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Copa Libertadores Viertelfinale: 8:0! Unglaubliche “Remontada” von River Plate

In der Nacht von Donnerstag auf Freitag standen zwei Rückspiele des Viertelfinales der Copa Libertadores auf dem Plan. Dabei waren drei argentinische Teams im Einsatz. Lanús konnte die Hypothek der 0:2-Niederlage aus dem Hinspiel gegen San Lorenzo wettmachen und setzte sich gegen “El Ciclon” nach Elfmeterschießen durch. River Plate gelang eine sensationelle Aufholjagd – mit sage und schreibe 8:0 setzte man sich gegen Wilstermann durch. Überragender Mann auf dem Platz war Ignacio Scocco mit seinem Fünferpack.

River Plate – Jorge Wilstermann 8:0 (4:0) – Magischer Abend im Monumental

Fünf Tore von Ignacio Scocco, eine historische “Remontada” samt Schützenfest, das Ticket fürs Copa Libertadores Halbfinale und pure Ekstase im legendären Monumental. Das alles bedeutete das 8:0 von River Plate gegen Jorge Wilstermann, die eigentlich gar nicht wirklich auf dem Feld standen.

Das bolivianische Team, die Überraschungsmannschaft des Wettbewerbs, reiste durchaus selbstbewusst in die argentinische Hauptstadt. Nach dem 3:0 daheim auf 2.558 Metern über dem Meeresspiegel in Cochabamba hatte man sich große Hoffnungen auf den Einzug ins Halbfinale gemacht. Doch ein überragendes River Plate ließ den heillos überforderten Gäste nicht den Hauch einer Chance. Nach nicht einmal 19 Minuten hatten “El Milo” das Hinspielergebnis bereits egalisiert.

Dafür sorgte ganz alleine Ignacio Scocco, Neuzugang von den Newell’s Old Boys. Der 32-jährige setzte sich dank Schnelligkeit und Beinschuss gegen die Wilstermann-Abwehr durch, ließ auch Torwart Raúl Olivares aussteigen und gab den Auftakt zum Schützenfest (8.). In der 13. und 19. Minute legte Scocco jeweils nach. Vor allem beim 3:0 machte der bolivianische Torhüter keine gute Figur, als er den Schuss aus sehr spitzen Winkel ins lange Eck passieren ließ. Das Hinspielergebnis war also bereits nach 19 Minuten pulverisiert. Nach diesem Raketenstart schalteten die Mannen von Gallardo erst einmal einen Gang zurück und kontrollierte das Spielgeschehen. So dauerte es bis zur 35. Minute, als der Dreifachtorschütze auf Enzo Pérez durchsteckte, der zum 4:0 einschoss, das “Los Millonarios” zum Halbfinaleinzug gereicht hätte.

Wer gedacht hätte, River würde den Vorsprung nun verwalten, sah sich bereits nach einer gespielten Minute in der zweiten Halbzeit getäuscht: Scocco nach Vorarbeit von Auzqui sorgte mit seinem vierten Tor für die sichere Qualifikation fürs Halbfinale. Wilstermann zeigte keinerlei Reaktion und gab sich beinahe widerstandslos in sein Schicksal. Nacho Fernández (53.) und Scocco zum fünften (58.) schraubten das Ergebnis auf 7:0. Den Schlusspunkt und das schönste Tor des Tages erzielte dann Enzo Pérez: Der im Juli von Valencia nach Nuñez gewechselte Mittelfeldveteran startete vom eigenen Strafraum einen Sololauf und traf zum 8:0 (66.).

Bis zum Schlusspfiff des chilenischen Schiedsrichters Julio Bascuñán sollten sich die Hausherren genügsam zeigen, die nun nach dem vierten Copa Libertadores Titel nach 1986, 1996 und 2015 streben. Jorge Wilstermann vergab dagegen einen historische Gelegenheit und wird sich jetzt auf den Titel in der bolivianischen Liga konzentrieren müssen, wo man die Meisterschaft anführt.

Lanús – San Lorenzo 4:3 n.E. (2:0/2:0) – Die Elfer-Lotterie entscheidet in La Fortaleza

“El Granate” hat es geschafft das Hinspielergebnis auszugleichen und ist nach Elfmeterschießen ins Halbfinale eingezogen. Held des Abends war dabei Torhüter Andrada, der gegen Caruzzo und Blandi hielt.

Nach dem 2:0 im Hinspiel im heimischen “El Nuevo Gasómetro” ging San Lorenzo favorisiert ins Spiel bei Lanús. Doch ähnlich wie bei River Plate sollten auch in La Fortaleza die Gastgeber das Hinspielergebnis schnell egalisieren.

Lanús begann die Partie mit viel Schwung und initiierte immer wieder Angriffe über den schnellen Lautaro Acosta und Alejandro Silva. Vereinsidol Pepe Sand sorgte dann bereits nach elf Minuten für das 1:0 der Hausherren, ehe Pasquini nur fünf Minuten später per Kopf zum 2:0 traf. Das Team von Jorge Almirón war damit auf Kurs Elfmeterschießen. Ein Tor der Gäste aus San Lorenzo hätte allerdings genügt und man hätte zwei Treffer erzielen müssen. Sand und Belluschi vergaben für beide Seiten vielversprechende Chancen.

In der zweiten Halbzeit waren beide Teams darauf bedacht kein Gegentor zu kassieren. Daher ergab sich ein ausgeglichenes Spiel, das schließlich ins Elfmeterschießen mündete. Dort trafen Alejandro Silva, Pasquini, Braghieri und Lautaro Acosta für die Gastgeber, während Belluschi, Gonzalo Rodríguez und Botta für die Gäste trafen. Lanús-Keeper Andrada entschärfte die Schüsse von Caruzzo und Blandi und machte sich somit zum Held des Abends.

Lanús qualifizierte sich damit zum ersten mal in seiner Geschichte für das Halbfinale der Copa Libertadores, während San Lorenzo die Hoffnungen auf den zweiten Titel nach 2014 begraben muss.

Die Halbfinalpartien finden am 25. und 26. Oktober sowie am 1. und 2. November statt:

River Plate – Lanús

Barcelona SC – Grêmio Porto Alegre