Furch

Furch schießt Santos zum Titel – Lobos dürfen bleiben

Durch ein 1:1 im Finalrückspiel in Toluca und einen 2:1-Sieg im Hinspiel zu Hause hat Santos Laguna im mexikanischen Torneo Clausura seinen insgesamt sechsten Meistertitel gefeiert. Der sportliche Absteiger Lobos BUAP darf hingegen doch in der Liga bleiben.

Am Ende schaffte es Julio César Furch sogar, Torschützenkönig Djaniny in den Schatten zu stellen. Mit seinem Treffer beim gestrigen 1:1-Unentschieden in Toluca sowie dem späten Siegtreffer beim 2:1-Erfolg im Hinspiel am Donnerstag avancierte der argentinische Stürmer zum Titelgaranten für Santos Laguna, das erstmals seit 2015 wieder den Meisterpokal in die Höhe stemmen durfte. In der regulären Saison war Furch mit fünf Saisontreffern noch von seinem kapverdischen Sturmpartner in den Schatten gestellt worden, nachdem dieser mit 14 Toren eine Bilderbuchspielzeit hingelegt hatte. Doch in den Play-offs lief der Argentinier zu großer Form auf, erzielte insgesamt vier Treffer, zwei davon in den insgesamt 180 Minuten gegen Toluca. “Ich bin stolz auf alle meine 26 Spieler, die alle großartige Arbeit geleistet haben und Teil dieses Erfolgs sind”, wollte Trainer Robert Dante Siboldi nach dem Spiel dennoch keinen seiner Schützlinge gesondert herausnehmen.”

Toluca kommt zu spät zurück

Im ersten Duell am Donnerstag sah es für Santos lange Zeit nur mäßig aus, bis 20 Minuten vor dem Ende lag man durch einen Treffer von Luis Quiñones aus der 53. Minute mit 0:1 hinten. Doch dann gelang in der 71. Minute zunächst Djaniny der Ausgleich, Furch drückte eine Flanke des in den Play-offs ebenfalls überragenden Bryan Lozano in der 89. Minute am kurzen Pfosten über die Linie. Im Rückspiel, bei dem sich zunächst ein Hagelschauer über dem Estadio Nemesio Díez ergoss und später immer wieder Nebelschwaden aus dem Block der heimischen Barra Perra Brava strömten, ließ sich der 28-Jährige dann deutlich weniger Zeit, schon in der zehnten Minute traf er mit einem platzierten Flachschuss aus 20 Metern, der Nationalkeeper Alfredo Talavera auf dem falschen Fuß erwischte. Im weiteren Verlauf lebte erhöte Toluca nach und nach den Druck, scheiterte aber immer wieder an Gästekeeper Jonathan Orozco, der schon im ersten Durchgang mit zwei Glanzparaden gegen Rubens Sambueza (38.) und José Antonio Ríos (45.+1) die Pausenführung rettete. Santos kam vereinzelt zu guten Gelegenheiten, so traf Kapitän Carlos Izquierdoz in der 33. Minute mit einem Kopfball nur den Pfosten. Nach der Pause wurden die Gelegenheiten für die Diablos Rojos seltener, der Ausgleich von Gabriel Hauche in der 82. Minute sorgte noch einmal für Spannung, weitere gute Chancen ergaben sich bis zum Schluss allerdings nicht.

Vor den Augen von Nationaltrainer Juan Carlos Osorio, der mit Tolucas Keeper Talavera und dem seit Wochen verletzten Santos-Verteidiger Néstor Araujo lediglich zwei Akteure der Finalteilnehmer in den vorläufigen WM-Kader berufen hatte, zeigte sich Santos bis zuletzt sattelfest und brachte das Remis über die Zeit. Besonders Mittelfeldspieler José Juan Vázquez, der als Abräumer 2014 eine starke WM-Vorrunde gespielt hatte, wusste einmal mehr zu überzeugen, seine Nicht-Nominierung gilt als eine der am meisten kritisierten Personalien seit Veröffentlichung des 28-Mann-Aufgebots. “Jetzt gibt es keine Chance mehr, ich bin sehr zufrieden mit dem was ich erreicht habe, aber diese Etappe ist jetzt vorüber”, zeigte sich der 30-Jährige nach dem Spiel realistisch, zeigte sich davon angesichts des Titelgewinns aber auch nur mäßig beeindruckt.

Lobos rettet sich am Grünen Tisch

Vor einigen Wochen schon stand Aufsteiger Lobos BUAP als sportlicher Absteiger fest, nun bestätigte die Liga aber doch noch den Klassenverbleib des Universitätsklubs aus Puebla. Nachdem der eigentliche Aufsteiger Cafetaleros de Tapachula nicht die Richtlinien für eine Lizenz erfüllte, war Lobos der Klassenerhalt gegen Zahlung einer Summe von 120 Millionen Pesos, umgerechnet rund 5,2 Millionen Euro, angeboten worden. Nach langem Hin und Her und öffentlichen Streitigkeiten mit der Liga konnte der Klub die Summe letztlich doch aufbringen, sodass auch im kommenden Jahr mit 18 Teams gespielt wird, während der sportliche Abstieg zwecks der Aufstockung auf 20 Teams in den kommenden zwei Jahren ausgesetzt ist.