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Twitter / Barcelona SC Guayaquil

Ecuador: Dominant, dominanter, Barcelona SC

Selten war eine Mannschaft in Ecuador den anderen so überlegen wie Barcelona SC Guayaquil in diesem Jahr. Am Ende steht eine verdiente und rekordreiche Meisterschaft. Ein kurzer Rück- und Ausblick auf die ecuadorianische Serie A.

Nach drei Jahren ist die Vorherrschaft von CS Emelec in der ecuadorianischen Serie A eindrucksvoll beendet worden. Stadtrivale und Rekordmeister Barcelona SC Guayaquil, der in der letzten Saison noch aufgrund akuter finanzieller Probleme und hoher Schulden acht Punkte abgezogen bekommen hatte, krönte am letzten Wochenende eine fulminante Saison mit dem 15. Meistertitel und einigen Rekordmarken.

Rekord über Rekord

Allerdings verpasste es Barcelona am Ende der Saison knapp, die 100-Punkte-Marke zu knacken. Durch ein 3:3 am letzten Spieltag –trotz einer zwischenzeitlichen 3:0-Führung – erreichte der Klub nur 99 Punkte in insgesamt 44 Spielen. Dennoch ein Rekordwert. Zwar erlangte Barcelona in der Saison 1995 sogar 101 Punkte, allerdings in 50 Spielen. Weitere Rekorde dieser Spielzeit waren unter anderem die meisten gewonnen Spiele in einem Jahr (31 Siege), die beste Tordifferenz (+58) sowie die Serie von 39 Spielen hintereinander, in denen mindestens ein Tor erzielt wurde.

 Das Meisterteam in Ecuador: Barcelona SC Guayaquil

Allerdings hat diese Rekordsaison wahrscheinlich auch ihren Preis: Neben Top-Torjäger Jonatan Álvez (28) stehen vor allem die jungen Spieler wie etwa Ely Esterilla (23), Washington Vera (22) und Mario Pineida (24) auf dem Zettel einiger ausländischer Klubs. Einer aus der Meistermannschaft könnte auch bald den Weg in die Bundesliga finden: Innenverteidiger Andersson Ordóñez (22) steht nach übereinstimmenden Medienberichten vor einem Transfer zu Eintracht Frankfurt.

Acht von zwölf Teams international dabei

Aufgrund der neuen Platzvergabe für die internationalen Pokale qualifizieren sich seit dieser Saison in der Serie A acht von zwölf Vereinen für das internationale Geschäft. Neben Barcelona haben sich CS Emelec, CD El Nacional und der Finalist der letzten Ausgabe, Independiente del Valle, für die Copa Libertadores qualifiziert. Ob Independiente in der nächsten Spielzeit erneut für Furore sorgen kann, ist jedoch fragwürdig. Mittlerweile muss der Klub bereits zehn Abgänge verkraften und schon in der Segunda Etapa konnte nicht mehr an vergangene Leistungen angeknüpft werden.

Für die Copa Sudamericana haben sich LDU Quito, Deportivo Cuenca, CD Universidad Católica und auch Aufsteiger Fuerza Amarilla SC qualifiziert. Damit gelingt dem Neuling der direkte Durchmarsch aus dem Amateurfußball in den internationalen Pokal. Enttäuschend ist das Saisonergebnis hingegen für LDU. Keiner der Neuzugänge konnte die erwartete Leistung erbringen und seit dem Abgang von Luis Zubeldía (35) hatte der Hauptstadtklub auch bei der Trainerwahl kein glückliches Händchen. Keiner der drei Trainer konnte der Mannschaft seinen Stempel aufdrücken. Für die kommende Spielzeit wurde bereits ein Umbruch angekündigt, bei dem vor allem auf die Jugend gesetzt werden soll. Dafür wurde auch bereits mit dem ehemaligen uruguayischen Nationaltorhüter Gustavo Munúa (38) ein neuer Trainer verpflichtet.

Ein weiterer Neuling in 2017

Mushuc Runa SC und SD Aucas müssen hingegen nach drei beziehungsweise zwei Jahren in der Serie A wieder den Gang in die Zweitklassigkeit antreten. Während Mushuc Runa nach einer katastrophalen Primera Etapa sich trotz einer zwischenzeitlichen Aufholjagd in der Segunda Etapa nicht mehr retten konnte, scheitert Aucas aufgrund der Verjüngung des Teams, das sich erst zu spät fand und sein Potenzial abrufen konnte.

Aufsteiger aus der Serie B sind CSD Macará, der nach drei Jahren in der zweiten Liga zurückkehrt, und CD Clan Juvenil. Genau wie Fuerza Amarilla im letzten Jahr gelingt dem Verein erstmalig der Aufstieg in die höchste Spielklasse. Auch Clan Juvenil schafft somit den direkten Durchmarsch aus dem Amateurfußball in die Serie A.