Copa Libertadores 2. Woche: Drei Heimsiege am Donnerstag

Die Nacht von Donnerstag auf Freitag war eine gute für die Heimteams: The Strongest, Independiente und Santos konnten allesamt Siege einfahren. Für Santos und Independiente war es auch eine Revanche nach dem blamablen Auftakt.

13 Spiele seit 1989, 13 Niederlagen: Peñarols Bilanz in der Höhe ist desaströs. Die Uruguayer sind das Spiel in hohen Lagen überhaupt nicht gewohnt, und das merkt man ihnen bei so gut wie allen Spielen an – so auch beim Auftaktmatch der Carboneros in Gruppe 3 bei The Strongest. Das Team von Leo Ramos, das ungewohnt ganz in Gelb gewandt war – schließlich verwenden die Gastgeber ähnliche gelb-schwarze Trikots wie üblicherweise Peñarol – geriet von Beginn an in die Defensive und musste zahlreiche Hereingaben der Tigres abwehren. Ein Abseitstor von Ibargüen (18.) überstand Peñarol dabei noch, doch kurz darauf klingelte es im Kasten von Kevin Dawson: Cárcelen löste sich nach einer Ecke und traf mit einem starken Kopfball zum verdienten 1:0 (20.) – der defensive Matchplan der Gäste war damit dahin. Peñarol schaffte es nicht, auf den Rückstand zu reagieren, und The Strongest um Pablo Escobar und Walter Veizaga kontrollierte das Spiel recht problemlos, ohne selbst große Chancen zu haben. So wurde die Schlussphase nominell noch spannend, ohne ganz große Höhepunkte zu haben. Die beste Ausgleichschance vergaben Cristian Rodríguez und Giovanni González (78.), dann endete das Spiel mit einem durchaus verdienten 1:0-Heimsieg. Peñarol, dem seine Auswärtsschwäche schon letztes Jahr das Weiterkommen kostete, wird sich für ein Weiterkommen deutlich steigern müssen, während The Strongest die notwendigen Punkte in der Höhe von La Paz einfuhr.

Auch Peñarols Landsmänner in Gruppe 6 mussten eine Auswärtsniederlage hinnehmen: Trotz 50-minütiger Überzahl kassierte Nacional eine 1:3-Niederlage bei Santos. Auch hier fiel das 1:0 nach 20 Minuten durch einen Kopfball – Eduardo Sasha verwertete Motas Freistoßflanke. Trotz der Führung zeigten die Gastgeber, die nach der überraschenden Niederlage am ersten Spieltag auf Wiedergutmachung aus waren, kein besonders gutes Spiel, viele Fouls unterbanden jeglichen Spielfluss. Ein Vergehen zu viel leistete sich dabei Santos‘ Stürmer Gabriel Barbosa, der nach einem Foul an Polenta früh die gelb-rote Karte sah (43.). Beide Teams reagierten zur Pause mit Wechseln, wobei Nacional deutlich offensiver wurde – und Räume offen ließ. Das nutzte Rodrygo, der an der Mittellinie startete und mit bemerkenswerter Leichtigkeit zwei Gegenspieler übersprintete, ehe er aus spitzem Winkel den erneut unglücklichen Keeper Conde überwand (48.). Nun überließ Santos Nacional endgültig den Ball, doch die Uruguayer wussten selbst mit dem eingewechselten Tabaré Viúdez wenig damit anzufangen. So war Santos dem 3:0 zunächst sogar näher: Ein umstrittenes Foul am eingewechselten Arthur Gomes wurde mit einem Elfmeter belohnt, doch der Gefoulte scheiterte an Conde (74.). Zehn Minuten später schien sich das zu rächen, denn Nacionals Mittelfeldspieler Christian Oliva – der im jungen Jahr 2018 schon einige Ausrufezeichen gesetzt hat – traf mit einer schönen Direktabnahme zum Anschluss (82.). Doch es war nicht der Tag der uruguayischen Defensive: Nur Sekunden nach Wiederanpfiff zerlegte Alison die unsortierte Abwehr mit einem schönen Steilpass, und Eduardo Sasha traf zum zweiten Mal, diesmal zum entscheidenden 3:1 (83.).

Wie Santos war auch Independiente mit einer überraschenden Auswärtsniederlage in die Copa gestartet. Nach dem 0:1 bei Deportivo Lara standen die Rojos gegen die Millonarios schon unter Zugzwang. Diese hatten Corinthians ein Remis abgetrotzt. Wie in der Copa allgemein üblich, drückten zunächst die Gastgeber gegen eher abwartende Kolumbianer, die jedoch durch Del Valle (7.) die erste Schusschance der Partie hatten. Dann rückte Gästekeeper Wuilker Farinez immer mehr in den Mittelpunkt, weil Independiente um Maxi Meza und Martin Benitez durch ansehliche Kombinationen Druck ausübte. Benitez war es auch, der die meiste Gefahr ausstrahlte, weil die Millonarios den Raum vor dem Sechzehner schlecht kontrollierten: Erst flog sein krachender Abschluss nur knapp über die Latte (20.), dann traf er mit einem präzisen Abschluss ins rechte untere Eck (24.). Die Gäste enttäuschten nicht, hielten gut mit und konnten besonders nach der Einwechslung von Roberto Ovelar Independiente mehrmals ins Schwitzen bringen, waren aber letztendlich nicht konsequent genug. Gleiches ließ sich über Independientes Offensivbemühungen sagen, so dass am Ende ein verdientes 1:0 für die Gastgeber stand, mit dem die Verhältnisse in Gruppe 7 wieder einigermaßen zurecht gerückt sind.