukunft zitiert.

Verschiedene Optionen für den Zeitpunkt des tatsächlichen Wechsels

Der ursprüngliche Plan ist es gewesen, das Riesentalent ab dem 12. Juli 2018 – am Tage seines 18. Geburtstages – fest unter Vertrag zu nehmen und ab diesem Zeitpunkt für ein weiteres Jahr am Zuckerhut spielen zu lassen. In Madrid soll er dann ab dem Sommer 2019 auf Torejagd gehen. Aufgrund der anhaltend starken Leistungen, wird dieser Plan nun nochmals überdacht und auch Vinícius selbst hat eine eigene Idee, wie sein Start in Europa am besten eingeleitet werden sollte: „Ich plane hier bis zum Ende des Jahres 2018 zu bleiben und wenn ich dann die Copa Libertadores gewonnen habe, wird es Zeit sein, zu einem anderen Club zu gehen“, gab der Knabe mit der Zahnspange einem Journalisten zu Protokoll.

An Selbstbewusstsein scheint es dem flinken Außenstürmer, welcher sich vor allem auf dem linken Flügel wohlfühlt kaum zu fehlen. Dabei wird in seiner Spielweise häufig noch eine physische Schwäche diagnostiziert, welche zum Beispiel im verlorenen Finale der Copa Sudamericana im vergangenen Jahr zum Vorschein gekommen war. Independiente stellte damals seinem Spielwitz körperliche Härte entgegen und konnte damit den Wunderknaben entzaubern. Eine härtere Gangart wird auch in Europa auf ihn warten und womöglich die größte Anpassungsschwierigkeit sein. Mit seinem jungen Alter bleibt ihm allerdings auch noch viel Zeit, sich auf dieser Ebene zu entwickeln.

Erster Profititel, große Klappe und einiges dahinter

Aktuell beweist sich Vinícius regelmäßig in der Campeonato Carioca. In der ersten Turnierphase der Staatsmeisterschaft von Rio gewann er mit seinem Team den Titel, steuerte vier Treffer bei und war der treffsicherste Schütze seiner Mannschaft. Bei den Turnieren der Staatsmeisterschaft bekommt er viel Spielzeit gegen Kontrahenten verschiedenster Leistungsniveaus und darf zeigen, wozu er fähig ist. Auch in der zweiten Turnierphase drang er bis ins Halbfinale vor, konnte allerdings nach seiner Einwechslung das Ausscheiden durch ein knappes 1:1 im Fla-Flu nicht mehr vermeiden.

In der brasilianischen Série A kam er ebenfalls schon zu 25 Einsätzen, erzielte dabei drei Tore und bereitete ein weiteres vor. Häufig wurde er als Joker in der Schlussphase gebracht, um den müden Gegner mit seiner Schnelligkeit zu überraschen. Auch sein Debüt in der Copa Libertadores vor wenigen Wochen wurde zum vollen Erfolg: Nach der Einwechslung steuerte er zwei Treffer bei, welche die Wende der Partie und damit den Sieg bedeuteten – der erste Beweis, dass er auch auf hohem Niveau Effizienz besitzt. Aufgrund seiner zuletzt starken Leistungen kam nun das Gerücht auf, dass Vinícius doch schon im Juli 2018 nach Madrid kommen soll, um sich dort bei der königlichen Reserve an den europäischen Fußball gewöhnen zu können.

Hoffnung auf die Verpflichtung des zukünftigen Neymar

Ohne Zweifel sind die Verantwortlichen bei Real Madrid bei der investierten Summe ein hohes Risiko eingegangen. Umso genauer wird die Entwicklung des Talentes beobachtet. Bei Spielern aus Brasilien werden häufig voreilige Superlative vergeben und vorschnelle Vergleiche zu Pelé oder Neymar gezogen. In Brasilien läuft es gut für den Angreifer – sein größter Karriereschritt steht ihm allerdings noch bevor. Wann er den Sprung nach Europa wagen darf, ist noch offen. Noch interessanter wird allerdings zu beobachten sein, wie er diesen Schritt dann schließlich meistern wird und ob er bei den Königlichen Fuß fassen kann. Vinícius gibt sich zu seiner Zukunft befragt gelassen und selbstsicher: „Ich habe keine Angst. Ich weiß um meine Qualität und wie weit ich kommen kann.“ Wir werden seinen Weg mit Spannung verfolgen.