Bernabeu

Die Umbauphasen des Estadio Santiago Bernabéu

Das Estadio Santiago Bernabéu ist das Sinnbild schlechthin, für den Aufschwung und den Erfolg des erfolgreichsten Klubs der Welt. Es ist der Beweis dafür, wie aus einer kühnen Träumerei, Realität werden kann und das Exempel für planbaren Erfolg. Der oft gescholtene Visionär Santiago Bernabéu hat sich mit diesem Monument bereits zu Lebzeiten ein Denkmal gebaut. Und auch das Stadion selbst hat einen Entwicklungsprozess durchgangen. CHEFUTBOL zeigt die Bauphasen der königlichen Spielstätte und den Weg zu dem Fußballtempel, der er heute ist.

Der Grundstein für das gewagte Stadionprojekt wurde am 27. Oktober 1944 gelegt. Zu diesem Zeitpunkt hatte der damalige Vereinspräsident Santiago Bernabéu genug Spenden seiner Vereinsmitglieder beisammen, um das ambitionierte Bauvorhaben zu starten. Das für damalige Verhältnisse gigantische Projekt wurde im Zentrum von Chamartín realisiert, damals noch weit außerhalb der Stadtgrenzen von Madrid, an der Stelle, wo auch das vorangehende Stadion gestanden hatte. Noch bis heute bleibt es vielen ein Rätsel, wie ein derartig großes Vorhaben in der Nachkriegszeit bei der damals herrschenden Zementknappheit realisierbar gewesen ist.

Trotz aller Zweifel hatte Bernabéu „sein“ Nuevo Estadio Chamartín am 14. Dezember 1947 mit einem Fassungsvermögen von 75.000 Personen eröffnen dürfen. Doch das war dem Präsidenten schnell nicht genug. Aller Vorwürfe des Größenwahns zum Trotz, wurde bereits 1953 die erste Umbaumaßnahme umgesetzt. Ziel war es, die Kapazität auf 125.000 Zuschauer zu erhöhen. Zu diesem Zeitpunkt avancierte die Spielstätte zur größten Europas. Die Ideen von Bernabéu zündeten, denn auch sportlich wurden die ersten Ziele des Präsidenten erreicht – finanziert durch die hohen Zuschauereinnahmen. Zum Dank machte ihn die Mitgliederversammlung am 14. Januar 1955 zum Namensgeber des Bauwerks.

Im Jahr 1982 wurden erste Modernisierungsmaßnahmen ergriffen, um das Stadion für die WM in Spanien auf Hochglanz zu bringen. Das Facelift sah eine Umwandlung aller Stehplätze auf der Haupttribüne und der Gegengerade in Sitzplätze vor. Dadurch verringerte sich die Kapazität auf 90.000 Plätze. Zugleich zog die Haupttribüne von Ost nach West. Erstmals waren, abgesehen der Osttribüne, alle Ränge überdacht. Der Umbau unter der Leitung von Luis und Rafael Alemany und Manuel Salinas kostete damals 704 Millionen Peseten, wovon circa 530 Millionen Peseten der Verein aus seiner eigenen Kasse finanzierte.

Zehn Jahre später folgte die bis heute größte Renovierung des inzwischen 45 Jahre alten Bauwerks. Neben der Installation einer Rasenheizung bekam das Stadion auf allen Tribünen, außer Ost, seinen dritten Rang. Damit erhöhte sich die Zuschauerkapazität wieder auf 106.500 Plätze. Dafür hatte man das Dach von 22 auf 45 Metern anheben müssen und diverse Anpassungen vorgenommen. Bereits sechs Jahre später musste allerdings die Gesamtkapazität wieder auf 74.300 reduziert werden, weil die neuen UEFA-Regularien reine Sitzplatzstadien vorgesehen hatten.

Ab 2000 – mit der Amtsübernahme von Pérez – wurden unzählige weitere Umbaumaßnahmen angestrebt, welche größtenteils dem höheren Komfort dienlich sein sollten. Zunächst wurde die Osttribüne ausgebaut und überdacht. Dadurch stieg die Kapazität wieder auf 80.354 potentielle Besucher an. Ebenfalls zeigten sich die Umkleidekabinen in neuem Gewand, die Ehrentribünen und VIP-Logen wurden aufgehübscht sowie die Presseräume erneuert. Die Installation von Rolltreppen und der markanten Panoramaaufzüge erhöhten zudem den Komfort innerhalb des Stadions.

2003 kehrte dann die Haupttribüne wieder auf die erweiterte und mittlerweile überdachte Ostseite zurück, wo sie bis heute zu finden ist. Bis 2006 fanden diese Erneuerungen kontinuierlich statt und vertilgten insgemsamt 129 Millionen Euro. Seitdem ist auch das angrenzende Multifunktionsgebäude eröffnet, welches Presseräume, Büros und TV Sets beherbergt. Auch ein Adidas-Fanshop bekam ein neues Zuhause im Bernabéu-Stadion, welches seitdem auch drei Restaurants beherbergt.