Superclásico verlegt – Attacke auf den Boca-Bus eine Racheaktion der Barras Bravas?

Die CONMEBOL sagt das Spiel von heute Abend ab, ohne einen Ersatztermin bekanntzugeben. Boca gab zudem am Mittag eine offizielle Erklärung ab, in der der Verein betont, dass die Mannschaft nicht in der Lage sei, das Finale im Monumental zu spielen, und fordert die Aussetzung des Spiels. Zugleich fordert Boca die Anwendung von Artikel 18 der Disziplinarvorschriften der CONMEBOL. Das bedeutet, dass Boca basierend auf den Artikel eine Strafe für River verlangt, die den “Verlust von Punkten” beinhaltet, was einer Finalniederlage gleich käme.

An Analysen zum Skandal rund um die Finalpaarung der Copa Libertadores zwischen Boca und River fehlt es nicht. Was u.a. Journalist Pablo Varsky veröffentlicht, könnte aber mehr als nur eine Verschwörungstheorie, sondern vielmehr eine zusätzliche Erklärung für den Gewaltexzess vor dem River-Stadion sein.

Am Freitag, einem Tag vor der Partie schlug die Polizei von Buenos Aires – offenbar auf Anregung des Präsidenten Mauricio Macri (ehemaliger Boca-Präsident) – bei Caverna Godoy zu. Beim Anführer der Barra Brava „Los Borrachos del Tablón“ kam es zu Hausdurchsuchungen. Dabei wurden 10 Millionen Pesos (über 230’000 Euro), 15000 Dollar und 300 Tickets für das Finale sichergestellt.

Offenbar wären die Tickets für Barra-Mitglieder vorgesehen gewesen. River liess diese Eintrittskarten anschliessend sperren und mischte sich somit ins grosse Geschäft der Barras ein. Die zugleich vom „historischen Spiel“ ausgeschlossenen Fans setzten den Verein unter Druck und drohten mit Vergeltung.
Den Rest der Geschichte kennen wir: der Boca-Spielerbus wurde attackiert, mehrere hundert Fans stürmten die Eingängen und vor dem Stadion kam es Ausschreitungen mit der Polizei.