Bolsonaro
Twitter

Jair Bolsonaro – Präsident mit fußballerischer Unterstützung?

Vermutlich in keinem anderen Land der Welt stellen Fotos mit Fußballprofis eine so große Wahlhilfe dar wie in Brasilien. Auch der rechtspopulistische Präsidentschaftskandidat Jair Bolsonaro weiß dies zu Nutzen.

46 Prozent der Wählerstimmen konnte Jair Bolsonaro (PSL) – der einige Wochen zuvor noch ein Attentat überlebte – im ersten Wahlgang der Präsidentschaftswahl für sich gewinnen. Nur sehr knapp und dank vieler Gegenstimmen im Nordosten des Landes kommt es überhaupt noch zu einer Stichwahl (am 28.10.) zwischen dem „Trump der Tropen“ und Lula-Vertreter Fernando Haddad (PT) der 29% der Stimmen holte. Fußball und Religion (für diejenigen für die es nicht dasselbe ist) spielen traditionell eine große Rolle in dem fußballbegeisterten Land und ergo auch im Wahlkampf. Vor allem Bolsonaro ließ sich oft in Stadien sehen und wechselte wie es im modernen Fußball so üblich ist sehr oft die Farben. Er ließ sich u.a. als Fan von Flamengo, Botafogo, Vasco da Gama und Palmeiras fotografieren.

Die Unterstützer Bolsonaros auf dem Feld

Zu den bekanntesten Spielern, die ihre Unterstützung für Bolsonaro öffentlich machten gehören u.a. Tottenham-Mittelfeldspieler und Nationalspieler Lucas Moura und Palmeiras-Veteran Felipe Melo (u.a. Inter, Juve, Galatasaray).

Lucas Moura machte bereits am 10. September auf Twitter seine Meinung kund. Er gab zwar zu verstehen, dass er eigentlich gegen ein lockereres Waffengesetz ist, schrieb aber fragend als Antwort auf einen Tweet: „Mit was willst du die Verbrecher bekämpfen? Er (Bolsonaro) fördert nicht die Gewalt, sondern die Justiz und die Verbrecher haben Angst vor der Polizei. Aber wenn du eine bessere Lösung hast…“ Die Ankündigung Bolsonaros die Waffengesetze zu lockern hatten in den vergangenen Wochen die Aktien des brasilianischen Waffenherstellers Forjas Taurus um 140% in die Höhe schießen lassen.

Felipe Melo widmete dem Kandidaten sein Tor gegen Bahia in einem Interview nach dem Spiel vor laufender Kamera: „Ich danke Gott für das Tor und die Familie. Dieses Tor geht an unseren zukünftigen Präsidenten Bolsonaro“.

Doch auch andere Spieler wie der führende der Torschützenliste der 2. Liga Lucão (Goiás Esporte Clube), der Ex-Bremer Carlos Alberto oder Ex-Nationalspieler Edmundo gaben ihre Unterstützung für den Rechtspopulisten bekannt. Zudem gaben bei einer Umfrage im Dezember vergangenen Jahres von 111 befragten Spielern aus der 1. und 2. Liga 20,72% an, dass sie für Bolsonaro stimmen würden, sofern er zur Wahl stünde und nur 5,4% für den Ex-Präsidenten Lula.