Libertadores

Copa Libertadores: Argentinisches Finale mit “kolumbianischen Flair”

Am Samstag findet das Hinspiel des Copa Libertadores-Finales statt. Mit River Plate und Boca Juniors treffen wohl die zwei größten Erzrivalen Südamerikas aufeinander. Auch wenn “El Superclasico” ein rein argentinisches Duell ist, hat diese Paarung einen ziemlich kolumbianischen Geschmack.

Mit Wilmar Barrios, Edwin Cardona, Sebastian Villa (alle Boca Juniors), Santos Borre und Juan Quintero (beide River Plate) könnten ganze fünf Kolumbianer zum Einsatz kommen. Mit dem schwer verletzten Frank Fabra (Boca Juniors) wären es sogar sechs. Dass die fünf Spieler in ihren Klubs prägende Rollen inne haben, zeigen vor allem die letzten Libertadores-Spiele. Bis auf Cardona gehörten die vier Akteure im Halbfinale zum Stammpersonal.

Kolumbianischer “Spielerboom” in Argentinien

Bei dem argentinischen Meister sticht vor allem Barrios heraus. Der 25-Jährige zählte während der Meisterschaft zu einem der wichtigsten Akteure. Sein Spielstil erinnert ziemlich an N´Golo Kante. Wie beim Franzosen sind seine Stärken die Balleroberungen und der Kampfgeist. Diese Spielweise hat den heimischen Fans zuletzt ziemlich imponiert. Auch aufgrund seiner kolumbianischen Herkunft sehen in Barrios viele Boca-Fans Mauricio “Chicho” Serna. Zwischen 1997 und 2002 war der 50-Jährige ein ähnlicher Leader, wie es heute Barrios ist. Ob der Mittelfeldmotor auch nach der Saison gehalten werden kann ist noch fraglich. Nach einer starken Weltmeisterschaft hat er letztlich auch den europäischen Markt auf sich aufmerksam gemacht.

Im Aufwind ist derzeit auch Sebastian Villa. Der schnelle Außenstürmer bereitete im Halbfinale den wichtigen Augleichstreffer bei Palmeiras vor. Trickreich und viel Tempo sind die passenden Attribute für seine Spielart. Knapp zwei Millionen überwiesen die “Xeneizes” an Deportes Tolima, um sich die Dienste des Dribblers zu sichern. Mit 22 Jahren könnte Villa den Argentiniern demnächst viel Geld einbringen.

Nicht besonders glücklich waren die letzten Auftritte von Cardona. Im Rückspiel des Halbfinales wurde der Spielmacher nicht einmal nominiert. Viele Medien spekulieren schon über einen Abschied im Winter. Ein Einsatz in den Finalspielen wird der Kolumbianer wohl nur über eine Einwechslung schaffen.

Borré und Quintero endlich angekommen

Mit großer Sicherheit in der erneuten Auflage des “Superclasico” spielen werden Borre und Quintero auf Seiten von River. Vor allem Quintero sorgte in letzter Zeit für großes Aufsehen in Argentinien. Nach einer starken WM kam er für die Argentinier öfter zum Einsatz und zahlte das Vertrauen prompt zurück. Besonders die große Übersicht und die herausragenden Technik machen ihn zu einem Schlüsselspieler im Team von Marcelo Gallardo. Wenn er so weitermacht wie bisher, dann führt sein Weg wohl irgendwann wieder zurück nach Europa. Wieder ins Rampenlicht spielte sich zuletzt auch Borre. Nach Anfangsschwierigkeiten zählt der Stürmer zum Stammpersonal von River. In der Endrunde der Libertadores gelangen dem fleißigen Angreifer sogar drei Tore.