Suso
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Suso – Nationalelfdebütant und Hoffnungsträger beim AC Mailand

In Zeiten des sich immer wilder drehenden Spieler-Transfermarkts wirkt eine Ablösesumme von gerade einmal 1,3 Millionen Euro wie ein Relikt aus einer längst vergangenen, ruhigeren Zeit im internationalen Fußball. Der Januar 2015 ist so lange nicht her, und doch gelang dem AC Mailand damals mit der Verpflichtung von Jesús Joaquín Fernández Sáez de la Torre, bekannt unter dem Namen Suso, einer der wenigen wirklich gelungenen Transfers in den letzten Jahren.

Auch diese Saison ist für den italienischen Traditionsklub wieder eine mit nur wenigen Lichtblicken. Gestern Abend setzte es gegen den SSC Neapel bereits die sechste Niederlage in der Serie A, die angestrebte Qualifikation für Champions League scheint bereits in weiter Ferne. Die Mannschaft stagniert unter Trainer Vincenzo Montella – auch weil die Transferoffensive mit Ausgaben von über 200 Millionen Euro aus dem Sommer auf dem Platz wirkungslos blieb. Selbst hochkarätige Neuzugänge wie der bei Juventus Turin in den letzten Jahren herausragende Leonardo Bonucci, der gleich mit der Kapitänsbinde beim AC Mailand betraut wurde, blieben bislang weit hinter den Erwartungen zurück.

Suso macht Hoffnung

Hoffnung macht ob dieser prekären sportlichen Situation derzeit wenig. Ausgerechnet der damals für den Spottpreis vom FC Liverpool verpflichtete Suso ist eine der wenigen Ausnahmen. Wenn im zumeist behäbigen und ideenlosen Offensivspiel der Mailänder kreative Impulse kommen, dann meist über ihn. Schon fünf Tore und vier Vorlagen gelangen dem 24-Jährigen in dieser Spielzeit, auch in der vergangenen Saison war er der beste Vorbereiter seiner Mannschaft.

Die Entwicklung Susos hin zur fast schon einsam anmutenden Kreativzentrale im Spiel der Mailänder blieb auch beim spanischen Nationaltrainer Julen Lopetegui nicht unbemerkt. Am vergangenen Dienstag erst feierte er sein Debüt für die „Furia Roja“ in einem Freundschaftsspiel gegen Russland – und das gleich mal in der Startelf. Lopetegui setzte Suso auf seiner Paradeposition auf der rechten Offensivseite ein, von der er als Linksfuß jedoch immer wieder Richtung Zentrum ausweicht und versucht, seine Mitspieler mit vertikalen Pässen in Szene zu setzen.

Schon in frühen Jahren wussten sie in Spanien um das Potential des technisch versierten und vielseitigen Offensivakteurs. Suso durchlief alle Jugendnationalmannschaften von der U17 bis zur U21. Der Durchbruch gelang ihm im Profibereich jedoch erst etwas später in Italien. Suso wechselte bereits in jungen Jahren vom Jugendbereich des FC Cádiz nach Liverpool, wurde aber auch nach einem überzeugenden Leihspiel in der Saison 2013/2014 beim FC Almería für nicht gut genug befunden.

Liverpool lässt Suso ziehen – ein Fehler

Ein Fehler, wie sich später herausstellen sollte. Trotz des mit Spielern wie Philippe Coutinho oder Roberto Firmino bereits hochkarätig besetzten Liverpooler Angriffs wollte sein ehemaliger Klub Suso offenbar vergangenen Jahr zurückholen – für die damals festgeschriebene Ablösesumme in Höhe von 39,5 Millionen Euro. Auch andere Top-Klubs aus England sollen sich um Suso bemüht haben, der sich trotz der sportlichen Krise aber für einen Verbleib in Mailand entschloss und erst im September seinen Vertrag bis ins Jahr 2022 verlängerte.

„Ich hätte wechseln können, aber ich bin glücklich für diesen großen Klub spielen zu dürfen“, erklärte Suso kurz nachdem seine Unterschrift trocken war. Er sei dankbar für die Entwicklung, die er in Mailand genommen hat und glaube fest daran, dass der Traditionsklub schon bald wieder zurück in die Spur findet. Eine Hintertür scheint sich Suso aber offengehalten zu haben: „Ja, ich habe eine Ausstiegsklausel“, bestätigte er fragenden Reportern, „aber ich habe meinen Vertrag nicht verlängert, um zu wechseln.“