Copa Libertadores Achtelfinale: River in Torlaune – Flamengos Sieg reicht nicht – Barrios schießt Colo-Colo weiter

Drei weitere Achtelfinals wurden in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag ausgetragen. Im innerargentinischen Duell fand Rivers Plates Offensive die Form wieder, derweil Flamengo ein Auswärtssieg bei Cruzeiro nicht fürs Weiterkommen reichte. Im umkämpftesten Spiel glückte Colo-Colo die Überraschung eines Weiterkommens gegen Corinthians.

River Plate – Racing Club 3:0 (Hin 0:0)

0:0 – so lautete nicht nur das Hinspielergebnis zwischen Racing und River Plate, sondern auch das Torverhältnis der Millonarios aus den letzten vier(!) Spielen. Während die Defensive von River also steht, war der Angriff völlig außer Form. Doch im Monumental traf man auf einen erstaunlich offensiv ausgerichteten Gegner, der River besser lag. Eigentlich begann die Academia sogar stärker, doch nach nur elf Minuten verwertete Lucas Pratto eine hervorragende Kombination über Montiel und Fernández zur Führung für die Hausherren. Sein Jubel deutete die Last an, die von den Schultern des viel kritisierten Millioneneinkaufs fiel. Racing ließ sich zwar nicht schocken, kassierte aber dennoch recht bald das 0:2: Ein katastrophaler Freistoßtrick von Neri Cardozo brachte Rivers Konter auf die Reise, und Racings Matías Zaracho spitzelte dem ballführenden Quintero den Ball zwar weg – aber genau in den Lauf von Youngster Exequiel Palacios, der abgebrüht zum 2:0 traf (28.). Ein Tor, das zum Spiel passte: Racing um Cardozo, Ricardo Centurión und Gustavo Bou versuchte viel, schaffte aber wenig Zwingendes. River dagegen spielte schnell und mit dem nötigen Quäntchen Glück nach vorn. Als dann Franco Armani mit einem großartigen Reflex Bous beste Chance vereitelte (77.), war die Messe endgültig gelesen. Auf der anderen Seite durfte sogar noch der zuletzt glücklose Rafael Santos Borré jubeln, der eine Ecke von Fernández direkt verwertete (81.). Das 3:0 war der Endstand, wenn auch nicht der Schlusspunkt: Den setzte Schiedsrichter Diaz de Vivar, der nach einem Handgemenge Enzo Pérez und Ricardo Centurión vom Platz stellte (84.) und dann auch noch Alexis Soto die gelb-rote Karte zeigte (90.). River kann nach längerer Zeit mal wieder zufrieden mit dem eigenen Auftritt sein und trifft nun im Viertelfinale auf Independiente.

Cruzeiro – Flamengo 0:1 (Hin 2:0)

Zweimal schon (2011 und 2015) hatte Cruzeiro nach einem Auswärtssieg im Rückspiel das Weiterkommen noch hergeschenkt – dementsprechend wachsam ging das Team von Mano Menezes ins Rückspiel gegen Flamengo. Da auch der Mengao trotz Diego, Lucas Paquetá und Everton Ribeiro nie ins Rollen kam, ergab sich eine ereignisarme erste Halbzeit, in der nur Hernán Barcos einem Treffer wirklich nahe kam. Cruzeiros Mittelstürmer schoss jedoch aus kurzer Distanz am Tor vorbei (20.). Die zweite Hälfte begann aufregender, und Marlos Moreno verpasste die Gästeführung nur knapp (50.), während auf der anderen Seite Diego Alves alles aufbieten musste, um den starken Giorgian De Arrascaeta am Torjubel zu hindern (60.). Etwas später begannen den Cruzeiro-Fans die Nerven zu zittern: Nach einer abgewehrten Ecke brachte Everton Ribeiro den Ball vom zweiten Pfosten in die Mitte, wo Leo Duarte einnickte (70.). Nun fehlte nur noch ein Tor zum Mineirazo, doch es sollte nicht fallen – auch, weil Cruzeiro sehr seriös verteidigte und den Ball oft in der gegnerischen Hälfte halten konnte. Nun trifft der Raposa im Viertelfinale auf den Sieger zwischen Boca und Libertad.

Corinthians – Colo Colo 2:1 (Hin 0:1)

21 Jahre mussten die Fans von Colo-Colo warten, nun stehen die Albos wieder im Viertelfinale. Nach dem verdienten 1:0-Hinspielsieg wappnete sich der Cacique für ein schweres Rückspiel in der Arena Corinthians, wo die Chilenen sehr defensiv auftraten. Das ging nicht besonders lange gut, denn Baezas unnötiges Handspiel bescherte den Brasilianern einen Elfmeter, den Jadson sicher verwandelte (17.). Doch Colo Colo hat einen Stürmer, der seinen Torriecher wohl nie verlieren wird: Lucas Barrios. Der frühere Dortmunder verwertete Damián Pérez‘ gefühlvolle Flanke per Kopf zum 1:1-Ausgleich (32.), der den Gästen Sicherheit gab. Dennoch hörten die wütenden Angriffe von Corinthians nie auf, und Agustin Orion bekam alle Hände voll zu tun, zeigte sich aber stets wachsam. Geschlagen war auch er, als Roger eine Ecke von Jadson einköpfte (64.). Bitter für Colo Colo: Die verletzungsbedingte Behandlung von Abwehrchef Barroso hatte bei dieser Szene Unruhe in die Deckung gebracht. Das ohnehin hart geführte Spiel kochte in der Folge noch mehr hoch, auch wenn „nur“ der Ex-Schalker Danilo Avelar für seine Tätlichkeit rot sah (90.). Eine letzte Chance hatte Corinthians in Unterzahl noch, doch Orion hielt auch Augusto Douglas‘ Kopfball fest (90.) und sicherte so das Weiterkommen für den Außenseiter.