Lanús
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Magische Nacht in La Fortaleza: Lanús nach dramatischem Spiel im Finale!

Im Estadio Ciudad de Lanús Néstor Díaz Pérez war River Plate schon mit mehr als eineinhalb Beinen im Finale und gab das Spiel aber noch aus der Hand. Nach 22 Minuten führte man mit 2:0, doch Lanús gab sich nicht auf und gewann – auch dank des Videoassistenten  – mit 4:2. Ein intensives und unglaubliches Spiel, das sein Eintrittsgeld mehr als wert war. Lanús qualifizierte sich damit zum ersten Mal in ihrer Geschichte für das Finale der Copa Libertadores.

Sowohl River Plate als auch Lanús schonten am Wochenende ihre Stammelf und verloren in der argentinischen Liga jeweils mit 4:0. Der Fokus lag ganz klar auf dem Copa Libertadores Showdown in La Fortaleza. Und es sollte eine unglaubliche Nacht werden.

Lanús drückt und wird kalt erwischt

Nach dem 1:0 im Hinspiel gingen die Gäste favorisiert ins Spiel. Die erste Chance hatte aber Lanús, die bedeutend offensiver und aggressiver als noch im Monumental auftraten. Maxi Velasquez köpfte nach einer Ecke knapp am Tor von Lux vorbei. Doch die riskante Spielweise Lanús’, die extrem hoch standen und früh pressten, sollte sich rächen: Nach 15 Minuten wurde Nacho Fernandez steil geschickt, Lanús-Verteidiger Braghieri rumpelte etwas unbeholfen in ihn hinein, so dass dem kolumbianischen Schiedsrichter Wilmar Roldan keine andere Wahl blieb als auf den Elfmeterpunkt zu zeigen. Der Torjäger vom Dienst, Scocco, traf zur Führung und zum achten Mal im Wettbewerb überhaupt.

River hatte nun also das so wichtige Auswärtstor, was bedeutete, dass die Heimelf nun mindestens drei Tore erzielen musste. Doch daraus sollten schnell vier werden, als “Pity” Martínez einen Freistoß scharf aufs Tor zog, Esteban Andrada den Ball nicht festhalten konnte und Gonzalo Montiel zum 2:0 abstauben konnte (22.). Nach Hin- und Rückspiel führten “Los Millonarios” nun also mit 3:0.

Das war nun erstmal ein Stimmungskiller für die vor Anpfiff so euphorischen Heimfans. Ein Tor musste dringend her und das sollte in der zweiten Minute der Nachspielzeit tatsächlich fallen, als Sand River-Torwart Lux auf dem falschen Fuß erwischte und ins kurze Eck einnetzte. Verhaltener Jubel brandete auf – es fehlten immer noch drei Tore.

River schien mit den Gedanken noch in der Kabine oder bereits beim Finale zu sein. Nach nur 41 Sekunden war es erneut Goalgetter Pepe Sand, der nach schwachem Abwehrverhalten der Gäste, das 2:2 per strammen Linksschuss erzielte (46.). Das Momentum war nun ganz klar auf der Seite von Jorge Almirons Team. Nun war klar: Lanús ist zurück im Spiel und ergibt sich nicht kampflos. Gäste-Trainer Gallardo brachte nun Auzqui für den defensiveren Perez.

Doch es waren die Gäste, die für das nächste Tor sorgen sollten: Sand ließ den desorientierten Javier Pinola nahe der Grundlinie ganz alt aussehen und bediente Silva, der wiederum das Auge für “Lucho” Acosta hatte, der zum 3:2 einschob. Das Wunder war nun zum greifen nahe. Eine halbe Stunde war noch zu spielen. In der 69. Minute dann eine viel diskutierte Szene – zum ersten Mal kam in Südamerika der Videoassistent zum Einsatz. Pasquini ging im Sechzehner gegen Montiel zu Boden. Nach Begutachtung der Szene auf dem Bildschirm entschied Schiedsrichter Roldan letztendlich auf Elfmeter, den Silva zum 4:2 verwandelte.

Was hatte River noch im Köcher? 20 Minuten waren noch zu spielen und ein Tor hätten der Gallardo-Truppe zum Finaleinzug gereicht. Die Gäste konnten einige brenzlige Situationen nach Eckbällen generieren, aber der erlösende Treffer wollte nicht mehr fallen. Zudem verlor man in der Nachspielzeit noch Fernandez mit einer gelb-roten Karte.

Lanús zum ersten Mal im Finale

Eine unglaubliche Nacht nahm damit ein unerwartetes Ende. Lanús steht im Finale und will seinen dritten internationalen Titel nach der Copa Conmebol 1996 und der Copa Sudamericana 2013 gewinnen, während die Gäste wohl selbst nicht wissen, wie sie eine kumulierte 3:0-Führung noch aus den Händen geben konnten.

Lanús wird auf den Sieger des Duells zwischen Grêmio und Barcelona treffen. Nach dem 3:0 im Hinspiel scheint alles für die Brasilianer zu sprechen. Hinzu kommt, dass bei der Anreise der Ecuadorianer so einiges schief lief. Auf dem Weg nach Brasilien war ein Tankstopp in Bolivien geplant, wo man jedoch aufgrund fehlender Dokumente nicht wieder abheben konnte. Somit musste das ecuadorianische Militär einen Flieger schicken, der das Team dann gerade noch pünktlich nach Porto Alegre brachte. Nach der gestrigen Nacht in La Fortaleza sollte man aber wohl selbst ein märchenhaftes Comeback von Barcelona nicht mehr ausschließen.