Copa Libertadores
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Copa Libertadores 8. Woche: Grêmio souveräner Gruppensieger-Emelec zieht in die K.O. Phase ein

In der letzten Woche der Gruppenphase der Copa Libertadores geht es mit zwölf Spielen weiter. In der Nacht von Donnerstag auf Freitag fanden sechs Spiele statt. Dabei qualifizierte sich Emelec für das Achtelfinale, Grêmio Porto Alegre zieht souverän als Gruppensieger in die K.O. Phase ein und Estudiantes La Plata muss trotz eines Sieges über Botafogo frühzeitig die Segel streichen. Außerdem verabschiedet sich Deportes Iquique mit einem torlosen Unentschieden aus der Copa Libertadores ebenso wie Atlético Nacional, die zwar über Barcelona SC triumphieren, jedoch als Gruppenletzter die Hauptrunde deutlich verpassen. 

Gruppe 3: River Plate – Ind. Medellín 1:2 (0:0) – Nur Velazco überzeugt bei River

Am letzten Spieltag der Gruppe 3 stand River bereits als Gruppensieger fest. Auch angesichts der Chancen auf den Ligatitel rotierte Coach Marcelo Gallardo daher auf zahlreichen Positionen – unter anderem debütierte Torwart Maxi Velazco. Der Gegner, Independiente Medellín, dagegen musste auf einen Auswärtssieg im Estadio Monumental und einen gleichzeitigen Ausrutscher von Emelec gegen Melgar hoffen, um noch das Achtelfinale erreichen zu können. Rivers Starangreifer Lucas Alario hätte diese Hoffnungen schnell begraben können, doch nach einem Foul an Auzqui scheiterte er per Elfmeter an David González. Es war mit Abstand die größte Chance in einer ansonsten höhepunktarmen ersten Halbzeit.

Über mangelnde Höhepunkte konnten sich die Zuschauer dagegen in der zweiten Halbzeit nicht beklagen – doch es waren die Gäste, die für die meisten Highlights sorgten. Nach 47 Minuten vergab so John Hernández eine Großchance, nachdem Velazco Violas Schuss gerade noch so abwehren konnte. Nur eine Minute später konnte sich Hernández dann doch noch in der Torschützenliste eintragen, als er das schlechte Abwehrverhalten der Millonarios mit einem trockenen Flachschuss ausnutzte. Wenig später hatte Quintero zweimal das 0:2 auf dem Fuß, scheiterte aber jeweils an Rivers Bestem, Debütant Maxi Velazco. Chancenlos war Rivers Torhüter dann nach 55 Minuten bei einem schönen Volleytor von Andrés Mosquera nach einer Ecke. Die Gastgeber machten vorne wie hinten ein schwaches Spiel und hätten auch in der Folge noch weitere Gegentore fangen können. So war der Anschlusstreffer durch Arturo Minas Abstauber nach Driussis Schuss fast noch schmeichelhaft. Den Gruppenersten River wird die Niederlage dennoch nicht weiter belasten, während DIM als Dritter in die Copa Sudamericana absteigt.

Gruppe 3: Emelec – Melgar 3:0 (1:0) – Emelec sichert das Weiterkommen

Im Parallelspiel der Gruppe 3 erledigte Emelec seine Hausaufgaben mit einem souveränen Sieg über Melgar. Die Peruaner, die die diesjährige Copa mit einem Sieg über Emelec begonnen hatten, hatten seitdem vier Niederlagen erlitten und waren also ausgeschieden, stehen aber im heimischen Torneo de Verano im Finale. Dementsprechend hatte das Spiel in Guayaquil für den Dominó nicht höchste Priorität – umso mehr aber für die Gastgeber, die sich mit einem Sieg sicher für das Achtelfinale qualifizieren konnten. Dennoch begann Melgar das Spiel mit einer überraschend souveränen Defensivleistung, die sich aber mehr und mehr in Luft auflöste. Stattdessen machten die Eléctricos Druck – und spätestens nach Carlos Orejuelas Kopfballtor zum 1:0 nach 28 Minuten war klar, dass die Blauen ihr Ziel erreichen würden. Neben der deutlichen technischen Überlegenheit tat hierbei auch der Hexenkessel Estadio George Capwell sein Übriges.

Mit dem Wiederanpfiff brachte Melgar in Emanuel Herrera einen Stürmer, der früher lange für Emelec gespielt hatte und dem Angriff neuen Schwung geben sollte. Tatsächlich inszenierte er einige Angriffe, doch auf der anderen Seite fiel nach 51 Minuten das 2:0 durch Pedro Quiñónez, der einen Fehler der Gäste im Aufbauspiel nutzte. Mit der verdienten und klaren Führung im Rücken war das Team von Alfredo Arias dann zufrieden und konnte nach 80 Minuten sogar auf 3:0 erhöhen – Brayan Angulo behielt im Eins-gegen-Eins die Nerven und traf. Es war der Schlusspunkt in einem über weite Strecken einseitigen Spiel, an dessen Ende sich Emelec für das Achtelfinale qualifizierte, während mit Melgar auch die vierte peruanische Mannschaft frühzeitig die Segel streichen muss.

Gruppe 1: Atlético Nacional – Barcelona 3:1 (2:1) –Barcelona verliert aufgrund von zwei Eigentoren und zieht als Gruppenzweiter ins Achtelfinale der Copa Libertadores ein

Am letzten Spieltag der Gruppe 1 trafen die Hausherren Atlético Nacional im Estadio Atanasio Girardot in Medellín auf den ecuadorianschen  Vertreter Barcelona SC. Sowohl für Atlético Nacional, mit 3 Punkten Gruppenletzter, als auch für Barcelona, die mit 10 Zählern bereits für das Achtelfinale qualifiziert waren, ging es in dieser Begegnung um nichts mehr, sodass sich ein munteres Schaulaufen entwickelte. Hierbei erwischten die Gäste aus Ecuador den besseren Start. Bereits in der 2. Minute versuchte sich Atlético-Torwart Armani an einem Dribbling; Gästestürmer José Ayovi jedoch nahm dem Schlussmann den Ball ab und konnte aus kurzer Distanz nach dieser kuriosen Slapstick-Einlage zum 0:1 für die Gäste einschieben. Die Hausherren fanden nach dem frühen Gegentor allerdings gut in die Partie und kamen in der 18. Spielminute durch Dayro Moreno per Elfmeter zum Ausgleich. Vorausgegangen war ein Foul von Xavier Arreaga an Moreno. Bereits acht Minuten später war es erneut Arreaga, der im Mittelpunkt stand. Eine scharfe Hereingabe von der linken Seite an den Fünfmeterraum versuchte der 22-jährige Innenverteidiger zu klären, jedoch wurde das Spielgerät unhaltbar für Keeper Banguera zum 2:1 für die Hausherren ins eigene Tor abgefälscht. Dies bedeutete zeitgleich den Pausenstand. In Halbzeit Zwei flachte die Partie etwas ab, keines der beiden Teams kam zu zwingenden Chancen. Treffenderweise war es dann ein erneutes Eigentor, das die Partie endgültig entschied. Ein strammer Rechtsschuss von Juan Pablo Nieto wurde von Barcelona-Verteidiger Aimar erneut unhaltbar für Banguera zum 3:1 Endstand abgefälscht. Atlético Nacional verabschiedet sich mit einem Sieg vor heimischer Kulisse aus dem bedeutendsten Klubwettbewerb Südamerikas, während Barcelona SC trotz der Niederlage ins Achtelfinale einzieht.

Gruppe 1: Estudiantes – Botafogo 1:0 (1:0) –Estudiantes La Plata trotz Heimsieg nur Gruppendritter-Botafogo sichert sich Platz 1

Parallel trafen in La Plata die Teams von Estudiantes und Botafogo aufeinander. Schon in der 25. Spielminute fiel das einzige Tor des Tages für Estudiantes. Eine hohe Flanke aus dem Halbfeld verlängerte Mittelfeldspieler Igor Rabello unglücklich, sodass Augusto Solari am zweiten Pfosten goldrichtig stand und nur noch abstauben musste. Estudiantes war das aktivere Team und kam zu einigen aussichtsreichen Gelegenheiten. Kurz nach der Halbzeit vergab Javier Toledo freistehend auf Höhe des Elfmeterpunktes kläglich, in der 58. Minute strich ein Distanzschuss von Juan Sebastian Verón nur knapp am Pfosten vorbei. Letztlich rettet Estudiantes den Sieg aber über die Zeit, aufgrund der zeitgleichen Niederlage Barcelonas behauptet Botafogo trotzdessen Platz 1 in der Gruppe 1. Estudiantes La Plata scheidet aus und zeigt auch in der Copa Libertadores sein Ligagesicht.

Gruppe 8: Grêmio – Zamora 4:0 (3:0) –Grêmio zieht nach Kantersieg souverän als Gruppenerster in die Hauptrunde der Copa Libertadores ein

In der Gruppe 8 war Zamora FC aus Venezuela zu Gast in der brasilianischen Hafenstadt Porto Alegre bei Grêmio. Die Hausherren präsentierten sich in feinster Spiellaune und fertigten die Venezolaner mit 4:0 ab und zogen somit ungefährdet in die Hauptrunde der Copa ein. Bereits in der 23. Minute begann der Torreigen Grêmios. Nach einem sehenswerten “Elástico” durch Pedro Rocha konnte dieser einen unbedrängten Pass an den Fünfmeterraum spielen, dort stand Goalgetter Luan goldrichtig und verwandelte zum 1:0 für die Gastgeber. Nur drei Minuten später erhöhte Grêmio nach einer schönen Kombination über die rechte Seite auf 2:0. Infolge einer erneuten Hereingabe in den Rücken der Abwehr durch Gastón Fernández musste der Ex-Dortmunder Lucas Barrios die Kugel nur noch über die Linie drücken. In der 29. Minute traf Grêmio zum dritten Mal. Mittelfeldmotor Luan verwandelte einen von Ezequiel Filippetto verschuldeten Foulelfmeter cool in die rechte untere Ecke. Mit dem 3:0 gingen die Teams in die Kabine. Nach Wiederanpfiff ließ Grêmio eine Reihe guter Möglichkeiten aus, ehe Pedro Rocha nach einem wunderschönen Pass in die Schnittstelle der Abwehr Torwart Salazar umkurvte und mit seinem Treffer zum 4:0 in der 64. Minute den Schlusspunkt setzte. Grêmio fährt einen ungefährdeten Sieg ein und steht zurecht in der Hauptrunde der Copa Libertadores. Zamora präsentierte sich erschreckend schwach und scheidet leistungsgerecht in der Vorrunde aus.

Gruppe 8: Guaraní – Iquique 0:0 –Guaraní bucht als Gruppenzweiter das Ticket für die K.O. Phase – Iquique mit Vorrundenaus

In der zweiten Begegnung der Gruppe 8 traf Guaraní de Asuncíon auf den chilenischen Vertreter Deportes Iquique. In einer weitestgehend ereignislosen Partie trennten sich die beiden Mannschaften im Estadio Rogelio Livieres torlos. Das Team aus Paraguays Hauptstadt kann somit als Gruppenzweiter mit 11 Punkten hinter Grêmio Porto Alegre die Achtelfinalteilnahme klarmachen. Das Team von Coach Jaime Vera auf der anderen Seite scheidet mit 10 Zählern knapp aus der Copa Libertadores aus.