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Copa Libertadores 8. Woche: Wilstermann im Achtelfinale

In der letzten Woche der Gruppenphase der Copa Libertadores geht es mit zwölf Spielen weiter. In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag fanden zwei Spiele statt. Dabei verloren mit Jorge Wilstermann und Tucumán die beiden Teams, die um Platz zwei kämpften. Letztlich haben die Bolivianer das bessere Ende für sich und stehen im Achtelfinale

Gruppe 5: Peñarol – Jorge Wilstermann 2:0 (2:0) – Ehrenvoller Abschied für Peñarol

Die diesjährige Copa Libertadores-Saison war für den fünffachen Sieger Peñarol mal wieder eine herbe Enttäuschung – schon vor dem letzten Spieltag stand fest, dass die Manyas ihre vermeintlich machbaren Gruppe auf dem letzten Platz beenden würden. Dazu kam, dass das Spiel nach den Tumulten gegen Palmeiras unter Ausschluss aller Fans stattfand. Weit besser war die Stimmung bei Jorge Wilstermann, das zu den Überraschungsteams der Copa zählt und alle drei Heimspiele gewinnen konnte, so dass man auf Platz 2 in den letzten Spieltag ging. Auf dem Platz waren die Kräfteverhältnisse jedoch ganz anders verteilt, auch wenn Morales auf Seiten der Gäste die erste gute Chance hatte. In der Folge übernahmen die Carboneros immer mehr das Kommando und wurden kurz vor der Pause mit einem Doppelschlag belohnt: Erst setzte der starke Youngster Diego Rossi seinen Sturmpartner Junior Arias ein, der den Ball über den herausstürzenden Olivares ins Netz lupfte, dann gelang dem Paraguayer Iván Villalba per Kopf sein erstes Tor für Peñarol.

Nach der Pause versuchte Roberto Mosquera, den Aviadores mit den Einwechslungen von Luis Cabezas und Gilbert Alvarez neuen Schwung einzuhauchen, dazu durften die Bolivianer ab der 51. Minute in Überzahl agieren, nachdem Schiedsrichter Espinoza Peñarols Guzmán Pereira für ein überhartes Einsteigen vom Platz stellte. In der Praxis gelang es Jorge Wilstermann jedoch nicht, wirklich Druck auszuüben. Da im Parallelspiel jedoch früh absehbar war, dass Tucumán den nötigen Sieg nicht schaffen und also in der Tabelle hinter Wilstermann bleiben würde, fehlte es auch an der letzten Entschlossenheit. Schließlich endete das Spiel ohne weitere große Aufreger mit 2:0 – letztlich nur ein kleines Trostpflaster für Peñarol, während die Gäste den überraschenden Einzug ins Achtelfinale feiern konnten. Nur einen Tag nach dem Weiterkommen von The Strongest war dies ein erneutes Ausrufezeichen für den oft belächelten bolivianischen Fußball.

Gruppe 5: Palmeiras – Tucumán 3:1 (1:0) – Zé Roberto macht den Deckel drauf

Im Parallelspiel musste Atlético Tucumán auf einen Ausrutscher von Jorge Wilstermann und einen gleichzeitigen Sieg bei Palmeiras hoffen. Keine leichte Aufgabe, waren die Brasilianer doch der klare Gruppenfavorit. Zudem fehlte der Starstürmer der Tucumanos, Fernando Zampredri, gelbgesperrt. Der Verdao, schon seit dem vierten Spieltag fürs Achtelfinale qualifiziert, begann das Spiel dann auch besser und ging durch Innenverteidiger Yerry Mina in Führung. Der Kolumbianer, der vom FC Barcelona beobachtet wird, erzielte nach einem stark ausgespielten Freistoß schon sein drittes Tor in der laufenden Copa Libertadores. In der Folge zeigte Tucumán jedoch mit frechem und aggressivem Fußball, warum der Decano zu den angenehmen Überraschungen der bisherigen Copa gehört. Mehrmals hatten die Argentinien noch vor der Pause den Ausgleich auf dem Fuß.

Zur Pause gab es gute Neuigkeiten für Tucumán – Jorge Wilstermanns Rückstand in Montevideo hielt den Argentiniern die Option auf den Achtelfinaleinzug offen. Entsprechend motiviert startete der Decano in die zweite Hälfte. Gefährlichster Mann war dabei Luis Rodriguez – ihm wurde erst ein Tor wegen Abseits aberkannt, dann durfte er nach einer Flanke von Fernando Evangelista doch noch jubeln. Unterstützt wurde er bei seinem Treffer von einem Fehler von Keeper Fernando Prass. Palmeiras’ Coach Cuca reagierte direkt auf den Ausgleich, brachte Willian (für den abermals enttäuschenden Miguel Borja) und Fabiano und damit wieder mehr Schwung. Willian war es auch, der nach einem Konter in der 69. Minute das 2:1 erzielte – ein herber Schlag für Tucumán, das nun zwei Tore zum Weiterkommen gebraucht hätte. Dieses Wunder schafften die Argentinier nicht mehr, stattdessen kassierten sie in der Nachspielzeit sogar noch das 3:1 durch den Ex-Bayern Zé Roberto, der eine Flanke von Tché-Tché volley in die Maschen drosch. Damit ist der 42-jährige der älteste Spieler, dem je ein Tor in der Copa Libertadores gelang. Mit dem Heimsieg sicherte sich Palmeiras zudem den letztlich ungefährdeten Gruppensieg, während Tucumán als Dritter in die Copa Sudamericana absteigt, aber auf die eigenen Auftritte in seiner ersten Copa-Libertadores-Saison überhaupt sehr stolz sein kann.