Copa Libertadores
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Keine Lösung in Sicht: Mexiko erneut ohne Copa Libertadores

Bei der nächste Woche beginnenden 59. Ausgabe der Copa Libertadores verzichten die mexikanischen Mannschaften zum zweiten Mal in Folge auf ihre Teilnahme. Trotz Gesprächen gibt es kaum eine Annäherung zwischen CONMEBOL und Liga MX.

Mit einer Reihe spektakulärer Auftritte marschierte Tigres UANL 2015 bis ins Finale, Toluca brachte 2013 Bocas „Bombonera“ zum Schweigen und Tijuana scheiterte im gleichen Jahr dramatisch im Viertelfinale am späteren Titelträger Atlético Mineiro. In den Jahren zuvor hatten América, Chivas und Cruz Azul sieben Halbfinalteilnahmen und zwei Endspiele erreicht. Auch wenn die seit 1998 dauerhaft zur Copa Libertadores eingeladenen Vertreter niemals den Titel gewannen, waren sie nach 19 Jahren der Teilnahme dennoch bereits ein fester Bestandteil der Königsklasse des südamerikanischen Fußballs. Als diese sich 2017 dazu entschloss, das Format zu ändern und den Wettbewerb auszuweiten, war es damit jedoch schlagartig vorbei.

„Ich denke, dass die Teilnahme ein Rückschritt wäre, glaube aber, wir könnten 2018 wieder dabei sein“, erklärte Enrique Bonilla, Präsident der mexikanischen Liga MX, die Entscheidung im November 2016. Ein Jahr später begründete er mit ähnlichen Worten, warum seine Klubs auch in der zuvor ins Auge gefassten 2018er-Ausgabe keinen Platz finden.

Auch wenn der südamerikanische Verband CONMEBOL die finanzstarken und sportlich attraktiven Vereine gerne weiter als eingeladene Gäste gesehen hätte, verzichte die heimische Liga aufgrund der unvermeidbaren Terminkollisionen auf die Teilnahme. Schon im vorigen Austragungsrhythmus in der ersten Jahreshälfte waren Überschneidungen vor allem dann vorgekommen, wenn die Klubs sich national sowie international für die K.o.-Phase qualifiziert hatten und in den entscheidenden Spielen unter enormer Doppelbelastung litten.

Fehlende Kompromissbereitschaft

Da die Klubs sowohl den heimischen Ligabetrieb als auch die CONCACAF Champions League als prinzipiellen Kontinentalwettbewerb vorzogen, ließ sich die Copa Libertadores nicht länger im Terminkalender unterbringen. Die einzig mögliche Lösung hätte eine Änderung im Format der vor einigen Jahren wiederbelebten Copa MX bringen können, doch das 2012 mühevoll reformierte Turnier soll trotz mäßigem Zuschauerinteresse in den anfänglichen Runden geschützt werden, da es vor allem jungen Spielern die Möglichkeit zu ersten Einsätzen auf Profiebene bietet.

Auch wenn Liga MX und CONMEBOL stets von konstruktiven Gesprächen und beidseitiger Bereitschaft sprechen, scheinen die Fronten derzeit zu festgefahren, um von einer baldigen Lösung auszugehen, die sich dann auf die Copa-Ausgabe des Jahres 2019 auswirken könnte. Besonders die mexikanischen Vereine beharren starr auf ihrer Position und lassen sich bislang auch nicht von verbesserten Kompromissvorschlägen wie einer Aufstockung der Teilnehmerzahl auf vier Fixplätze und einen Qualifikationsplatz überzeugen. Entsprechend wäre auf dieser Seite ein großer Kompromiss nötig, um auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen und die bislang fehlende Übereinstimmung der jeweiligen Rahmenterminkalender zu garantieren. Während Südamerika ab nächster Woche also wieder gebannt auf die Copa Libertadores schaut, muss Mexiko das Treiben nicht nur in geographischer Hinsicht aus weiter Ferne betrachten.