Copa Sudamericana: Blamage für Peñarol, Dusel für San Lorenzo

In der zweiten Runde der Copa Sudamericana griff ein bunter Mix aus Teams ein: Außenseiter aus kleineren Ländern trafen auf kontinentale Größen wie San Lorenzo oder Sao Paulo. Einige große Namen mussten dabei die Segel streichen.

Sport Huancayo – Caracas 3:4 (Hin 0:2)

Das frühe Scheitern peruanischer Mannschaften ist in den letzten Jahren triste Tradition geworden. Eine seltene Ausnahme stellte Huancayo dar, das in der ersten Runde Union Espanola ausschaltete. Doch in der zweiten Runde hatte man nur ganz kurz eine Chance: Richard Salinas‘ frühes 1:0 (14.) weckte Hoffnungen, die 0:2-Niederlage in Caracas vergessen zu machen, doch schon Diomar Diaz‘ Ausgleich (28.) beendete diese faktisch wieder. Dennoch entwickelte sich ein spektakuläres Spiel, in dem die Hausherren zwar durch Marcio Valverde (42.) und Jonathan Sauñe (86.) noch zwei Tore erzielen konnten, aber wegen einer desaströsen Defensivleistung weitere Treffer von Hattricktorschütze Diaz (46., 69.) und Fernando Ariestiguieta (90.) zulassen mussten. Caracas trifft nun im Achtelfinale auf Atlético Parananese aus Brasilien.

Junior – Lanús 1:0, 3:2 i.E. (Hin 0:1)

Lanús steckt in einer tiefen Krise und konnte auch in der Copa Sudamericana kein Erfolgserlebnis feiern. Nach dem 1:0-Hinspielsieg verteidigte man dank des überragenden Keepers Esteban Andrada lange das Remis in Barranquilla, musste dann aber durch Luis Díaz (81.) doch noch einen Treffer hinnehmen. Die Folge war ein kurioses Elfmeterschießen, in dem unter anderem die Junior-Stars Teo Gutiérrez und Díaz vergaben. Doch weil auf der anderen Seite Pasquini, Belmonte und Andrada verschossen, war letztlich Juniors Keeper Sebastián Viera mit dem entscheidenden Elfer zum 3:2 der Held. Die Kolumbianer werden nun im Achtelfinale auf einen weiteren argentinischen Vertreter treffen, nämlich auf Colón.

Nacional Quito – Defensa y Justicia 1:0 (Hin 0:2)

Ganz dem eigenen Namen entsprechend widmete sich Defensa y Justicia praktisch ausschließlich dem Verteidigen des 2:0-Hinspielsiegs. In der Höhe von Quito wurde der Halcón daher hinten eingeschnürt, doch nach Daniel Angulos relativ früher Führung (20.) hatten die Gastgeber nicht mehr entscheidend zuzusetzen und schieden letztlich knapp aus. So geht das ungewohnte Abenteuer der Copa Sudamericana für Defensa y Justicia mit einem innerargentinischen Duell gegen Banfield weiter.

Jorge Wilstermann – Deportivo Cuenca 2:2, 5:6 i.E. (Hin 2:2)

18 Elfmeter in Cochabamba: Edison Preciados frühes 0:1 per Strafstoß (3.) deutete schon früh an, worauf der Tag hinauslaufen sollte. Der zwischenzeitliche Ausgleich gelang dem bolivianischen Goalgetter Gilbert Alvarez (18.), ehe die Gastgeber einen recht glücklichen Elfmeter erhielten. Christian Chávez scheiterte an einer spektakulären Parade von Cuencas Heras, doch im Nachschuss stellte Saucedo auf 2:1 (55.). Aber Cuenca steckte nicht auf, und Jackson Pita glich zum 2:2 aus (80.) – Elfmeterschießen! Vom Punkt scheiterten zunächst Saucedo und Cuencas Bonfigli, ehe die Spieler ihr Visier besser einstellten: Von den folgenden zwölf Schützen vergaben nur Gilbert Alvarez und Marco Mosquera. Der Unglücksrabe war dann Alejandro Meleán, der als achter Schütze an Brian Heras scheiterte, während Bryan Carabalí die Gäste in die nächste Runde schoss. Gegner ist dann Fluminense.

Bolivar La Paz – Deportivo Cali 1:2 (Hin 0:4)

Auch die letzten Träumer von einer Aufholjagd der himmelblauen Bolivianer mussten nach 30 Minuten aufgeben: Da flog Pablo Pedraza mit glatt rot vom Platz. So konnte Deportivo Cali den Spielstand ohne große Probleme verwalten und durch Miguel Murillos Einzelaktion (73.) sogar in Führung gehen. Callejóns Ausgleich (81.) war der Lohn für die nie aufsteckenden Gastgeber, die wegen Jorge Flores‘ Handspiel den Platz dennoch als Verlierer verließen: Nico Benedetti verwandelte den fälligen Elfer sicher (88.). Cali, das bisher einen sehr guten Eindruck hinterlässt, trifft nun in Achtelfinale auf die Liga de Quito.

Santa Fe – Rampla 2:0 (Hin 0:0)

Der uruguayische Außenseiter Rampla verschanzte sich in der Defensive und versuchte, wie schon im Hinspiel ein 0:0 gegen die favorisierten Kolumbianer zu erzwingen. Das klappte auch lange ganz gut, doch letztlich knackte Santa Fes Innenverteidiger Carlos Henao das Bollwerk mit gleich zwei Freistoßkrachern (55., 83.) – ausgerechnet der sonst überragende Rampla-Keeper Odriozola leistete dabei etwas Schützenhilfe. Zwischendurch waren Wilson Morelo (61.) auf Seiten der Hausherren sowie Gonzalo Rizzo bei den Gästen (57.) vom Platz geflogen. Für die Uruguayer, die dennoch auf ihre internationale Debütsaison stolz sein können, bestand nach dem ersten Gegentor nie eine realistische Chance aufs Weiterkommen. Santa Fe hingegen trifft im Achtelfinale auf die Stadtrivalen von den Millonarios.

Banfield – Boston River 2:0 (Hin 0:1)

Wie Rampla scheiterte mit Boston River auch ein weiterer uruguayischer Außenseiter ehrenhaft. Das Hinspiel gegen Banfield hatte das Team von Turco Apud überraschend gewinnen können, im Rückspiel schlugen sie sich ebenfalls lange hervorragend, auch wenn Bertolo zum 1:0 für die Gastgeber traf (51.). Dann begannen jedoch die Proteste der Uruguayer, denn Referee Carrillo verhängte gleich zwei Elfmeter für Banfield: Zunächst drosch Datolo seinen Versuch über den Kasten (56.), dann traf Bertolo flach und platziert (67.). So setzte sich der Favorit durch, ohne besonders überzeugt zu haben.

Peñarol – Atlético Paranaense 1:4 (Hin 0:2)

Der Autor ist immer noch zutiefst entsetzt und wünscht, den Mantel des Schweigens über dieses Spiel zu legen.

Cerro – Bahia 1:1 (Hin 0:2)

Ein weiterer uruguayischer Vertreter, der an seine Grenzen stieß, war Cerro. Im heimischen Estadio Luis Tróccoli konnte man die Hinspielniederlage gegen Bahia nicht wettmachen, Zé Rafaels abgefälschtes 0:1 (19.) bedeutete schon die Entscheidung. Dennoch steckten die Villeros nicht auf und kamen dank eines schönen Tores des diese Saison starken Leandro Paiva noch zum 1:1 (62.). Im Achtelfinale trifft Bahia nun auf die Landsleute von Botafogo.

Vasco da Gama – Liga de Quito 1:0 (Hin 1:3)

In der heimischen Liga steckt man im Abstiegskampf, in Quito gab’s im Hinspiel ein 1:3: Es ist einfach nicht die Saison von Vasco da Gama. Das merkte man den Spielern auch an, denn trotz einer handballartigen Dominanz fehlte es an Selbstvertrauen für den entscheidenden Pass oder Schuss. Erst in der 86. konnte Thiago Galhardo den Gästekeeper Gabbarini überwinden, doch es war nicht genug für die Brasilianer. Für die Liga de Quito reichte einmal mehr der Vorsprung aus dem Heimspiel trotz einer Auswärtsniederlage zum Weiterkommen.

Nacional Montevideo – Sol de America 1:0 (Hin 0:0)

Ein einziger uruguayischer Vertreter hält die Fahne hoch: Nacional aus Montevideo. Und auch für den Renommierklub war gegen das paraguayische Sol de América 90 Minuten harter Kampf angesagt. Letztlich blieb Matías Zuninos glückliches Abstaubertor (19.) der einzige Treffer des Tages, auch wenn beide Teams gute Möglichkeiten hatten und die Keeper Esteban Conde und Gerardo Ortiz zu den überragenden Figuren des Spiels machten. Im Achtelfinale treffen die Uruguayer nun auf San Lorenzo.

Temuco – San Lorenzo 1:0 (Hin 0:3 gewertet)

Das kleine Temuco fährt nach Argentinien, schlägt dort das große San Lorenzo verdient mit 2:1, drei Wochen später ist wieder David der Sieger, diesmal mit 1:0 durch das späte Kopfballtor von Matías Donoso (90.). Die Story der Runde? Leider nicht: Das Hinspiel wurde wegen eines Registrierungsfehlers bei Temucos Kadernominierung mit 3:0 für San Lorenzo gewertet, das 1:0 war also viel zu wenig für Temuco. Im Rückspiel ging es angesichts der besonderen Umstände außergewöhnlich hitzig zur Sache, schon bei der Ankunft in der Araukanie waren die Gäste mit Steinwürfen begrüßt worden. Für die katastrophale Leistung der Argentinier über 180 Minuten kann das aber keine Entschuldigung sein. Und auch wenn man nun mit einem blauen Auge davongekommen ist: Gegen Nacional wird man nicht wieder so viel Glück am grünen Tisch haben.

Millonarios – General Diaz 4:0 (Hin 1:1)

In der heimischen Liga knirscht es noch ein wenig, aber beim klaren Heimsieg über den paraguayischen Vertreter General Diaz zeigte Millonarios‘ Offensive um Gabriel Hauche und Ayron Del Valle, was sie drauf hat: Hauche (31.), Sturmtank Roberto Ovelar (38.), Del Valle (78.) und David Silva (86.) sorgten für einen nie gefährdeten Heimsieg der Bogotanos, die durchaus einen höheren Heimsieg hätten feiern können.

Botafogo – Nacional Asunción 2:0 (Hin 1:2)

Beide Teams hatten sich mit dem knappen Heimsieg des Hinspiels anfreunden können, so dass das Duell in Rio entschieden wurde. Die favorisierten Gastgeber hatten das Spiel meist gut im Griff und gingen kurz vor der Pause durch Rodrigo Lindosos Kopfball (38.) in Führung. Die Gäste verloren dennoch die Ordnung nicht und kamen auf einige interessante Angriffe, waren aber letztlich unterlegen. Als die Guaranies kurz vor Schluss etwas aufmachten, bestrafte der Fogao das: Der starke Leo Valencia setzte wie so oft einen Fernschuss in die Maschen (89.) und besiegelte damit das Weiterkommen.

Colón – Sao Paulo 0:1, 5:3 i.E. (Hin 0:1)

Cementerio de los Elefantes heißt das Heimstadion von Colón im Volksmund – und ein weiterer Elefant des südamerikanischen Fußballs liegt nun dort begraben: Der FC Sao Paulo. Die Brasilianer, einer der Turnierfavoriten, hatten das Hinspiel überraschend mit 0:1 verloren und zeigten sich auch im Rückspiel zwar feldüberlegen, aber zu unentschlossen. So verteidigte Colón lange die Führung, bis Liziero einen traumhaften Dropkick ins linke Eck versenkte (72.). Für mehr reichte es aber nicht, und im Elfmeterschießen machte Leandro Burián mit seiner Parade gegen Bruno Alves die Sensation für den argentinischen Außenseiter perfekt.

Defensor – Fluminense 0:1 (Hin 0:2)

Beide Teams durchlaufen aktuell eine Ergebniskrise, doch im direkten Aufeinandertreffen war Fluminense das bessere und glücklichere Team. Nach zwei späten Toren der Brasilianer im Hinspiel stand Defensor im heimischen Estadio Luis Franzini gehörig unter Druck, konnte aber außer markigen Sprüchen wenig zeigen. Wenn die Violetas doch mal durchkamen, war beim sehr aufmerksamen Julio César im Tor der Gäste Feierabend. Das Tor des Tages gelang daher den Brasilianern: Gilberto steckte auf Pedro durch, der mit großer Klasse per Lupfer abschloss (78.). Flu machte seiner Favoritenrolle somit alle Ehre und hat im Achtelfinale mit Cuenca erneut ein machbar erscheinendes Los.