Koke
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Koke – Rojiblanco bis in die letzte Faser

Jorge Resurrección Merodio, besser bekannt als Koke, feiert heute seinen 26. Geburtstag. Anlass genug, einen Blick auf die Seele Atlético Madrids zu werfen.

Mit nur 17 Jahren feierte Koke im November 2009 sein Debüt für Atlético Madrid. Es waren 11 Minuten im berühmten Camp Nou gegen den großen FC Barcelona. Passender hätte der Rahmen nicht sein können. Atlético Madrid war damals noch keine große Nummer, genauso wie Koke. Doch danach lief die Entwicklung von Klub und Spieler parallel, die nun beide in der Weltklasse angekommen sind. Die Nummer 6 Atléticos im Kreise der besten Mittelfeldspieler der Welt und Atlético unter den Topklubs in Europa.

Koke – die Seele Atléticos

Atlético Madrid ist ein Team, das vor allem von seiner Leidenschaft und Zweikampfstärke lebt. Auch die Nummer 6 der Rojiblancos fällt hier keineswegs ab, hat die DNA des Arbeitervereins in sich wie kein anderer. Doch bringt er auch eine andere Komponente in das Spiel Atlétis, eine elegantere, erhabenere. Koke ist die Seele Atléticos. Seit seiner Versetzung von der Außenbahn ins Zentrum bestimmt er den Rhythmus, gibt er vor, wann das Spiel schnell gemacht, wann das Tempo rausgenommen werden soll. Zusammen mit Kapitän Gabi bildet er das Herzstück der Simeone-Elf. Er ist der Taktgeber.

Und er ist anders. Koke spielt immer noch bei Atlético Madrid. Und das ist keine Selbstverständlichkeit. Erst im Mai letzten Jahres verlängerte er seinen Vertrag bis 2024. Dann wäre er 32. An Angeboten mangelte es nicht, sei es vom FC Barcelona oder vom Stadtrivalen Real. Doch Koke entschied sich für den Verbleib.

“Man weiß nie, was morgen passiert, aber mein Traum ist es hier meine Karriere zu beenden. Hoffentlich bin ich eines Tages erster Kapitän. Ich habe daraus nie einen Hehl gemacht. Ich bin “Rojiblanco” seitdem ich atmen kann und werde hoffentlich immer hier sein.”

Erst vor kurzem machte Atlético-Boss Miguel Ángel Gil Marín öffentlich, dass Koke im Alter von 12 Jahren bereits einen Vorvertrag bei Real Madrid unterschrieben hatte. Atléticos Präsident schaffte es mit viel Überredungskunst und harter Arbeit diesen Vorvertrag rückgängig zu machen. Im Nachhinein eine der wohl wichtigsten Taten in seiner Laufbahn. Der Junge, der nicht mit bunten Fußballschuhen auf den Platz kam, der sich nicht die Haare vor dem Training oder Spiel machte, der in Fotos eher schüchtern und unsicher posierte, sollte sich nämlich zum Schlüsselspieler Atléticos entwickeln.

Zwei Narben die bleiben

Seit der Saison 2012/2013 ist er indiskutabler Stammspieler bei den Rojiblancos. Er konnte einen Meistertitel, einen Pokalsieg, einen Supercup- und einen Europa-League-Titel bejubeln. Dazu kommen zwei bittere Finalniederlagen in der Champions League gegen Real Madrid, die wohl für immer als Narbe in seiner Seele bleiben werden.

Jorge Resurrección Merodio ist eine der Ausnahmen im heutigen Profigeschäft, das sich vor allem durch seine Schnelllebigkeit auszeichnet. Wo Spieler bei Vereinswechseln nur noch vom nächsten Entwicklungsschritt sprechen, wo Vereinstreue ein Fremdwort ist, wo die Macht der Berater ins Unendliche steigt und der Fußball seine Seele zu verlieren scheint. Da hilft ein Blick auf die Seele Atléticos, auf Koke, den stillen Taktgeber im Mittelfeld. Feliz Cumpleaños!