Copa Sudamericana 1. Runde: Lanús weiter, Barcelona raus

44 Vereine beginnen die erste Runde der Copa Sudamericana – von Außenseitern wie den Debütanten Sport Rosario und Rampla Juniors bis zu Granden des Kontinents wie San Lorenzo und Sao Paulo. In dieser Woche entschieden sich die ersten elf Duelle.

Das erste Ticket löste dabei El Nacional aus Quito. Im „Höhenduell“ bei San José aus dem bolivianischen Oruro mussten die Ecuatorianer, die das Hinspiel mit 3:2 für sich entschieden hatten, dabei aber gewaltig zittern: Erst Miguel Parrales erzielte in der 80. Minuten jenen schmeichelhaften 1:1-Ausgleichstreffer, mit dem die Gäste das Weiterkommen sicherten. San José, bei dem nur Carlos Saucedo (59.) traf, muss dagegen mit seiner schlechten Chancenverwertung hadern.

Ähnlich knapp ging es zwischen Caracas und Everton zur Sache. Der 2:1-Auswärtssieg der Venezolaner in Viña del Mar war eine der Sensationen der Hinspiele gewesen, und mit Müh und Not hielt der Vorsprung: Everton konnte nur durch Alvaro Madrid (64.) treffen, der 0:1-Sieg war zu wenig für die Chilenen, die über 180 Minuten die fußballerisch bessere Mannschaft stellten, aber vorne und hinten nicht konsequent genug waren.

Die Landsmänner von Caracas, Zamora, mussten dagegen die Segel streichen: Gegen Colón hatten sie nach einer 0:2-Heimniederlage schon so gut wie keine Hoffnungen mehr. Im argentinischen Santa Fe hielten sie dennoch mit den favorisierten Gastgebern gut mit, ehe Germán Conti per Kopf doch das 1:0 für die Hausherren besorgte (70.) und eine ungefährdete Qualifikation für die zweite Runde der Copa Sudamericana besiegelte.

In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag besiegte das uruguayische Cerro den peruanischen Vertreter Sport Rosario mit 2:0 und qualifizierte sich so fürs Sechzehntelfinale. Die Gäste aus Huaraz hatten bei ihrer ersten internationalen Teilnahme im Hinspiel (0:0) den Höhenvorteil nicht nutzen können, und im Rückspiel war Tulio Etchemaites Platzverweis (64.) zu viel für den Canalla de los Andes: Wenig später erzielte der Sekunden zuvor eingewechselte Franco López das 1:0 für die Gastgeber (66.), ehe Leandro Zazpe aus kurzer Distanz den Endstand herstellte (74.).

Ebenfalls 2:0 endete das Duell zwischen dem ecuatorianischen Cuenca und dem paraguayischen Sportivo Luqueño. Weil die Gastgeber damit allerdings lediglich das Hinspielergebnis egalisierten, ging es ins Elfmeterschießen. Zehn Schützen behielten die Nerven, ehe Luqueños Luis Matta scheiterte – nicht so dagegen Cuencas Edison Preciado, der den vielumjubelten 6:5-Siegtreffer erzielte. Bemerkenswert: Beide Treffer zum 2:0 erzielte Cuenca in Unterzahl, nachdem Matías Contreras die gelb-rote Karte gesehen hatte (55.).

Die Sensation der ersten Runde spielte sich in Paraguay ab: Der Außenseiter General Díaz, der im Hinspiel in Guayaquil ein 0:0 erkämpft hatte, übertölpelte den haushohen Favoriten Barcelona und sicherte mit einem 2:1 das Weiterkommen. Die Gäste, die sich 2017 für das Halbfinale der Copa Libertadores qualifiziert hatten und in der Copa Sudamericana als aussichtsreiche Kandidaten galten, zeigten über beide Spiele schwache Leistungen und konnten nur durch Juan Dinenno (61.) zwischenzeitlich ausgleichen. Die in der heimischen Liga schwächelnden Paraguayer dagegen trafen durch zwei Standardsituationen und fuhren so ihren ersten Sieg 2018 ein: Matías Espinoza setzte einen wunderbaren Freistoß in den Winkel (49.) und Rogerio Leichtweis nutzte einen Handelfmeter zum Siegtor (72.)

Ein anderer Favorit strauchelte, fiel aber nicht: Lanús, der letztjährige Finalist der Libertadores. Die Granates hatten das Hinspiel gegen Sporting Cristal mit 4:2 gewonnen, was Cristal aber nicht davon abhielt, im Heimspiel mit viel Schwung und Überzeugung noch auf das Weiterkommen zu drängen. Ein frühes Elfmetertor von Starstürmer Herrera (7.) half den Cerveceros dabei, doch das wichtige zweite Tor wollte nicht fallen. Stattdessen glich Lanús‘ Garcia Guerreno kurz vor Ende (86.) per Kopf aus. Das 2:1 durch Horacio Calcaterras schönen Schlenzer in der Nachspielzeit war da nur Makulatur, dennoch hinterließ Cristal einen weit besseren Eindruck als beim peinlichen Ausscheiden in der Copa Libertadores 2017.

Die Nacht von Donnerstag auf Freitag begann mit einer eindrucksvollen Aufholjagd: Rampla Juniors, der uruguayische Außenseiter und Debütant auf internationalen Terrain, hatte nach der 0:2-Auswärtsniederlage bei der peruanischen UTC Cajamarca eine Herkulesaufgabe vor sich, überrannte überforderte Gäste aber im Estadio Luis Franzini von Beginn an. Die Angreifer Julian Lalinde (14.) und Cristian Olivera (22.) glichen das Hinspielresultat schnell aus, in der zweiten Halbzeit setzten der Brasilianer Igor sowie Matías Rigoleto noch zwei drauf und sorgten für einen beeindruckenden 4:0-Endstand.

Damit waren bis dato mal wieder alle Peruaner in der ersten Runde rausgeflogen, und die Ehre hing am letzten Vertreter: Sport Huancayo. Die hatten vom Hinspiel bei Union Espanola ein sehr respektables 0:0 mitgebracht und enttäuschten auch zu Hause nicht: Luis Trujillo (22.) brachte den Rojo Matador mit einem tückischen Fernschuss früh in Front (22.). In der zweiten Halbzeit machten der Kolumbianer Charles Monsalvo (50.) sowie Marcio Valverde (79.) den Deckel drauf, das Spiel endete 3:0. Die frustrierten Chilenen kassierten daraufhin noch zwei Platzverweise – Martín Palermo dürfte einigen Gesprächsbedarf mit seiner Mannschaft haben.

Gleiches gilt für Jorge Da Silva, den Coach von América de Cali. Die Kolumbianer hatten nach ihrem 1:0-Sieg bei Defensa y Justicia eine perfekte Ausgangslage fürs Rückspiel, doch vor entsetzten Fans im Estadio Pascual Guerrero waren es die Argentinier, die immer den Ton angaben und durch Fernando Márquez‘ spektakuläres Freistoßtor (12.) die Serie schnell ausglichen. Der starke Leonel Miranda krönte seine Leistung in der zweiten Halbzeit durch einen wunderbaren Fernschuss zum 0:2 (65.), ehe Nicolás Fernandez gegen eine unsortierte Abwehr sogar noch zum 0:3-Endstand traf (82.).

Keine Tore gab es dagegen zwischen den Mineros de Guayana und Nacional aus Paraguay. Schon das Hinspiel in Asunción hatte 0:0 geendet. Im Rückspiel zeigten beide Teams erneut mäßigen Fußball, und trotz nicht unbedingt sicherer Defensivreihen fielen keine Treffer. So musste das Elfmeterschießen herhalten, wo die Mineros zunächst klar im Vorteil schienen – die Venezolaner verwandelten ihre ersten drei Versuche. Bei Nacional scheiterten dagegen Victor Dávila und Keeper Juan Espínola. Doch dann wendete sich das Blatt: Drei Versuche hintereinander vergaben die Gastgeber, der Fehlschütze Espínola wurde mit zwei Paraden zum Helden der Paraguayer. Am Ende behielt der Ex-Wolfsburger Jonathan Santana die Nerven und erzielte das entscheidende 3:4.

Mit den weiteren Spielen der 1. Runde geht es erst in rund einem Monat (10.-13. April weiter), dann greifen vor allem die Brasilianer ein. Insbesondere die Duelle zwischen Rosario Central und Sao Paulo sowie Atletico Mineiro und San Lorenzo versprechen einiges.