Vadalá
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Guido Vadalá – Bocas Versprechen für die Zukunft trifft schon in der Gegenwart

Die Boca Juniors haben den Turnaround geschafft. Nach zwei Niederlagen in Folge konnte man gegen Arsenal Sarandi mit 2:0 gewinnen. In die Torschützenliste konnte sich der 20-jährige Guido Vadalá eintragen, den Guillermo Barros Schelotto aus dem Hut zauberte. Wir stellen das vielversprechende Talent vor.

Dario Benedetto mit einem Kreuzbandriss für sechs Monate außer Gefecht und dessen eigentlicher Ersatz Walter Bou ebenfalls verletzt, Andrés Chávez wurde verkauft, Ramón Wanchope Ábila (Huracán) sowie Marcelo Torres (Talleres) verliehen, dazu die schwache Leistung von Oscar Junior Benítez gegen Rosario Central. Somit schlug die Stunde des erst 20-jährigen Guido Vadalá, auf den Boca-Trainer Schelotto gegen Sarandi setzte. Und er sollte es nicht bereuen.

Geboren am 8. Feburar 1997 im Viertel José Cura in Rosario, wo unter anderem Angel di Maria und Lionel Messi herkommen, wäre er beinahe beim FC Barcelona und der berüchtigten La Masia untergekommen. Im Alter von 12 Jahren konnte der kleine Guido schon 330 Tore in 14 Jugendturnieren vorweisen und wurde schließlich vom FC Barcelona zum Probetraining eingeladen. Die Katalanen waren nach zwölf Tagen Probetraining vom kleinen Torjäger überzeugt und boten seiner Familie den Umzug samt Arbeitsvertrag in Spanien an. Doch die Vadalás entschieden sich in Argentinien zu bleiben – die Heimatverbundenheit siegte über das Geld. Hier schlugen dann die Boca Juniors zu und holten Guido Vadalá 2011 in ihre „Juveniles“.

Vadalá sticht heraus – Sieben Tore gegen die Argentinos Junior

Schon seit 2013 galt er als„Promesa“ , als Versprechen für die Zukunft, doch die Hoffnungen und Erwartungen konnte er nie erfüllen. Sein Debüt bei den Boca Juniors feierte im zarten Alter von 16 Jahren in einem Freundschaftsspiel gegen Estudiantes 2014. Kein geringerer als Carlos Bianchi brachte ihn damals in der Halbzeit für Claudio Riaño. Es schien so, als ob der Grundstein einer großen Karriere gelegt wurde. Doch nach nur wenigen Monaten musste Bianchi seinen Hut nehmen, Vadalá wurde zurück zur zweiten Mannschaft in die sechste Liga geschickt. Er ließ sich nicht hängen, lieferte auch dort außerordentliche Leistungen und stach besonders bei einem 8:2 gegen die Argentinos Juniors heraus, wo er sieben (!) Tore beisteuerte. Das blieb auch dem neuen Trainer Rodolfo Arruabarrena nicht verborgen, der ihn in der Vorbereitung 2015 wieder zu ersten Mannschaft holte und ihn auch regelmäßig in den Vorbereitungsspielen einsetzte. Vadalá feierte in einem Spiel in Palenstino (Chile) sogar sein Debüt in der Copa Libertadores. Wiedermal schien es so, als ob sich der Jungspund nun bei den Profis etablieren könnte.

Tévez kommt und Vadalá muss gehen

Doch die Rückkehr von Carlos Tévez zu den Boca Juniors sollte alles ändern. Bei den schwierigen Verhandlungen mit Juventus Turin wurde auch Vadalá in den Deal mit eingebunden und wurde für ein Jahr an die « Vecchia Signora » mit Kaufoption ausgeliehen. Von der italienischen Presse als zukünftiger Star gefeiert, konnte sich Vadalá aber nie in der ersten Mannschaft durchsetzen und war fester Bestandteil der Turiner Primavera (vergleichbar mit einer zweiten Mannschaft). Nach einer für beide Seiten unbefriedigenden Saison zog Juventus die Kaufoption nicht und der junge Stürmer wurde zurück nach Buenos Aires geschickt, wo man ihn für die Saison 2016/2017 sofort nach Santa Fe zu Union auslieh. Dort absolvierte er immerhin 19 Spiele, jedoch nur sieben von Beginn an, konnte aber immerhin sein erstes Profitor erzielen (bei einer 3:2-Niederlage gegen San Lorenzo).

Somit kehrte Vadalá diesen Sommer still und heimlich, und ohne große Beachtung der Öffentlichkeit zu den Boca Juniors zurück. Kein Preisschild hatte er um, er wurde nicht als Heilsbringer gefeiert, kaum beachtet.

So feierte er auch ein Schattendasein. Bis Benedetto sich verletzte. Seine Vertreter verletzt oder außer Form waren. Und Arsenal de Sarandi zu Gast war. 35. Minute, Flanke von Cardona, Vadalá rauscht am Fünfmeterraum heran und trifft in bester Torjägermanier zur Führung. Ein Tor, das wie eine Befreiung wirkte. Ein Jubel, der ausdrückte welche Last von den Schultern des 20-jährigen Stürmers gerade gefallen war.

Vadalá selbst zu seinem Debüt: « Seit ich im Alter von 14 Jahren zu diesem Klub war, träumte ich immer von diesem Moment. In der ersten Mannschaft von Boca in La Bombonera aufzulaufen und ein Tor zu machen. Ich weiß, dass ich mich hintenanstellen und auf meine Chance warten muss. Aber wenn mein Moment kommt, werde ich da sein. » Eines ist klar: Dieses mal, dieses drittes mal will sich Vadalá nicht wieder die Butter vom Brot nehmen lassen. Er ist gekommen um zu bleiben. Jetzt oder nie.