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Copa Libertadores 3. Woche – Boca siegt knapp, Grêmio deutlich

In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag wurden vier Spiele in der Copa Libertadores ausgetragen. Peñarol, Boca und Grêmio konnten ihre Heimspiele gewinnen, während Vasco Cruzeiro ein Remis abrang.

Peñarol – Atlético Tucuman 3:1 (1:0) – Mit Rodríguez zum Sieg

Schon vor Anpfiff beeindruckten Peñarols Fans mit einer riesigen Fahne, die die Hälfte der Tribünen des Estadio Campeón del Siglo bedeckte. Dementsprechend motiviert starteten die Gastgeber, und schnell konnten sie jubeln: Der auffällige Agustín Canobbio wurde im Strafraum gelegt, Kapitän Cristian Rodríguez verwandelte den fälligen Elfmeter (11.). Rodríguez zog auch die Fäden im Mittelfeld der Carboneros, die mit einer nicht unverdienten Führung in die Pause gingen – selbst wenn die Defensive nicht immer gut stand und Tucumáns Gervasio Núñez mit einer direkten Ecke nur an der Latte scheiterte (45.).

Kurz nach der Pause fiel das vermeintlich beruhigende 2:0, allerdings mit reichlich Fortune: Estoyanoffs Freistoß aus der Distanz wurde von Verteidiger Acosta so stark abgefälscht, dass Agustín Batalla im Tor der Gäste keine Chance mehr hatte (50.). Tatsächlich gaben sich die Argentinier jedoch nicht auf, scheiterten einige Male am starken Kevin Dawson und kamen dann durch Luis Miguel Rodríguez‘ Elfmetertor (65.) zum Anschluss. Die offensive Gefährlichkeit bezahlte der Decano jedoch mit Konteranfälligkeit, und Peñarol-Coach Ramos hatte den richtigen Riecher, als er den schnellen Konterstürmer Cristian Palacios einwechselte (77.) – zunächst scheiterte Chorri noch an Batalla (80.), dann umspielte er den Keeper und legte für Linksverteidiger Rojo auf, der den Ball aus wenigen Zentimetern zum 3:1 über die Linie drückte (83.). Es war die Entscheidung und eine große Erleichterung für Peñarol, das wie alle Mannschaften der Gruppe zu Hause unter Siegzwang steht und nun immerhin die ersten drei Punkte einfahren konnte. Tucumán hingegen bleibt punktloser Letzter.

Boca Juniors – Atlético Junior 1:0 (1:0) – Nur Pavón trifft

In Gruppe 8 hatte Boca nach dem enttäuschenden Auftaktremis den Druck, gegen die ambitionierten Kolumbianer von Atlético Junior unbedingt gewinnen zu müssen. Dementsprechend offensiv begannen die Argentinier, die beste Schusschance hatten zunächst jedoch die Gäste in Person von Sebastián Hernández, dessen Rechtsschuss Agustin Rossi um den Pfosten lenkte (17.). Dass die Gastgeber dann doch in Front gingen, war der Klasse von Cristian Pavón zu verdanken: Weit links im Strafraum er den fehlenden Druck der Verteidigung für einen platzierten Abschluss ins lange Eck (27.). Ramon Abila hätte noch vor der Pause erhöhen können, scheiterte jedoch an Viera (40.).

Zu Beginn der zweiten Hälfte schien ein zweiter Treffer nur eine Frage der Zeit – jedoch blieb offen, für wen. Während Boca durch Pavón für einige Unruhe in der kolumbianischen Hintermannschaft sorgte, war auch Junior immer wieder gefährlich – so, als sich Teo Gutiérrez eine sehr gute Chance zum Ausgleich bot. Bocas Intimfeind schoss jedoch am langen Pfosten vorbei (55.). Auch nicht besser machte es Bocas Mittelstürmer Abila, der einen Elfmeter über den Katen setzte (67.). Nicht nur bei dieser Gelegenheit war Boca dem 2:0 näher, aber es blieb beim knappen Heimsieg der Xeneizes, die bei vier Punkten stehen. Das noch punktlose Junior hingegen muss an den nächsten beiden Spieltagen gegen Außenseiter Alianza auf sechs Zähler hoffen, um noch vom Weiterkommen träumen zu dürfen.

Cruzeiro – Vasco 0:0 (0:0) – Zwei Brasilianer unter Druck

Keine Punkte hatte es am ersten Spieltag für die brasilianischen Vertreter Cruzeiro und Vasco in Gruppe 5 gegeben. Dementsprechend wäre ein Sieg für beide Teams wichtig gewesen, doch in Belo Horizonte bleib es beim torlosen Remis, mit dem besonders die Gastgeber unzufrieden sein dürften. Der Ex-Hamburger Thiago Neves, der bei Cruzeiro als falsche Neun auflief, hätte früh die Weichen stellen können (3.), doch seine Großchance blieb ein seltenes Highlight. Etwas gefährlicher schienen dabei sogar die auf Kompaktheit bedachten Gäste. So stellte Paulinhos abgefälschter Rechtschuss (60.) Cruzeiros Keeper Fabio vor echte Probleme. Insgesamt fehlte es beiden Teams aber an Esprit, und etwas überraschend stehen die beiden Klubs mit nur einem Punkt aus zwei Spielen schon früh unter Druck.

Grêmio – Monagas 4:0 (0:0) – Jael bricht den Bann

Titelverteidiger gegen Außenseiter: Die Favoritenrolle war beim Aufeinandertreffen zwischen Grêmio und Monagas klar verteilt. Auf dem Platz spiegelte sich diese Ausgangslage auch wieder, Grêmio war stets im Angriffsmodus und hätte beispielsweise durch Kannemann (13.) den venezolanischen Abwehrriegel auch aufbrechen können. Dennoch wirkte der Tricolor oft unkonzentriert und musste sich sogar bei Keeper Marcelo Grohe bedanken, der gegen Jhonder Cádiz das 0:1 verhinderte (26.).

Zur Pause brachte Renato Gaucho Alisson für Leo Moura – ein entscheidender Wechsel, sorgte der Joker doch für deutlich mehr Schwung und verstand sich insbesondere mit Luan gut. Das 1:0 ließ dann auch nicht lange auf sich warten, als Mittelstürmer Jael eine Cortez-Flanke per Flugkopfball verwertete (51.). Das Tor beruhigte die Nerven der Gastgeber, die wenig später durch Evertons Abstauber (61.) das 2:0 erzielten. Der Rest war Formsache, aber Grêmio wollte noch etwas für die Fans tun: Luan erhöhte per Direktabnahme nach Vorlage des guten Arthur (87.), und Cícero gelang in der Nachspielzeit sogar noch das 4:0. Es war ein standesgemäßes Ergebnis, dank dem Grêmio nun mit vier Zählern auf Platz zwei steht, während das punktlose Monagas sich wohl auf das Ausscheiden vorbereiten muss.