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Die große Copa Libertadores Vorschau für die Gruppen 1 – 4

Gruppe 2

Atlético Nacional (Kolumbien) – Zurück zu alter Stärke?

Der Verein: 2016 gewann Atletico Nacional die Copa Libertadores. Im letzten Jahr war bereits nach der Vorrunde Schluss, weshalb Medellin in dieser Libertadores-Ausgabe wieder oben angreifen möchte. Mit insgesamt 16 Meistertiteln ist der Verein der Rekordmeister Kolumbiens. Auch international gelangen bisher zwei Titel in der Libertadores. Der Klub besitzt eine große Fangemeinschaft in Kolumbien, aber auch allgemein in Südamerika. Vor allem in Heimspielen ist die große „hinchada“ von Medellin zu sehen, in Form von tollen Choreos oder auch Gesängen.

Die Mannschaft: Über die bisherige Saison der „Paisas“ lässt sich noch nicht viel sagen. Aus fünf Ligaspielen konnte man zehn Punkte holen, wodurch Nacional momentan auf Platz zwei steht. Obwohl diese Ausbeute auf den ersten Blick nicht schlecht ausschaut, sind die Fans noch nicht ganz zufrieden. Unter dem neuen Trainer Almiron, der von Lanus kam, wurden bereits zahlreiche Spieler getestet. Von Spiel zu Spiel gab es immer wieder Änderungen, wodurch sich erkennen ließ, dass der Argentinier seine Stammelf noch nicht gefunden hat. Mit dem breiten Kader wird der 46-jährige noch eine gewisse Zeit brauchen, um die perfekte Formation zu finden.

Transfers: In dieser Transferperiode fand ein großer Umbruch statt. Die Verantwortlichen von Medellin ließen sich viel Zeit, um die passenden Neuzugänge zu holen. Nachdem die zahlreichen kolumbianischen Konkurrenten ihre Transfers recht recht früh verkündeten, dauerte es lange bis Nacional mit dem Umbruch begann. Mit Diego Braghieri und Fernando Monetti konnte man zwei Stützen des letztjährigen Libertadores-Finalisten Lanus verpflichten. Der 31-jährige Braghieri soll der Mannschaft in der Innenverteidigung weiterhelfen und vor allem Kapitän Alexis Henriquez mehr Verschnaufpausen ermöglichen. Monetti wurde verpflichtet, um den abgewanderten Franco Armani zu ersetzen. Armani war jahrelang eine feste Stütze im Tor der „Paisas“, aber entschied sich zurück nach Argentinien zu wechseln. Bei River Plate erhofft er sich bessere Chancen auf eine WM-Teilnahme. Ein weiterer Defensivspieler wurde mit Helibelton Palacios geholt. Nach einem Jahr bei Brügge wechselt der Rechtsverteidiger zurück nach Kolumbien, mit der Absicht mehr Spielzeit zu bekommen. Trotz der Qualität des 24-jährigen wird es schwer an Stammspieler Daniel Bocanegra vorbeizukommen. Des Weiteren gelang es Juan Camilo Zuniga zurückzuholen. Nachdem er in der letzten Spielzeit noch für den FC Watford auflief, trainierte er seit der Sommerpause bei Nacional mit. Bei seinem Ex-Klub möchte er sich wieder für die Nationalmannschaft empfehlen, um nach Russland mitzufahren. Obwohl der Außenverteidiger gute Jahre in Europa hatte, wird es keine leichte Aufgabe zurück zur alten Form zu finden. Vor allem Spielpraxis muss der 32-jährige sammeln, damit er der Mannschaft weiterhelfen kann.

Schlüsselspieler: Neben den zahlreichen Neuzugängen sorgte die Vertragsverlängerung von Dayro Moreno für Zufriedenheit bei den Fans. Moreno war seit seiner Ankunft im letzten Jahr einer der wichtigsten Spieler, weshalb die Verantwortlichen unbedingt eine Weiterarbeit mit ihm wollten. Nach mehrwöchiger Bedenkzeit entschloss sich der ehemalige Nationalspieler weiterhin für „El Verdolaga“ aufzulaufen. Obwohl der Stürmer erst spät in der Vorbereitung dazustoß, wird er der Mannschaft mit all seiner Erfahrung weiterhelfen können.

Ein ähnliches Szenario gab es mit Spielmacher Macnelly Torres. Es war lange nicht klar, ob er nun bleibt oder wechselt. Zahlreiche Anfragen sollen für den Mittelfeldspieler gemacht worden sein, aber letztendlich spielt er auch in dieser Saison bei Medellin. Torres ist der Dreh-und Angelpunkt im Spiel der Kolumbianer. Auch mit 33 Jahren ist er in fittem Zustand eine unangefochtene Stammkraft, was sich auch nicht unter Almiron ändern wird.

In der noch jungen Saison konnte sich auch schon Vladimir Hernandez zeigen. Der vom FC Santos gekommene Außenstürmer zählt mit seiner Schnelligkeit und Technik zu den besten Spielern der Liga Aguila. Nachdem er am Anfang noch leichte Probleme hatte kommt er immer besser in Fahrt und konnte am Donnerstag seine ersten beiden Saisontore gegen America Cali erzielen.

Mit Andres Renteria, Steven Lucumi, Reinaldo Lenis und Gonzalo Castellani verfügt die Mannschaft noch über weitere gute Offensivakteure, die in der Libertadores zu ihren Chancen kommen werden. Während in der Offensive noch oft rotiert wird, scheint Almiron in der Defensive immer mehr sein Stammpersonal zu finden. Felipe Aguilar, Alexis Henriquez und Diego Braghieri streiten sich um die zwei Plätze in der Innenverteidigung. Braghieri, der vom letztjährigen Finalisten Lanus kam, zeigte in den ersten Spielen schon gute Leistungen. Aufgrund der Tatsache, dass sein ehemaliger Trainer nun auch Medellin coacht, wird er mit großer Wahrscheinlichkeit in den wichtigen Spielen zum Einsatz kommen. Währenddessen ist noch ungewiss wer neben ihm aufläuft, da der argentinische Trainer hier die Qual der Wahl hat.

Der Trainer: 1,75 Punkte holte Jorge Almiron als Trainer von Lanus, woraufhin die Verantwortlichen von Medellin ihn unbedingt holen wollten. Vor allem 2017 sorgte sein ehemaliger Klub CA Lanus in der höchsten Spielklasse Südamerikas für Aufsehen durch die offensive Spielausrichtung. Mit einem offensiven 4-3-3 möchte „El Negro“ auch bei seinem neuen Arbeitgeber für Titel sorgen.  Atletico Nacional ist bereits der neunte Verein, den der Argeninier als Trainer dirigiert. Ob er nach einer guten Saison bei Lanus schon bereit ist, einen großen Verein wie Atletico Nacional zu trainieren, wird spannend zu sehen werden.

Die Chefutbol-Prognose: Obwohl die jüngsten Spiele noch viel Verbesserungsbedarf aufwiesen, kann Atletico Nacional in dieser Saison um den Titel mitspielen. Wenn die Neuzugänge sich richtig ins Team integrieren, wird Medellin eine der besten Mannschaften Südamerikas haben. Vor allem die routinierten Spieler sind in der Lage dem Team gegen schwere Gegner weiterzuhelfen.

Bolívar (Bolivien) – Mit Heimstärke und Offensivpower

Der Verein: Die Academia ist der beliebteste und erfolgreichste Klub Boliviens und hat satte 22 Meisterschaften im Trophäenschrank stehen. Nur acht Mannschaften haben sich öfter für die Copa Libertadores qualifizieren können – es ist ein Who is Who des südamerikanischen Fußballs, dem Bolívar in dieser Hinsicht kaum nachsteht. Die besten Saisons erwischte man 1986 und 2014, als die Celeste jeweils in das Halbfinale vordrang. Hinzu kommt ein Finale in der Copa Sudamericana im Jahr 2004. Entscheidend war in allen erfolgreichen Saisons die Heimstärke: Im Estadio Hernando Siles zu La Paz, auf 3600 Metern Höhe, sind die Bolivianer ihren Gegnern meist konditionell überlegen.

Die Mannschaft: Gemeinsam mit Erzrivale The Strongest stellt Bolívar das Rückgrat der bolivianischen Nationalmannschaft. Dementsprechend groß ist die internationale Erfahrung der Mannschaft. Ronald Raldes, Luis Alberto Gutierrez und Kapitän Juan Carlos Arce kommen zusammen auf 200 Länderspiele für die Verde. Die Stärke der Academia sollte im Angriff liegen, wo mit Arce, der uruguayischen Vereinslegende William Ferreira und dem brandgefährlichen Argentinier Marcos Riquelme viel Klasse vorhanden ist. Bei zwei 5:1-Heimsiegen zum Auftakt der Saison 2018 stellte der amtierende bolivianische Meister das auch gleich unter Beweis.

Transfers: Unter den Abgängen war mit dem uruguayischen Dribbelkönig Leandro Sirino einer der besten Schützen des Klubs. Er soll durch den zurückgekehrten Spanier Juanmi Callejon ersetzt werden. Außerdem verlor man den überragenden argentinischen Torwart Matías Dituro, der seinem Coach Beñat San José zur Universidad Católica folgte. Stattdessen steht nun wieder Romel Quiñónez im Tor der Celeste. Einen echten Coup landete man mit dem schwedisch-bolivianischen Mittelfeldspieler Martin Smedberg, der gemeinsam mit Nationalspieler Diego Bejarano die rechte Bahn deutlich verstärken sollte.

Schlüsselspieler: Der argentinische Angreifer Marcos Riquelme, der als Rechtsfuß meist über Linksaußen kommt, ist ein schneller und abgezockter Angreifer, dem 2018 in vier Spielen schon vier Tore gelangen. Schon in Chile war er für Audax Torschützenkönig geworden. In der starken Offensive der Bolivianer dürfte er häufig zum Abschluss kommen. Auch die anderen Cracks von Bolívar, wie Arce, Ferreira und Callejón, spielen hauptsächlich in der Offensive. Weil es aber in der Copa auch auf die Abwehr ankommen wird, dürfte auch Romel Quiñónez oft im Rampenlicht stehen: Der Nationalkeeper ersetzt Meistertorwart Dituro. Den ganz großen Durchbruch, den in Bolivien manche von ihm erwarteten, hat der 25-Jährige noch nicht geschafft, doch gilt er dennoch als sehr talentierter Schlussmann.

Der Trainer: Der Brasilianer Vinicius Eutropio war die etwas überraschende Wahl der Verantwortlichen, um den abgewanderten Meistercoach San José zu ersetzen. Er coachte im vergangenen Jahr für einige Monate Chapecoense, wurde aber schnell wieder entlassen. Zuvor hatte er meist unterklassige brasilianische Mannschaften trainiert. Bei seiner ersten Station in Bolivien steht er unter besonderer Beobachtung, konnte aber immerhin drei seiner ersten vier Spiele gewinnen.

Die Chefutbol-Prognose: Die individuelle Klasse Bolívars kann nicht mit Atlético Nacional mithalten, aber gegen Colo Colo und Delfin ist die Academia sicher auf Augenhöhe. Zudem kommt der Vorteil der Höhe, die die auf Meereshöhe spielenden Konkurrenten aus Chile und Ecuador nicht gewohnt sind. Daher sollte Bolívar seine Heimspiele gewinnen können – dann hat man beste Karten auf das Achtelfinale. Allerdings ist Coach Eutropio noch ein Fragezeichen.

Colo Colo (Chile) – Zurück auf Südamerikas großer Bühne

Der Verein: CSD Colo Colo ist ein Klub aus der chilenischen Hauptstadt Santiago de Chile und mit 32. Meisterschaften zugleich der erfolgreichste Verein aus dem Andenstaat. Zuletzt konnten die “Los Albos” im chilenischen Torneo de Transicíon triumphieren und somit die Qualifikation nach einjähriger Abwesenheit für die Copa Libertadores klarmachen. Seine Heimspiele trägt “El Cacique” im Estadio Monumental aus. Colo Colo ist bekannt für seine hervorragende Nachwuchsarbeit, Spieler wie Leverkusens Charles Aranguíz, Bayerns Arturo Vidal oder Manchester Uniteds Alexis Sánchez stammen alle aus der Jugend des chilenischen Rekordchampions.

Die Mannschaft: Insgesamt ist die Mannschaft Colo Colos ein ausgewogener Mix aus Alt und Jung, nichtsdestotrotz steht den “Los Albos” ein Umbruch bevor. Leistungsträger wie Goalgetter Esteban Paredes oder Jorge Valdivia sowie Jaime Valdés haben die 30 zum Teil bereits deutlich überschritten, sodass hier in naher Zukunft in nahezu allen Mannschaftsteilen Handlungsbedarf bestehen dürfte. Mit hoffnungsvollen Nachwuchstalenten wie Ivan Morales, Carlos Villanueva, Gabriel Suazo oder auch Nicolás Orellana stehen die designierten Nachfolger allerdings bereits in den Startlöchern.

Transfers: Auf dem Transfermarkt blieben die “Los Albos” im Anschluss an die letztjährige Saison weitestgehend inaktiv. Zwar gelang Colo Colo kein Transfercoup, allerdings musste man auch keinen Leistungsträger des Meisterteams abgeben, sodass auch nicht zwingend Bedarf bestand. Lediglich einige Nachwuchsakteure wie Hardy Cavero oder Marcos Bolados wurden an die nationale Konkurrenz verliehen, um Spielpraxis zu sammeln.

Schlüsselspieler: Unangefochtener Dreh- und Angelpunkt im Spiel Colo Colos ist auf mit 37 Jahren noch Stürmer Esteban Paredes. Wettbewerbsübergreifend erzielte der chilenische Routinier in 34 Spielen ganze 21 Tore für Colo Colo, nach zwei Spieltagen im diesjährigen Campeonato Nacional stehen bereits fünf Treffer zu Buche. Aber auch Akteure wie Jorge Valdivia auf der “10” sowie Julio Barroso als Abwehrchef sind für “El Cacique” von extremer Bedeutsamkeit. Es bleibt im Weiteren abzuwarten, wie sich der junge Ivan Morales bei seiner Premiere auf internationalem Parkett schlägt, Morales ist eines der vielversprechendsten Talente der letzten Jahre aus der eigenen Jugend und könnte schon bald für Furore sorgen.

Der Trainer: Trainer des chilenischen Erfolgsteams ist der Argentinier Pablo Guede. Der 43 Jahre alte Guacho ist seit Juli 2016 im Amt und lässt bevorzugt ein 4-1-3-2-System spielen. Grundsätzlich ist Guede jedoch ein taktisch versierter Trainer, der sowohl eine Dreier- als auch Viererkette im Repertoire hat.

Die Chefutbol-Prognose: Chancenlos ist Colo Colo in der Gruppe B mit Delfin, Bolívar und Atlético Nacional keinesweges, allerdings stehen den “Los Albos” einige schwierige Partien bevor. Besonders gegen Bolívar und Delfin dürfte es wichtig sein, in erster Linie die Heimspiele für sich zu entscheiden, Atlético Nacional könnte für “El Cacique” eine zu große Hypothek darstellen. Erschwerend kommt hinzu, dass in Chile vor der aktuellen Saison der Modus in eine Ganzjahresmeisterschaft geändert wurde, sodass sich für Colo Colo hinsichtlich Belastung und Abläufe Einiges ändern dürfte. Es bleibt abzuwarten, wie das Team mit der Dreifachbelastung und dem neuen Modus zurecht kommt, sich kampflos geschlagen geben wird sich der Traditionsklub aus Santiago mit Sicherheit nicht.

Delfín (Ecuador) – Der Underdog mit dem Delfin im Wappen

Der Verein: Delfín SC aus der ecuadorianschen Stadt Manta ist neben südamerikanischen Schwergewichten wie Grêmio Porto Alegre, Flamengo oder River Plate wohl das, was man den Inbegriff des Underdogs nennt. Der Verein wurde vor 28 Jahren gegründet und war bis zum Jahr 2014 noch drittklassig! Unter der Führung des Uruguayers Guillermo Sanguinetti, der unter Anderem für Gimnasia La Plata aktiv war, mit Hilfe meist lokaler Fußballer reifte Delfín zu einem Copa Libertadores Teilnahmer, qualifiziert hat sich “El ídolo de la Manta” durch die Vizemeisterschaft, lediglich Emelec erwies sich letztlich als stärker in den Finalspielen des heimischen Campeonato. Nun darf Delfín zum ersten Mal in ihrer, zugegeben, noch kurzen Vereinsgeschichte an der Königsklasse Südamerikas teilnehmen.

Die Mannschaft: Der Kader Delfíns besteht weitestgehend aus lokalen Spielern aus der Region Manta, was zeitgleich die Philosophie des Vereins ausmacht. Da die finanziellen Mittel nicht ausreichen, um auf dem Transfermarkt fertige Stars einzukaufen, macht Delfín die Not zur Tugend und setzt hauptsächlich auf Spieler aus der eigenen Jugend, bevorzugt mit regionalem Bezug. Lediglich einige Uruguayer wie Winterneuzugang Rodrigo Cabrera oder Fernando Arismedi, der ebenfalls vor Kurzem erst zum Team stieß, wurden dem Kader hinzugefügt, um ihn für die gestiegene Belastung in der Breite besser aufzustellen. In der letztjährigen Saison beendete man die Primera Etape auf dem ersten Tabellenplatz, in der Segunda Etapa war es letztlich Platz 4. In den Finalspielen der Tercera Etapa unterlag man Emelec nach Hin-und Rückspiel mit 6:2.

Transfers: Auf dem Transfermarkt war Delfín vor der Saison alles andere als inaktiv. Neben diversen Leihen wie Angél Ledesma und Jesi Godoy von CD América de Quito ist Stürmer Luis Congo wohl die bedeutendste Neuverpflichtung. Der 28-jährige Mittelstürmer, der einen Marktwert von 800.000€ besitzt, soll Delfíns Kader in der Breite verbessern und variabler machen. Mit Francisco Silva verließ Delfín ein Innenverteidiger in Richtung Emelec, ebenso wie Matías Duffard und Jhon Chancellor, die Delfín ebenfalls den Rücken kehrten. Alles in allem lässt sich sagen, dass Delfín zwar keinen “Kracher” auf dem Transfermarkt verpflichtet hat, da die Säulen der Mannschaft aus der letzten Saison allerdings erhalten blieben, entschied man sich dazu, nur punktuell an einigen Stellschrauben zu drehen.

Schlüsselspieler: Die Schlüsselspieler Delfíns sind das Offensivquartett um Pedro Ortíz, Jacob Murillo, Roberto Ordonez und Carlos Gárces. Kombiniert haben allen vier Spieler im Jahr 2017 40 Tore erzielt, das sind 60% der Treffer Delfíns. Allerdings täte man dem Rest der Mannschaft Unrecht, würde man den Erfolg nur auf diese Akteure herunterbrechen. Delfín ist ein Team, dass mangels absoluter Starspieler besonders im Kollektiv gut arbeitet, der Star ist sozusagen die Mannschaft. Sollten die Vier allerdings ihr Niveau halten können und auch auf internationaler Bühne derartige Leistungen wie in der ecuadorianschen Liga erbringen, dürfte es dem ein oder anderem Team bald leid tun, Delfín unterschätzt zu haben.

Der Trainer: Der Uruguayer Guillermo Sanguinetti ist seit Januar 2017 Trainer Delfíns, zuvor war der 51-Jährige unter Anderem für Alianza Lima und Guayacil City FC tätig. In seinen bisher 47 Spielen an Delfíns Seitenlinie hält er einen beachtlichen Punkteschnitt von 1,81. Bevorzugtes System von Sanguinetti, der auch den italienischen Pass besitzt, ist ein 4-4-2 mit einer Doppelsechs.

Die Chefutbol-Prognose: Zwar ist Delfín der Neuling in diesem Wettbewerb und hat mit Colo Colo, Atlético Nacional und Bolívar namhafte Gegner zu bespielen. Unterschätzen sollte man das Team aus Manta allerdings keinesfalls. Besonders offensiv ist Delfín extrem gefährlich und ein unangenehmer Gegner. Hinzu kommt, dass die Mannschaft mangels übersteigerter Erwartungshaltung in der Gruppenphase frei aufspielen kann, hierbei werden sie es sich nicht nehmen lassen, das ein oder andere Schwergewicht, zumindest temporär, richtig zu ärgern.

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