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Die große Copa Libertadores Vorschau für die Gruppen 1 – 4

Einleitung & Gruppe 1

Der wichtigste Cup-Wettbewerb Südamerikas steht in den Startlöchern. Die Copa Libertadores wird auch dieses Jahr von Februar (Start der Qualifikation) bis November ausgetragen. Der Sieger qualifiziert sich für die FIFA-Klub-Weltmeisterschaft und für die kommende Copa Libertadores. Insgesamt nehmen 32 Mannschaften aufgeteilt in acht Gruppen an der Hauptrunde teil. Chefutbol nimmt die teilnehmenden Teams etwas genauer unter die Lupe und stellt deren aktuelle Situation sowie ihre Chancen im Wettbewerb vor.

Grêmio Porto Alegre (Brasilien) – Kann Grêmio den Vorjahrestriumph wiederholen?

Der Verein: Grêmio Porto Alegre ist ein Verein aus der brasilianischen Hafenstadt Porto Alegre im Bundesstaat Rio Grande do Sul. Im letzten Jahr konnten sich die Brasilianer in einem packenden Finale gegen CA Lanús aus Argentinien durchsetzen und den wichtigsten Titel im südamerikanischen Klubfußball gewinnen. Auch in der Recopa Sudamericana triumphierte Grêmio zuletzt über CA Independiente, sodass der brasilianische Verein nicht nur in der eigenen Liga sondern auf dem gesamten südamerikanischen Kontinent zu den aktuell stärksten Teams gehört. Die Heimspiele tragen die Brasilianer in der Arena do Grêmio aus.

Die Mannschaft: Mit einem Marktwert von ca. 77,5 Mio. € spiegelt sich Klasse des zweimaligen brasilianischen Meisters auch finanziell wieder. Zwar hat der heimische Campeonato do Brasil aktuell noch Zäsur, voll im Saft steht das Team von Coach Renato Gaúcho allemal. Nach zwei jeweils schwierigen Finalspiels gegen CA Independiente setzte sich Grêmio im Elfmeterschießen der Recopa Sudamericana durch und ist somit aktuell sowohl amtierender Libertadores als auch Recopa Champion. Das von Kapitän Maicon angeführte Team ist in der Breite gut aufgestellt und auf nahezu allen Position doppelt besetzt. Doch nicht nur quantitativ ist Grêmio herausragend besetzt. Spieler wie Luan oder auch der aus der Bundesliga bekannte Lucas Barrios sowie die Youngster Arthur, der mutmaßlich zum FC Barcelona wechseln wird, sowie Außenstürmer Everton machen regelmäßig sowohl auf nationalem als auch internationalem Level regelmäßig den Unterschied aus. Nach dem Vorjahrestriumph und dem Sieg in der Recopa dürfte es für den Klub aus Porto Alegre der Anspruch sein, die Erfolge aus dem Vorjahr zu wiederholen, wenn auch hinter vorgehaltener Hand.

Transfers: Auf dem Transfermarkt hat Grêmio bislang wenig von sich Reden gemacht. Einige vielversprechende Youngsters wie Lincoln, Iago oder Beto da Silva wechselten auf Leihbasis den Verein um Spielpraxis zu sammeln, bis auf Maicosuel, der bis Ende des Jahres vom FC Sao Paulo ausgeliehen wurde, liest sich die Liste der Neuzugänge noch recht kurz. Da Grêmio bislang aber auch keinen Leistungsträger aus dem Vorjahr abgeben musste, besteht hierbei auch nicht zwingend Handlungsbedarf. Jedoch steht der Transfers des Mittelfeldjuwels Arthur zum FC Barcelona kurz vor dem Abschluss, die Katalanen zahlen für 60% der Transferrechte wohl 25 Mio. € an Grêmio. Jeweils 7,5 Mio. € gehen an Berater und die Familie des Spielers, sodass die Blaugrana ein 40 Mio. € Paket für den brasilianischen Nationalspieler schnürt. Vollzogen wird der Wechsel allerdings erst im Januar 2019. Im Falle des wahrscheinlichen Abganges dürfte Grêmio noch einmal auf dem Transfermarkt aktiv werden, um vielleicht frühzeitig einen Nachfolger zu verpflichten und ins Team zu integrieren. Abgesehen von diesem notwendigen reaktionären Transfer besteht für Trainer Gaúcho nicht zwingend Handlungsbedarf, getreu der Losung “Never change a winning team”.

Schlüsselspieler: Absoluter Dreh- und Angelpunkt im Spiel Grêmios dürfte auch in diesem Jahr Starstürmer Luan sein. Der 24- jährige brasilianische Nationalspieler netzte allein in der Libertadores im letzten Jahr acht Mal an, unter Anderem im wichtigten Finalrückspiel gegen Lanús. Doch auch in der Liga kam der wendige Angreifer, dessen Marktwert auf 20 Mio. € taxiert wird, auf sieben Treffer und sechs Assists. Luan ist schnell im Antritt, verfügt über eine hohe Endgeschwindigkeit und ist neben seiner technischen Versiertheit noch dribbel- und abschlussstark. Ein Stürmer mit dem Prädikat kompletter Angreifer.

Im zentralen Mittelfeld zieht Routinier Maicon die Fäden. Der Kapitän Grêmios steht für ein unaufgeregtes, jedoch solides und passsicheres Aufbauspiel sowie ein gutes Zweikampfverhalten, sodass er trotz seiner 33 Jahre aus der Startelf selten wegzudenken ist.

Mit Torwart Marcelo Grohe hat Grêmio zusätzlich einen fantastischen Rückhalt zwischen den Pfosten, der 31-jährige Brasilianer, der ebenfalls die deutsche Staatsbürgerschaft besitzt, war mitverantwortlich für den Erfolg Grêmios in der letztjährigen Copa. Mit spektakulären Paraden hielt er sein Team ein ums andere Mal im Spiel, sodass er auch in diesem Jahr für seine Mannschaft von immenser Bedeutung sein dürfte.

Der Trainer: Coach des brasilianischen Erfolgsteams ist der 55-jährige Renato Gaúcho. Als Spieler unter Anderem für den AS Rom und Flamengo aktiv, setzt Gaúcho bevorzugt auf ein 4-2-3-1 mit einem klassischen “Zehner”, zuletzt übernahm diese Rolle Cícero. Als Trainer ist Gaúcho bereits viel herumgekommen, neben Fluminense, Vasco da Gama und Paranaense ist es aktuell seine dritte Amtszeit als Trainer von Grêmio. Zusätzlich zur Copa Libertadores im letzten Jahr konnte Gaúcho bereits den brasilianischen Pokal und die Recopa Sudamericana gewinnen.

Die Chefutbol-Prognose: Auch in diesem Jahr wird Grêmio Porto Alegre wieder ein Wörtchen mitreden, wenn es darum geht, wer am Ende des Wettbewerbs die begehrte Trophäe mit nachhause nimmt. Da der Verein bislang von einem größeren Aderlass verschont geblieben ist, dürfte Grêmio in der Gruppe mit Cerro Porteno, Defensor und Monagas gute Chancen auf den Gruppensieg haben, da sich die Copa Libertadores allerdings über das “große” Sommertransferfenster in Europa erstreckt, könnte ein erfolgreiches Abschneiden in der Gruppenphase den ein oder anderen Transfer zur Folge haben. Nichtsdestotrotz ist Grêmio für den wichtigsten Klubwettbewerb auf dem südamerikanischen Kontinent gut aufgestellt und zählt in jedem Fall zum erweiterten Favoritenkreis auf den Titel.

Cerro Porteño (Paraguay) – Das neue Stadion als Motivation

Der Verein: Cerro Porteño ist mit Erzrivale Olimpia einer der beiden Grandes von Paraguay – vielen Titeln und einer großen Fangemeinde sei Dank. Der Verein aus dem Barrio Obrero von Asunción qualifizierte sich dank der Clausura-Meisterschaft im Dezember 2017 für die Copa Libertadores. Dort ist der Ciclón mit nunmehr 39 Teilnahmen ohnehin ein regelmäßiger Gast. Für den großen Wurf reichte es noch nie, doch im Estadio General Pablo Rojas, auch als La Olla bekannt, heizen die Fans der Azulgrana jedem Gegner kräftig ein. Und die Hinchada verbindet einiges mit dem Stadion: Bei der Runderneuerung, die 2017 abgeschlossen wurde, halfen sie mit bloßen Händen kräftig mit. Und so ist die Hoffnung von Cerro Porteño, dass sich die Mühe gelohnt hat und der Verein 2018 für Furore sorgen kann. Das unruhige Vereinsumfeld ist dabei nicht immer hilfreich.

Die Mannschaft: Cerro verfügt über eine relativ erfahrene Mannschaft mit gleich fünf Uruguayern – auch wenn Innenverteidiger Mauricio Victorino wegen einer positiven Dopingprobe noch gesperrt ist. Besonders auf das Sturmduo Diego Churín und Alfio Oviedo muss jeder Gegner Acht geben – die beiden haben den früheren Bundesligastürmer Nelson Valdez auf die Tribüne verdrängt. Auf der anderen Seite des Feldes strahlt der paraguayische Nationalkeeper Anthony Silva Ruhe und Sicherheit aus.

Transfers: Mit dem aufregenden Dribbler Josué Colman verlor Cerro Porteño eines seiner größten Talente, auch wenn Colmáns Scorerbilanz noch ausbaufähig war. Ansonsten konnten bis auf den Sechser Marcos Riveros alle Stammspieler des Meisterteams gehalten werden. Die Neuzugänge, von denen Linksverteidiger Marco Acosta, Achter Marcelo Palau und Zehner Marcel Novick über viel internationale Erfahrung verfügen, haben es samt und sonders bislang nicht in die Startformation geschafft.

Schlüsselspieler: Anthony Silva ist aktuell die Nummer 1 im Tor der paraguayischen Nationalmannschaft und ein wichtiger Rückhalt im Team des Ciclón. Mit seinen Reflexen, seiner Ausstahlung und seinem modernen Torwartspiel sticht er in der nicht immer sattelfesten Defensive hervor. Er dürfte auch in der Copa einiges zu tun bekommen. Immerhin: Er hat beste Referenzen – 2017 parierte er im Länderspiel den Elfmeter eines gewissen Neymar. Cerros bester Mann in der Offensive ist der Mittelstürmer Diego Churín. Der wuchtige Argentinier traf in 21 Spielen für den Ciclón 14-mal.

Der Trainer: Kurz vor Beginn der Apertura 2018 warf der Meistertrainer Leonel Álvarez hin. Den etwas exzentrischen Kolumbianer hatte zahlreiche Reibereien mit der Klubführung entnervt, unter anderem wurden Neuverpflichtungen über seinen Kopf hinweg getätigt. Er wurde durch den 37-jährigen Argentinier Luis Zubeldía ersetzt. Zubeldía, der schon mit 28 Jahren seine erste Cheftrainerposition bei Lanús antrat, ist als fleißiger Arbeiter und Charakterkopf bekannt und hat für sein Alter in Argentinien, Ecuador, Mexiko, Kolumbien, Spanien schon viele Erfahrungen sammeln können – bei seinem ersten Amt in Paraguay hat er sich allerdings nicht den unkompliziertesten Job ausgesucht. Doch an Selbstvertrauen fehlt es Zubeldía nicht, und so soll in der Copa mindestens das Achtelfinale her.

Die Chefutbol-Prognose: Grêmio ist außer Reichweite, Monagas muss geschlagen werden. Im Duell mit Defensor um Platz zwei sind die Paraguayer auf Grund der größeren Erfahrung und wesentlich mehr finanziellen Mitteln leicht favorisiert, dürfen aber keine Sekunde unachtsam werden, sonst droht das Aus. Für mehr als das Achtelfinale fehlt es an Klasse und dauerhaften Strukturen.

Defensor Sporting (Uruguay) – Talente und Haudegen

Defensor

Der Verein: Defensor ist keiner der großen Vereine Uruguays, hat sich aber im neuen Jahrtausend mit überragender Jugendarbeit einen Namen gemacht. Auch aktuell stammen nur acht Kaderspieler nicht aus der eigenen Jugendschmiede im Viertel Punta Carretas, und nur sieben Spieler sind älter als 25. Das Jugendkonzept geht häufig auf, sechs Halbserientitel konnte man in den letzten elf Jahren holen, 2014 schaffte es der Verein sensationell bis ins Halbfinale der Copa Libertadores. 2017 schien Defensor gar lange auf den Titel zuzusteuern, doch letztlich scheiterte man dramatisch an Peñarol. Dabei lastet wenig Druck auf der Mannschaft, die Maßgabe lautet regelmäßig nur, die Qualifikation für einen internationalen Wettbewerb zu erzielen. So kann man auch die Copa Libertadores 2018 ganz relaxed angehen.

Die Mannschaft: Der Kader besteht aus einer sinnvollen Kombination von Jungspunden und erfahrenen Anführern wie Nicolás Correa, Mathías Cardacio oder Guillermo Reyes. Allerdings fehlt es dabei oft an der nötigen Breite im Kader, wie man 2017 schmerzhaft erfahren musste. Viele Youngster haben wenig Erfahrung auf internationalem Terrain, aber alle Anlagen für den Durchbruch. Spieler wie der extrem torgefährliche Flügelspieler Ayrton Cougo, Rechtsaußen Facundo Castro und Außenverteidiger Mathías Suárez stehen schon auf dem Zettel aller Scouts. Dabei können sich die jungen Spieler auch auf das taktisch sehr stabile Gerüst von Coach Eduardo Acevedo verlassen, das manch individuelle Schwäche kompensieren kann. Für Hurrafußball steht Defensor daher trotz der technischen Klasse der Spieler eher nicht.

Transfers: Es schmerzt der Abgang von Kapitän Andrés Lamas, einem der wichtigsten Führungsspieler des Kaders. Für ihn verpflichtete man Ernesto Goñí. Bei Gonzalo Carneiro, einem herausragenden Sturmtalent, ist die Situation dagegen verfahren: Ein Wechsel zu Grêmio scheiterte in letzter Sekunde, doch Verein und Spieler sind zerstritten. Unwahrscheinlich, dass der begabte Angreifer diese Runde seine Stiefel für Defensor schnüren wird. Ersetzt wird er durch den physisch starken Argentinier Germán Rivero, der sich mit zwei Toren in den ersten drei Spielen gut einfügte. Rechtsverteidiger Emilio Zeballos dürfte ebenfalls eine gute Rolle spielen, alle weiteren Transfers betreffen Ergänzungsspieler.

Schlüsselspieler: Defensor hat eine ausgeglichene Mannschaft, in der alle Spieler auf gutem Niveau agieren. Zu den wichtigsten Akteuren gehört der zentrale Mittelfeldspieler Mathías Cardacio, der im Ausland bei mehreren Klubs – unter anderem dem AC Mailand – sein Glück nicht fand, bei Defensor aber wie die Faust aufs Auge passt: Wie schon zwischen 2013 und 2015 prägt Rückkehrer Cardacio das Spiel mit seinen unermüdlichen Balleroberungen und seinen guten Pässen. Allerdings übertreibt er es oft mit der Aggressivität, sah 2017 dreimal gelb-rot. Neben Cardacio ist auch der rustikale Innenverteidiger Nicolás Correa ein ganz wichtiger Mann.

Der Trainer: Eduardo Acevedo führte vor Defensor auch Cerro und Nacional in die Copa Libertadores. Der 58-jährige steht für geordneten, aber auch technisch ambitionierten Fußball und hat schon einigen Talenten zum Durchbruch verholfen. Seine kultivierte Art außerhalb des Platzes kontrastiert mit häufigen emotionalen Ausbrüchen – die allerdings von seinem Bruder und Co-Trainer Alberto noch deutlich übertroffen werden. Für Unterhaltung an der Seitenlinie dürfte also gesorgt sein.

Die Chefutbol-Prognose: Defensor hat international schon öfter für Aufsehen gesorgt und scheint auch dieses Mal gut gerüstet: Unter Acevedos Anleitung und mit einer eingespielten Mischung aus Talenten und Erfahrenen sind die Tuertos für jeden Gegner unangenehm zu bespielen und dürften auf Augenhöhe um den Einzug ins Achtelfinale kämpfen. Für den ganz großen Wurf wird es jedoch an der nötigen Breite fehlen.

Monagas (Venezuela) – Reichen Kampf und Teamspirit?

Monagas

Der Verein: Der Monagas Sport Club machte sich ein völlig unerwartetes Geschenk zu seinem dreissigjährigen Bestehen. Ohne Ansage gewann die Mannschaft aus Maturin, einer 500’000-Einwohnerstadt im Osten des Landes, die erste Saisonhälfte Apertura 2017. In den Jahren zuvor dümpelte Monagas jeweils zwischen Tabellenmittelfeld und -ende, stieg 2013 gar in die zweite Liga ab. Der Wiederaufstieg folgte zwei Jahre später. Der erstmalige Titelgewinn wurde erst möglich, nachdem die Bundesstaatsregierung von Monagas ein grosses Aktienpaket des Vereins verkaufte und der Einstieg von privaten Geldgeber möglich wurde. Ruhe kehrte, der Verein rief eine “Neue Ära” aus und wurde professioneller organisiert. Der Erfolg liess nicht lange auf sich warten. Doch der Apertura-Titel sollte nicht die grösste Überraschung bleiben: Mitte Dezember krönten sich die “Krieger vom Guarapiche” zum Campeon 2017, nachdem Favorit und Clausura-Sieger Lara im grossen Finale besiegt wurde. Es ist der erste Meistertitel, dank welchem auch die Premiere in der Copa Libertadores möglich geworden ist. Internationale Erfahrung hat der Club bei drei Teilnahmen an der Copa Sudamericana (2002, 2003, 2012) gesammelt. Interessantes Detail: mit dem Estadio Monumental de Maturin (52’000 Zuschauer) verfügt Monagas über das grösste Stadion im Land.

Die Mannschaft: Das Meisterteam setzte sich vor allem aus Spielern zusammen, die in anderen venezolanischen Teams überzählig waren. Mehrere von ihnen liefen auf Leihbasis bei Monagas auf. Nach dem positiven Auftritt kehren viele von ihnen wieder zu ihrem Verein zurück, unter anderem Stammspieler Daniel Febles. Das Mannschaftsgefüge ist wohl etwas aus den Fugen geraten und die während der Saison entstandene spezielle Siegesdynamik dürfte weg sein. Hinzu kommt, dass der Torgarant Anthony Blondell (24 Tore) den Verein ebenfalls verlassen hat. Damit der Trainer den bevorzugten Angriffsfussball weiterspielen kann, wurden fünf neue Stürmern verpflichtet. Auf ihnen ruhen die Hoffnungen der Fans.

Transfers: Nicht weniger als vier Spieler verliessen den Verein in Richtung Deportiva Tachira. Der gewichtigste Abgang ist jedoch derjenige von Torschützenkönig Anthony Blondell, der in die MSL zu den Vancouver Whitecaps wechselte. Die Frage stellt sich, ob einer der neuen Stürmer in seine Fussstapfen treten kann und neben Rückkehrer Luis Gonzalez für Tore sorgen wird: von den Sport Boys (Bolivien) kam der Argentinier Juan Vogliotti, aus Kolumbien Cristian Fernandes und Dany Cure und von Deportivo Anzoategui Ruben Rojas.

Schlüsselspieler: Knüpft Luis “Cariaco” González an seine Leistung während der Apertura an, ist er die wichtige Nummer 10 von Monagas: als Vorbereiter und Vollstrecker. Er kehrt nach 6 Monaten beim FC Dallas in der MSL zu den Venezolanern zurück. Weitere Leistungsträger, denen neue Verträge angeboten wurden, sind die argentinischen Verteidiger Joaquín Lencinas und Lucas Trejo sowie der kolumbianische Flügelspieler Dager Palacios.

Der Trainer: Als der Verein 2016 die “Neue Ära” ausrief, wurde Jhonny Ferreira an Bord geholt. In erster Linie war es seine Aufgabe, Monagas aus der Abstiegszone zu führen. Nur knapp ein Jahr später feierte der Club seinen ersten Meistertitel. Aus einem Haufen neuer Spieler (15 Neuzuzüge) formte der noch junge Trainer Ferreira (40) in harter Arbeit eine Einheit und später gar eine Meistermannschaft.

Die Chefutbol Prognose: Der Libertadores-Neuling Monagas hat in seiner Rolle als Aussenseiter nichts zu verlieren. Die Saison 2017 in der heimischen Liga hat gezeigt, dass auch vermeintlich übermächtige Gegner besiegt werden können – mit Kampf und Teamspirit. Doch die Qualität ist nicht ausreichend. Das Überstehen der Gruppenphase wäre eine Sensation.