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Liga Chilena Transición: Minimalismus zahlt sich aus – U. Española noch ohne Gegentor Spitzenreiter

Auch nach dem 8. Spieltag des chilenischen Torneo de Transición ist Spitzenreiter Unión Española weiterhin ungeschlagen und sogar noch ohne Gegentor. Rekordmeister Colo Colo konnte zuletzt zwei Siege in Folge feiern und befindet sich gemeinsam mit Antofagasta in Schlagdistanz, Universidad de Chile hat das Gewinnen verlernt und Universidad Católica steckt in einer handfesten Krise.

Ein gutes Pferd springt nur so hoch, wie es muss – U. Española auf Arsène Wengers Spuren

In der Premier League Saison 2003/04 beendeten Arsène Wengers Gunners die Spielzeit ungeschlagen auf dem ersten Tabellenplatz und erhielten dafür sogar eine goldene Version der begehrten Premier League Trophäe. 13 Jahre später scheint es, als schicke sich Unión Española an, das Meisterstück zu wiederholen.

Auch am 8. Spieltag des Torneo de Transición bleibt das Team von Martín Palermo unbesiegt. Zwar kamen die Rojos de Santa Laura beim Stadtrivalen Universidad de Chile nicht über ein 0:0 hinaus, allerdings vermochte es auch La U nicht, den Abwehrriegel von Unión Española zu durchbrechen und dem Club aus dem Barrio Independencia somit den ersten Gegentreffer beizubringen.

Da die Hispanos in dieser Spielzeit defensiv extrem kompakt und tief stehen, sind die Begegnungen oftmals kein Augenschmaus, auch die Partie gegen den Vorjahresmeister war hiervon keine Ausnahme. Aber wie besagt bereits eine Weisheit aus dem Basketball: Offense wins games, defense wins championships. Die Leistungen des Tabellenführes lassen offensiv nämlich noch beträchtlichen Raum nach oben. Erst sechs Tore stehen für Unión Española nach acht Spielen zu Buche, ganze dreimal trennte man sich schon 0:0. Ein absolutes Novum in der 84-jährigen Geschichte der chilenischen Liga. Noch nie zuvor hatte der Tabellenletzte, in diesem Fall O’ Higgins, mehr Tore erzielt als der Tabellenführer, nämlich sieben. Da defensiv allerdings weiterhin die Null steht, sind sechs Tore überraschenderweise ausreichend, um mit 18 Zählern die Tabelle anzuführen.

In den kommenden Wochen stehen für Unión Española die richtungsweisenden Partien gegen Colo Colo und Audax Italiano an; letztere stellen dank Goalgetter Bryan Carrasco (sieben Treffer) die beste Offensive der gesamten Liga mit insgesamt 15 Toren. Auch der Branchenprimus Colo Colo hat unter anderem im “Superclásico” unter Beweis gestellt, wozu er offensiv in der Lage ist, sodass die hochgelobte Abwehr der Hispanos auf eine harte Probe gestellt werden dürfte.

Verfolgerduo um Colo Colo und Antofagasta in Lauerstellung

Auf den Plätzen zwei und drei rangieren in Chiles höchster Spielklasse derzeit Antofagasta und Rekordmeister Colo Colo mit 16 bzw. 15 Zählern.

Antofagasta, das Team aus der gleichnamigen Stadt im Norden Chiles, verdankt seinen derzeitigen Höhenflug den Siegen gegen Mannschaften aus den unteren Tabellenregionen. So konnte das Team von Trainer Nicolás Larcamón über CD Palestino (2:1) sowie über Schlusslicht O’Higgins (0:2) triumphieren und auch bei Aufsteiger Curicó Unido (0:1) am vergangenen Wochenende drei Zähler entführen. Außerdem trotzte man Branchenprimus Colo Colo und auch Spitzenreiter Unión Española ein Unentschieden ab, bislang musste Torwart Paulo Garcés erst einmal hinter sich greifen.

Der Sieg am vergangenen Wochenende gegen den Aufsteiger war zwar letztlich glücklich, allerdings nicht minder verdient. Antofagasta ging in der 52. Minute durch einen Foulelfmeter in Person von Flavio Ciampichetti in Führung, der Argentinier wurde zuvor von Curico-Innenverteidiger Francisco Silva zu Fall gebracht. Abgesehen davon war die Partie recht ereignisarm, Antofagasta stand über weite Strecken gut gestaffelt und ließ wenig bis keine Torraumszenen zu, sodass der Auswärtssieg unterm Strich in Ordnung ging.

Nach der nun bevorstehenden Länderspielpause geht es für Los Pumas gegen Vorjahreschampion Universidad de Chile.

Rekordmeister Colo Colo befindet sich derzeit ebenfalls in herausragender Verfassung. Die Los Albos konnten aus den letzten drei Spielen sieben Punkte mitnehmen, vor allem beim 3:0 Heimsieg vor zwei Wochen gegen CD San Luis überzeugte das Team von Pablo Guede restlos. Auch am vergangenen Wochenende konnten die Aficionados des “Eterno Campeón” einen 1:0-Sieg im “kleinen” Stadtderby gegen Universidad Católica bejubeln.

Besonders die Offensivmaschinerie um Altmeister Esteban Paredes, Óscar Opazo & Co. läuft wie ein gut geölter Motor. 14 Mal konnten die Los Albos den Ball im gegnerischen Gehäuse bereits unterbringen, sodass auch die sechs Gegentore kaum ins Gewicht fallen. Werte, die auch Nationaltrainer Pizzi nicht verborgen blieben. Für die bevorstehenden Eliminatorias-Begegnungen gegen Ecuador und Brasilien nominierte der Coach der “La Roja” mit Paredes, Opazo und Valdivia gleich drei Offensivspieler des Rekordmeisters.

Durch das 3-4-1-2 System fällt Colo Colo oftmals gleich mit fünf Angreifern in den gegnerischen Strafraum ein und kann hier Überzahlsituationen erzeugen, die oftmals zum Torerfolg führen. Zwar ist dieses System sehr laufintensiv und geht im Falle eines Konters zu Lasten der dann unterbesetzten Defensive, allerdings ist die Spielphilosophie des 31-maligen Meisters eher darauf ausgerichtet, ein Tor mehr als der Gegner zu erzielen.

Colo Colo ist, wie eigentlich jedes Jahr, ein heißer Anwärter auf den Titel und ist spielerisch durchaus in der Lage, jeden Gegner in der Liga vor immense Probleme zu stellen.

“La U” seit vier Spielen ohne Sieg

Für den Vorjahreschampion Universidad de Chile läuft die Spielzeit bisher grundlegend anders als geplant. Zwar startete “La U” standesgemäß mit drei Siegen aus vier Spielen in die Saison, seit der 4:1 Klatsche am 5. Spieltag im “Superclásico” gegen Erzrivale Colo Colo konnte das Team von Ángel Hoyos nicht mehr gewinnen. Sowohl gegen Schlusslicht O’Higgins als auch gegen Everton Viña reicht es trotz einer ansprechenden Offensivleistung nur zu einem 2:2, am letzten Spieltag kam man auswärts bei Unión Española nicht über ein torloses Unentschieden hinaus. Zwar ist Rang Sechs keine katastrophal schlechte Platzierung, der Anspruch beim amtierenden Meister ist jedoch sicherlich ein Anderer.

Vor allem beim 2:2 gegen O’Higgins wird deutlich, wieso Universidad de Chile in den vergangenen Wochen oftmals mit einer Punktteilung vorlieb nehmen musste. Zwar erarbeitet sich die Mannschaft oft ein deutliches Chancenplus, jedoch befindet man sich was die Chancenverwertung angeht im unteren Drittel der Tabelle, nur 40% der Großchancen führen letztlich zum Torerfolg.

Hinzu kommt, dass sich weder Torwart Johnny Herrera noch der gesamte Abwehrverbund in der bestechenden Form der vergangenen Spielzeit befindet. Bereits 13 Gegentore mussten die Los Leones hinnehmen. Zum Vergleich: Nur CD Palestino (15 Gegentore) und Schlusslicht O’Higgins (16 Gegentore) haben mehr Treffer kassiert als “La U“.

Wenn man im Estadio Nacional die Saison noch halbwegs retten will, müssen die Offensivakteure um Mauricio Pinilla und Fabián Monzón deutlich mehr der teils vorzüglich herausgespielten Chancen verwerten, ansonsten könnte es für “Los Leones” eine Saison zum Vergessen werden.

“Cruzados” in der Krise – Nur ein Sieg aus acht Spielen

Für den dritten “großen” Klub aus Chiles Haupstadt Santiago, Universidad Católica, läuft die Saison bisher absolut miserabel. Nur gegen Aufsteiger Curicó Unido konnte das Team von Coach Mario Salas gewinnen, ansonsten stehen vier Unentschieden und drei Niederlagen für den Klub aus dem Barrio San Carlos de Apoquindo zu Buche.

Die Frage nach den Gründen für die Krise ist leicht zu beantworten. Mit nur fünf Toren in acht Spielen hat “UC” die zweitschlechteste Torausbeute der Liga, außerdem braucht “UC” im Schnitt 16 (!!!) Torschüsse, um ein Tor zu erzielen. In anderen Worten: Nur 6,25% der Chancen nutzt Universidad Católica. Zum Vergleich: Rekordmeister Colo Colo hat durchschnittlich neun Torschüsse im Spiel, woraus im Schnitt zwei Treffer resultieren. Ein Chancenverwertung von fast 25%.

Hinzu kommt, dass Coach Mario Salas es bislang nicht geschafft hat, einen funktionierenden Sturm zu bilden. Nach dem Abgang von Nicolás Castillo Anfang des Jahres fehlt Universidad Católica ein echter Knipser. Weder Jeisson Vargas (ein Tor) noch Routinier Santiago Silva (kein Tor) oder Diego Vallejos (ebenfalls noch torlos) strahlen großartig Gefahr im gegnerischen Strafraum aus. Topscorer mit zwei Toren ist Diego Buonanotte, seines Zeichens eigentlich Mittelfeldspieler.

Universidad Católica muss unbedingt zwingender im Abschluss werden, ansonsten könnte bei aktuell nur zwei Punkten Vorsprung auf den letzten Tabellenplatz das Unvorstellbare, der Abstieg in die Primera B, grausame Realität werden.

Alle Ergebnisse und die Tabelle in Chiles höchster Spielklasse findet ihr hier noch einmal zusammengefasst.