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Fußball und Justiz

Nach dem Sieg über Sporting am letzten Wochenende scheint der Weg für den FC Porto zur Meisterschaft geebnet. Man ist nach 25 Saisonspielen immer noch ungeschlagen und hat den Titel selbst in der Hand. Doch aktuell überschatten zwei juristische Affären die Frage nach der Wettbewerbsfähigkeit der Liga Nos, und sorgen aktuell für viele Diskussionen im Land.

Im Land des amtierenden Europameisters hat sich durch die Niederlage von Sporting Lissabon am letzten Wochenende gegen den FC Porto der Titeldreikampf in einen Zweikampf verwandelt. Übrig sind nach 25 Spieltagen der noch ungeschlagene Tabellenführer FC Porto mit 67 Punkten (21 Siege, 4 Remis), und Benfica Lissabon. Die Águilas haben fünf Zähler weniger auf dem Konto, und dürfen sich nur dank Toptorjäger Jonas noch leichte Hoffnungen auf die Meisterschaft machen. Der brasilianische Stürmerveteran ist für ganze 30 von 67 Toren der Hauptstädter verantwortlich, und führt die Torjägerliste mit zehn Treffern Vorsprung vor Bas Dost an. Entscheidenden Charakter wird das Topspiel am 15. April im Estádio da Luz zwischen den beiden Schwergewichten haben, wo Benfica versuchen wird noch einmal auf zwei Punkte an die Mannschaft von Deutschland-Schreck Sérgio Conceição heranzukommen.

Stärke der Liga Nos

Die Stärke der Liga Nos wird dieses Jahr stärker als sonst in Frage gestellt, einerseits aufgrund des diesjährigen schlechten Abschneidens in den internationalen Wettbewerben (Sporting ist der letzte portugiesische Vertreter), und andererseits wegen dem immer größer werdenden Leistungsgefälle auf nationaler Ebene. In dieser Saison gelangen den übrigen 15 Mannschaften gerade einmal zwei Siege gegen die drei Spitzenteams. Boavista Porto konnte Benfica schlagen, und der aktuell Tabellenletzte Estoril gewann vor fünf Wochen sensationell gegen Sporting. Estoril hatte auch den FC Porto am Rande der ersten Saisonniederlage, doch bei 1:0 Führung musste das Spiel wegen einer einsturzgefährdeten Tribüne abgebrochen werden. Im Wiederholungsspiel setzten sich die Nordportugiesen dann mit 3:1 durch.

Korruptionsvorwürfe

Jedoch hat eine Zahlung von 784.000 € von Porto an Estoril, die anonym angezeigt wurde, Korruptionsvorwürfe hervorgerufen. In der Anzeige wird ein Treffen von einem Mitglied der Mehrheitseigentümer von Estoril und einem Verantwortlichen des FC Porto am Vorabend des Spiels, mit einer Zahlung von 784.000 € wenige Tage nach dem Spiel in Verbindung gebracht. Die Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen aufgenommen, doch beide Vereine wiesen die Anschuldigungen zurück. In einer Mitteilung an die Presse erklärte der FC Porto, dass es sich bei der Überweisung um eine Nachzahlung im Rahmen des Transfers von Carlos Eduardo und der Leihe von Licá handelte.

Operation Maulwurf – “e-Toupeira“

Doch nicht nur der FC Porto hat außerhalb des Platzes Probleme. Auch Benfica ist aktuell im Visier der Justiz. Im Rahmen der “e-Toupeira-Affäre“ wird gegen Benfica’s Rechtsberater Paulo Gonçalves, José Silva, und drei weitere Personen ermittelt. Die Vorwürfe lauten passive Korruption, aktive Korruption, persönliche Vorteilsnahme, Dokumentenfälschung und Geheimnisweitergabe.

Hauptsächlich geht es aber darum, dass die Zugangsdaten einer Amtsrichterin im Raum Lissabon gestohlen wurden, und sich damit Zugang zum internen IT-System der Justiz verschafft wurde. Dabei wurde Einsicht in laufende Prozesse genommen, und vertrauliche Informationen weitergegeben. Nach der ersten Anhörung durfte Gonçalves das Gericht zwar wieder verlassen, aber es wurde ihm verboten sich mit den anderen Personen auszutauschen. Es kam schon zu zahlreichen Durchsuchungen, darunter auch Büroräume im Estádio da Luz.