#ComnebolNoMatesLaFiesta
Twitter / @Denis_pyo

#ComnebolNoMatesLaFiesta

„Comnebol mach die Party nicht kaputt“, heißt in etwa der Hashtag, unter dem Fans in Südamerika aktuell ihre Wut gegenüber dem südamerikanischem Verband ausdrücken. Auslöser ist die willkürliche Verteilung von Strafen an Vereine, und wie immer eine gefürchtete „Europäisierung“ des Fußballs.

Seit dem Copa Libertadores Spieltag von dieser Woche gewinnt der Hashtag #ComnebolNoMatesLaFiesta schnell an Popularität. Anlass ist das von der Comnebol neu-verhängte Blockfahnenverbot bei Spielen in der südamerikanischen Königsklasse, da diese bei vergangenen Spielen Werbebanden und Sponsorenschriftzüge überdeckten. Vorgefallen war dies kürzlich bei den Spielen Peñarol gegen Atlético Tucumán (3:1) und im März beim Spiel Cerro Porteño gegen Defensor Sporting (2:1). Cerro wurde bereits zu einer Strafe von 10.000 verurteilt, bei Peñarol wartet man dagegen noch auf das Strafmaß. Alles „gut“ und konsequent könnte man meinen.

Wenn nicht die paraguayischen Fans von Cerro gefallen an den überdimensionalen Fahnen gefunden hätten, und vor drei Tagen beim 0:0 gegen Titelverteidiger Grêmio zur Wiederholungstat angesetzt hätten. Erneut wurde eine eindrucksvolle Blockfahne gezeigt, doch diesmal schien die Comnebol ihre Sichtweise um 180° gewendet zu haben. In einem eigenen Tweet griff sie die tollen Bilder auf und sprach von einer feurigen und farbenprächtigen Party, und dass sich La Nueva Olla (Stadionname: Der neue Topf) sein Galakleid angezogen hätte, um die eigene Mannschaft zu empfangen. Der Tweet sorgte in Uruguay logischerweise für Verwunderung. Die Comnebol hat dazu bisher noch keine Stellungnahme abgegeben.

Aufgrund dieses unglaubwürdigen Verhaltens, und dem ausgesprochenen Verbot, werden zurzeit auf Twitter als Protest hunderte Fotos, mit tollen Choreographien hochgeladen. Zudem fürchten die Fans bei jeder Verbotsmaßnahme des Comnebol – ungefähr genauso verhasst wie die FIFA -, dass ihr geliebter Wettbewerb „europäisisert“ werden soll, d.h. dass es nur noch Sitzplätze in den Stadien geben soll, sowie dass das Finale nicht mehr in Hin- und Rückspiel ausgetragen werden soll.

Auf dass die Party zurückkehrt, in Südamerika lebt man den Fußball auf eine andere Art!

Wie kann man erklären, dass die Comnebol die Bilder, der Party die die Fans auf der Tribüne zur Werbung verwendet, und sie am Ende bestraft?

Das Problem sind nicht die Fahnen, und auch nicht die Bengalos, und auch nicht die Instrumente, das hier passierte in ihrem geliebten Europa @Comenbol. Kopieren wir weiter alles was es in Europa gibt, oder können wir unsere eigene Party haben?