Copa Libertadores Achtelfinale: Gute Karten für Boca und Cruzeiro

In der Nacht vom Mittwoch zum Donnerstag standen drei weitere Partien des Achtelfinals der Copa Libertadores an. Im innerbrasilianischen Duell schlug Cruzeiro Flamengo, während Colo Colo und Boca Heimsiege einfahren konnten.

Flamengo – Cruzeiro 0:2 (0:1)

Flamengo gegen Cruzeiro – dieses Duell gibt es binnen vier Tagen gleich zweimal: Zunächst in der Copa Libertadores, dann in der brasilianischen Liga. Am gestrigen Mittwochabend wurden die Weichen im Maracaná früh gestellt: Nach Robinhos Pass brachte Giorgian de Arrascaeta die Gäste in Führung (11.). Im Alter von gerade mal 24 Jahren wurde der uruguayische Nationalspieler so zum alleinigen ausländischen Rekordschützen des Raposa. Die Gastgeber um den Ex-Bremer Diego mühten sich in der Folge um den Ausgleich, zeigten sich aber insbesondere bei zahlreichen Standardsituationen zu ungenau. Etwas Pech kam auch dazu, denn Cruzeiros Torwart Fabio zeigte sich mehrmals hellwach: Er machte sowohl Rodineis Doppelchance (45.) als auch Uribes Kopfball (50.) zunichte. Auf der Gegenseite ließ der frühere Hamburger Thiago Neves eine riesige Kopfballchance ungenutzt (20.). Doch Neves sollte seine Revanche bekommen, denn in der 78. Minute lenkte er einen Fernschuss von Lucas Silva per Kopf in die Maschen. Das 0:2 war ein schwerer Schlag für den Mengao, der sich nicht mehr erholen konnte und sogar noch Glück hatte, dass Raniel und Rafinha die Konterchance aufs 0:3 vergaben. Dennoch braucht das Team von Mauricio Barbieri in drei Wochen ein wahres Wunder, um in Belo Horizonte noch das Weiterkommen zu erreichen.

Colo Colo – Corinthians 1:0 (1:0)

In der heimischen Liga läuft für Colo Colo nicht unbedingt alles nach Plan, am Wochenende verlor der Cacique peinlich in Temuco. Doch international schafften es die Albos von Héctor Tapia nach langer Zeit mal wieder ins Achtelfinale, und dementsprechend wurde das Estadio Monumental mal wieder zum Hexenkessel. Tatsächlich überraschten die Chilenen Corinthians mit einem hervorragend organisierten Spiel und drückten den Favoriten so in dessen Hälfte. Insbesondere Jorge Valdivia zog die Fäden bei den Colocolinos, die durch Matías Zaldivia ihre erste große Chance besaßen, die jedoch von Gästekeeper Cassio hervorragend pariert wurde(33.). Vier Minuten später war auch Cassio geschlagen – nachdem er zunächst einen Abschluss von Lucas Barrios noch abwehren konnte, war Carlos Carmona zur Stelle und traf zum 1:0 (38.). Corinthians dagegen war offensiv fast inexistent und musste in der zweiten Halbzeit gleich noch einen Rückschlag hinnehmen: Gabriel sah nach Foul an Carmona die gelb-rote Karte (54.). So mussten die Corinthians noch einige gefährliche Situationen überstehen, etwa einen möglichen Handelfmeter durch Pedro Henrique (68.) und einen gefährlichen Schuss von Damián Pérez, den Cassio bravourös parierte (90.). Das letzte Risiko gingen jedoch beide Teams nicht mehr, so dass das Rückspiel in der Arena Corinthians eine spannende Angelegenheit werden dürfte.

Boca Juniors – Libertad 2:0 (2:0)

Nominell ist das Duell zwischen dem argentinischen Meister Boca Juniors und dem auch in der heimischen Liga schwächelnden paraguayischen Vertreter Libertad das wohl eindeutigste des Achtelfinals. Mit Edwin Cardona, Ramón Abila, Cristian Pavón, Carlos Tévez und Neuzugang Mauro Zárate verfügt Boca insbesondere über eine gewaltige Offensive – so gewaltig, dass Carlos Tévez 87 Minuten auf der Bank Platz nehmen musste. Dementsprechend erwarteten die Zuschauer in La Bombonera einen klaren Sieg der Xeneizes. Und sie wurden nicht enttäuscht: Nach nicht einmal sieben Minuten nutzte Abila eine Freistoßflanke in bester Torjägermanier zum 1:0. Libertad bekam nach diesem frühen Rückschlag nie Zugriff auf das Spiel und musste schon vor der Pause das zweite Gegentor hinnehmen: Zárate ließ mehrere Gegenspieler stehen und traf mit großer Klasse per Flachschuss (43.). In der zweiten Hälfte hatten beide Teams Gelegenheiten, ein besseres Resultat zu erzielen, konnten aber nicht mehr jubeln. Im Falle Bocas lag das am Gästekeeper Rodrigo Muñoz, der gegen Zárate (65.) und Pavón (71.) hervorragend rettete, auf Seiten des Gumarelo verfehlte Bareiro den von Bocas neuem Keeper Esteban Andrada gehüteten Kasten (72.). So reist Boca mit einem guten Vorsprung im Gepäck nach Asunción und darf angesichts der herausragenden Offensive als einer der großen Kandidaten auf den Titel gelten.