Danilo: Chapecoenses Torwächter des Himmels

Marcos Danilo Padilha war der Torhüter des AF Chapecoense. In seiner Laufbahn schrieb er in mancherlei Hinsicht Geschichte. Sein letztes Kapitel war das traurigste.

Für Danilo war es der Höhepunkt seiner Karriere. Es erging ihm damit nicht anders, als den meisten seiner Teamkameraden. Nachdem der Schiedsrichter das Halbfinale gegen San Lorenzo abgepfiffen hatte, stand der AF Chapecoense zum ersten Mal in seiner Vereinsgeschichte im Finale der Copa Sul-Americana. Danilo war der gefeierte Held und Matchwinner. In der letzten Minute des Rückspiels sicherte er mit einer Weltklasse-Reaktion das Finalticket. Auf dem Weg zu diesem Spiel verunglückte jedoch die Maschine und der Großteil der Insassen kam ums Leben. Darunter: Danilo.

Zu diesem Zeitpunkt war der Schlussmann von Chape 31 Jahre alt. Er hatte gerade erst sein 150. Spiel für die Grünen aus Santa Catarina bestritten. Er kam 2013 zu dem Club, der damals noch in der Série B spielte. Im selben Jahr gelang dem Club der Aufstieg in die Série A, zwei Jahre später die erste Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb und 2016 letztendlich die Krönung durch den Finaleinzug. Irgendwie war Danilo auch Sinnbild des Erfolgs von Chape. Und gerade dieser Pokal war sein Turnier. Bereits im Achtelfinale avancierte der Torhüter zum Helden, indem er gegen Independiente vier Elfmeter parierte.

https://www.youtube.com/watch?time_continue=28&v=E8ZQeld1tQA

Herzergreifender Abschied von der Ehefrau

Hinter dem erfolgreichen Fußballer steht aber auch der Mensch Danilo, ein Familienvater mit einem zweijährigen Sohn. Er wurde noch lebend aus dem Wrack geborgen, erlag aber später seinen Verletzungen. Es gibt unterschiedliche Berichterstattungen, ob er letztlich im Krankenwagen oder im Krankenhaus verstorben ist. Viele Medien berichteten davon, dass er sich vor seinem Ableben noch telefonisch von seiner Frau verabschieden konnte. Es würde die große Tragödie um eine weitere traurige Geschichte bereichern.

Eunício Padilha, der Vater von Danilo erzählte einer Zeitung, dass er am Morgen des Unfalls sogar noch einen Anruf erhalten habe, dass es seinem Sohn gut ginge. Nur ein wenig später erhielt dann die Familie die Nachricht über das Fernsehen, dass Danilo verstorben sei. Eine unvorstellbare Situation, die man niemandem wünscht. Erfahren hatte die Familie vom Absturz, indem sie mitten in der Nacht von einem aufgebrachten Nachbarn geweckt wurden, der das Unglück in den Nachrichten sah.

Die Familie trauert – die Mutter zeigt eine große Geste

Anfang Dezember wurde Danilo´s Sarg neben den anderen Opfern des Unfalls in der Arena Condá, der Heimspielstätte Chapecoenses zur Trauerfeier von Soldaten auf den Rasen getragen. Bilder dieser Zeremonie unter strömenden Regen gingen um die Welt. Es war ein besonderer Moment, den sich niemand zurück wünscht, aber auch unvergessen bleiben wird. Als die Mutter Danilo´s das Stadion mit Tränen in den Augen betrat, gab es „Danilo Danilo“ Sprechchöre von den Rängen. Ein Gänsehaut-Moment. Alaíde Padilha blieb stets stark. Sie bedankte sich immer für die Unterstützung, man spürte den Stolz, den sie für ihren Sohn empfindet. In einem Interview fragte sie plötzlich einen Reporter, wie er sich fühle, er habe schließlich auch Kollegen bei dem Flugzeugabsturz verloren. Er begann zu weinen und beide umarmten sich. Eine große Geste des Mitgefühls.

https://www.youtube.com/watch?v=Cy8Ggk73zt4

Danilo kommt in seine Geburtsstadt zurück

Im Anschluss der Trauerfeier in Chapecó wurde der Körper Danilos in seine Heimtstadt Cianorte in Paraná gebracht. Dort, wo er seine Laufbahn als Fußballer begonnen hat, soll er nun in Frieden Ruhen. Gerade das letzte Bild von Danilo auf der Fußballbühne wird für viele im Gedächtnis bleiben. Auf den Knien jubelnd feiert er den Einzug in das Finale der Copa Sul-Americana mit den Fans. Es war der größte Augenblick in seiner Karriere, leider auch der letzte.

„Er liebte es Fußball zu spielen, es war das, was er sein ganzes Leben lang tat, von klein auf und er machte das mit Liebe, Hingabe und Zuneigung. Ich muss mich bedanken, weil mein Sohn sehr lieb war, alle redeten sehr gut über ihn und ich hatte eine enorme Zuneigung zu ihm. Ich möchte mich für den Beistand der Zuschauer bedanken, die hier sind und die anrufen um uns Kraft zu geben. Unabhängig davon, wo er jetzt ist, möge er in Frieden sein. Ich bin davon überzeugt, dass er an einem sehr bunten Ort ist.“ – Alaíde Padilha, Mutter Danilos

Força Chape