Copa Libertadores: Auswärtssiege für Gremio und Palmeiras, Armani hält die Null

Gremio, Independiente, River Plate, Boca, Cruzeiro, Palmeiras: In der Copa Libertadores ist zum Viertelfinale einiges an Prominenz versammelt. Die Außenseiter von Tucuman und Colo-Colo unterlagen gegen Gremio bzw. Palmeiras jeweils zu Hause mit 0:2, während Independiente und River sich torlos trennten und die Boca Juniors sich mit einem 2:0 über Cruzeiro eine gute Ausgangsbasis erarbeiteten. Zweimal im Mittelpunkt: Der VAR.

Atletico Tucuman – Gremio 0:2 (0:1)

Titelverteidiger Gremio musste bei Außenseiter Tucuman ran. Die Nordargentinier hatten bei ihrer erst zweiten internationalen Teilnahme bisher für ordentlich Furore gesorgt und unter Anderem Peñarol und Atlético Nacional eliminiert. Doch Gremio ist ein anderes Kaliber, zeigte sich gut organisiert und immer hellwach. So gingen die Brasilianer nach 35 Minuten durch den überragenden Alisson verdient in Führung. Cícero hatte per Kopf assistiert. Dann half der Videoassistent den Gästen: Gervasio Núñez‘ Tätlichkeit wurde nach Ansicht der Videobilder mit Rot bestraft (45.) – der Außenseiter musste eine ganze Hälfte in Unterzahl spielen. Gremio, das mit den Ex-Bundesligaspielern Geromel, Maicon und Cícero auflief, hatte daraufhin relativ leichtes Spiel und erhöhte durch Everton (55.) auf 0:2. Damit dürfte eine Vorentscheidung bereits gefallen sein.

Boca Juniors – Cruzeiro 2:0 (1:0)

Etwas weniger klar war die Rollenverteilung beim Duell zwischen Boca und Cruzeiro – auch wenn die Argentinier als einer der Titelfavoriten gelten, verfügt auch Cruzeiro über eine starke Mannschaft. Die war jedoch zunächst einmal mit Verteidigen beschäftigt, schließlich wollte man Bocas überragende Offensive bestmöglich einbremsen. Das gelang etwas über 30 Minuten hervorragend, ehe Mauro Zárate nach Traumpass von Pablo Pérez La Bombonera zum Beben brachte (35.). Später bemühte sich Cruzeiro um etwas mehr Offensivgeist, und kurz nach der Pause hätte Rafinha beinahe den Ausgleich erzielt – Wilmar Barrios, Bocas nimmermüder Sechser, rettete jedoch auf der Linie. Nur wenig später scheiterte Mauro Zárate dann wieder für die Gastgeber am Pfosten. Für Gesprächsstoff sorgte Referee Eber Aquino, der nach einem unglücklichen Zusammenprall zwischen Cruzeiros Verteidiger Dede und Bocas Keeper Andrada dem Brasilianer Rot zeigte (75.) –nach Ansicht der Videobilder und trotzdem vollkommen zu Unrecht. Boca nutzte die Überzahl zum 2:0 durch Kapitän Pablo Pérez (82.) und nimmt damit ein gutes Ergebnis zum Rückspiel nach Belo Horizonte mit.

Independiente – River Plate 0:0 (0:0)

Zwei der erfolgreichsten Klub Lateinamerikas traten zum innerargentinischen Duell an: Independiente, das im letzten Jahr die Copa Sudamericana hochstemmen konnte, und River Plate, das trotz Schwächen in der heimischen Liga immer ein Kandidat für einen internationalen Titel ist. In Avellaneda entspann sich ein abwechslungsreiches Spiel mit wechselnden Dominanzphasen und überragenden Torhütern. Zunächst war es Independiente-Schlussmann Martin Campaña, der Rivers gefährliche Angriffe zunichte machte, dann rückte immer mehr Franco Armani in den Mittelpunkt. Rivers Schlussmann zeigte mit einer sensationellen Reaktion gegen Emanuel Gigliotti (58.) auch eine der besten Paraden der Saison. Dazu kam das Glück des Tüchtigen, denn Maxi Meza (19.) und Gastón Silva (55.) trafen auf Seiten der Hausherren nur Aluminium. So hielten die Millonarios die Null und gehen wohl leicht favorisiert ins Rückspiel in zwei Wochen.

Colo-Colo – Palmeiras 0:2 (0:1)

21 Jahre mussten die Fans von Colo-Colo auf ein Libertadores-Viertelfinale warten, dementsprechend kamen sie in Strömen und sorgten für hervorragende Stimmung in La Ruca – bis Bruno Henrique nach gerade mal drei Minuten für die kalte Dusche sorgte. Der Ex-Wolfsburger traf mit einem platzierten Schuss aus dem Rückraum, als sich die chilenische Defensive viel zu weit zurückgezogen hatte. Trotz des Rückschlags kämpften sich die Chilenen in die Partie, was vor allem dem starken Spielmacher Jorge Mago Valdivia zu verdanken war. Barroso (43.), Carmona (52.) und Lucas Barrios (69.) hatten Chancen auf den Ausgleich, doch stattdessen schlug Palmeiras noch einmal zu: Orion lenkte Willians Rechtsschuss an den Pfosten, aber Dudu drosch den Abpraller humorlos ins Tor (78.). In der Nachspielzeit flog dann noch Colo-Colos Damián Pérez vom Platz, doch es änderte alles nichts mehr an der Niederlage der Albos, die im Rückspiel in Brasilien ein ausgewachsenes Wunder zum Weiterkommen benötigen.