Campeonato Brasileiro Série A

19. Spieltag – Halbzeit in der Campeonato Brasileiro Série A 2018

19 Spiele sind gemacht – die Hinrunde der Campeonato Brasileiro Série A ist damit durch. Chefutbol schaut auf die Überraschungen, Gewinner und Enttäuschungen der bisherigen Saison. 

Top: Attraktiver Titelkampf an der Spitze

Gleich mehrere Vereine liefern sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen an der Tabellenspitze. Gemeint sind der FC São Paulo, Internacional Porto Alegre und Flamengo. Mehrere Wochen behauptete der Regattaclub Flamengo aus Rio de Janeiro die Tabellenführung der Série A. Nach einem furiosen Saisonstart, ließen die Rot-Schwarzen gegen Ende der Hinrunde stetig nach und verbüßten so den Platz an der Sonne an den heißesten Konkurrenten FC São Paulo. Die wiederum spielen eine konstante Saison und können sich auf die Tore der beiden Oldies Diego Souza (33) und Nenê (37) verlassen, die beide 14 der 32 Tore ihrer Mannschaft erzielt haben. Noch dazu haben sie mit Éverton den besten Assistgeber der Liga mit insgesamt acht Vorlagen. Der Abgang von Vinícius Júnior zu Real Madrid wiegt doch schwerer als gedacht bei Flamengo. Als Ersatz haben die Verantwortlichen Vitinho von ZSKA Moskau geholt. Der neue Kopf der Mannschaft ist aber nun Lucas Paquetá. Das Eigengewächs erzielte in der laufenden Runde fünf Tore und bereitete zwei vor. Es bleibt also weiterhin spannend, ob sich Flamengo fängt oder/und São Paulo weiter so konstant auftritt. Still und heimlich hat sich der Aufsteiger Internacional Porto Alegre in die Spitzengruppe gespielt. Die Überraschungsmannschaft glänzt mit einer soliden Defensive (12 Gegentore). Zudem können sie sich auf die Qualitäten ihrer Offensivleute verlassen – Nicolás López (6 Tore), William Pottker (4) und Leandro Damião (3) erzielten 13 der 27 Tore.

Zu dem Top-Trio gesellen sich Grêmio Porto Alegre, Atlético Mineiro und Palmeiras dazu, die sich noch Hoffnungen auf die Meisterschaft machen können und auch dürfen. Grêmio hat aktuell die wenigsten Gegentore einstecken müssen (8); Atlético Mineiro hingegen kann mit 36 erzielten Treffern die beste Offensive der Liga vorweisen. Und der Traditionsclub Palmeiras aus São Paulo spielt eine grundsolide Runde, obwohl sie, allein von der Qualität her, eine bessere Platzierung belegen könnten (aktuell Platz 6 der Série A).

Top: Aufsteiger Ceará SC und Coach Lisca

13 Spiele lang musste der Aufsteiger aus Fortaleza auf den ersten Sieg in dieser Saison warten. Am 13. Spieltag war es dann endlich soweit: Die einsteige graue Maus der Liga gewann tatsächlich gegen Sport Clube do Recife. Arthur schoss damals den so wichtigen Treffer für seine Mannschaft. Davor aber hatte, vor dem 10. Spieltag, Luiz Carlos Cirne Lima de Lorenzi, kurz Lisca, das Traineramt übernommen. Unter ihm verlor Ceará SC nur zwei von zehn Spielen – heißt: die Mannschaft sammelte unter seine Regie 14 von möglichen 30 Punkten – Tendenz weiterhin top.

Top: Fluminenses Torjäger Pedro

Mit aktuell zehn Toren führt Pedro Guilherme Abreu dos Santos, kurz Pedro, die Torjägerliste der Série A an. Für Liebhaber der brasilianischen Liga ist der 21-jährige kein No-Name. Schon in der letzten Saison kam er 17 Mal zum Einsatz, erzielte aber lediglich zwei Tore. Seinen Durchbruch schaffte Fluminenses Eigengewächs in dieser Saison: Zehn Tore in 17 Spielen sprechen eine andere Sprache. Der junge Mann ist also angekommen. Kein Wunder, dass die europäischen Top-Clubs Schlange stehen. Allen voran Borussia Dortmund, der händeringend einen Stürmer sucht – Pedro jedenfalls wäre ein guter Fang.

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Flop: Trainer-Verschleiß in der Série A

Gleich 18(!) Trainer mussten bis zum 19. Spieltag ihren Arbeitstisch räumen. Der Trainer-Verschleiß in Brasilien ist der pure Wahnsinn. Lediglich drei Vereine haben sich nicht dem Trend angeschlossen: Grêmio Porto Alegre, Internacional Porto Alegre und Cruzeiro Belo Horizonte halten weiterhin an ihren Trainern fest. Bleibt zu hoffen, dass der Verschleiß ein Ende nimmt.

Flop: Chronische Torarmut bei Paraná Clube

19 Spiele – neun Tore. Der Aufsteiger leidet unter seiner wirklich schlechten Offensive. Der beste Torschütze der Mannschaft ist Silvinho mit drei Treffern. Die restlichen sechs Tore erzielten sechs verschiedene Spieler. Mit 25 Gegentore stellt der Tabellenletzte nicht mal die schlechteste Defensive, geschweige denn eine schlechte – aber wer nur neun Tore schießt, der muss mit der roten Laterne leben.

Flop: Schießbude EC Vitória

Ganze 39 Mal mussten die Torhüter von EC Vitória hinter sich greifen – und das nach erst 19 Spielen. Gleich drei Torhüter versuchten ihr Glück vergeblich. Caíque spielte fünf Mal und fing sich 10 Gegentore ein; die eigentliche Nummer 1 Elias musste ganze 17 Mal bei acht Spielten hinter sich greifen und Ronaldo durfte sechs Mal ran und die Kugel zwölf Mal aus dem Netz holen. Macht insgesamt 39 Gegentore in 19 Spielen und damit verbunden ein Abstiegsplatz.

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Die Ergebnisse des 19. Spieltags der Campeonato Brasileiro Série A

Santos 3:0 Sport Clube do Recife
Corinthians 0:1 Grêmio Porto Alegre
Internacional Porto Alegre 1:0 Paraná Clube
Atlético Paranaense 3:0 Flamengo
Botafogo 0:3 Atlético Mineiro
EC Vitória 0:3 Palmeiras
EC Cruzeiro Belo Horinzonte 1:1 EC Bahia
FC São Paulo 2:0 Chapecoense
América Mineiro 0:0 Fluminense
Vasco da Gama 1:1 Ceará SC