Finalrunde in Kolumbien

Acht Mannschaften sind noch im Rennen um die Apertura-Krone, der Favoritenkreis ist gross. Das macht die kolumbianische Liga aus. Seit 6 Saisons kürt sich immer ein anderes Team zum Meister. Heute erfolgt der Start in die Gruppenphase, für die sich die besten Acht der Vorrunde qualifiziert haben. Alles beginnt wieder bei Null. In zwei Gruppen (A + B )aufgeteilt, spielen die Teams innerhalb ihrer Serie je zwei Mal gegeneinander. Nach sechs Runden, die innerhalb von vier Wochen gespielt werden, qualifizieren sich die beiden Gruppenersten für das grosse Finale.

Als ein Favorit steigen die Millonarios ins Rennen. Die Hauptstädter dominierten die Vorrunde, hinterliessen zuletzt jedoch einen unsicheren Eindruck. Die grosse Stärke der Millonarios ist die Breite des Kaders. Nicht weniger als 11 Spieler reihten sich als Torschützen ein. Erster Herausforderer in der Gruppe A dürfte America de Cali sein, die Wundertüte dieser Saison. Auf starke Spiele und Siegesserien folgten desolate und unmotivierte Auftritte. Grosse Hoffnungen der launischen Truppe ruhen auf dem Torinstinkt des venezolanischen Wandervogels Fernando Aristeguieta, der fast die Hälfte aller Tore erzielt hatte. Millonarios und America duellieren sich mit den zwei „Kleinen“ der Finalrunde. Weder dem Aufsteiger Union Magdalena (Santa Marta) noch Deportivo Pasto hatte man vor der Saison die Qualifikation zugetraut. Leise und unspektakulär haben sie die Überraschungsmannschaften unter die besten Acht gespielt. Die Favoriten sind gewarnt: Ihre Gefährlichkeit haben Union und Pasto bewiesen.

Freude hier, Tristesse dort. Die zwei grossen Abwesenden in der Finalrunde sind Vize-Meister Independiente Medellin, der trotz Schlussspurt nicht über den 9. Platz hinaus kam, und Santa Fe. Das Team aus Bogota beendete eine desaströse Saison mit nur 1 Sieg aus 20 Spielen auf dem letzten Platz.

Auf dem Papier offener und spannender präsentiert sich die Situation in der Gruppe B mit Deportivo Cali, Tolima, Atletico Nacional und Junior aus Barranquilla. Letztere starteten furios in die Saison, begeisterten mit attraktivem Fussball und bauten dramatisch ab. Aus den letzten 10 Spiele resultierte nur ein Sieg. Dank des herausgespielten Punktepolsters zu Saisonbeginn reichte es dem Titelverteidiger ganz knapp für die Qualifikation. Wie stark das Team von der Karibikküste ist, zeigt ein Blick auf die Statistik: Die Juniors sind die Mannschaft mit dem grössten Ballbesitz (57%) und der höchsten Passgenauigkeit (85%). Umgekehrte Vorzeichen bei den Grünen aus Medellin: Atletico Nacional spielte sich erst in den letzten Spielen unter die besten Acht. Die Verdolagas lassen die Qualität der letzten Jahre vermissen. Langsam, aber sicher in Fahrt kommt die neue Nr.10. Der Uruguayer Pablo Ceppelini war zuletzt an fast allen Toren von Nacional beteiligt.

Weiter im Süden, bei Deportivo Cali – dem jüngsten Team der Liga – , läuft ein anderer Spieler heiss. Der argentinische Stürmer Juan Ignacio Dinenno erzielte 8 der letzten 12 Tore seiner Mannschaft. Deportivo hat das Gleichgewicht zwischen erfahrenen Spieler und talentierten Jungen (wie Andres Balanta, Kevin Velasco oder Déiber Caicedo) gefunden und gehört zum Favoritenkreis um den Titel. Dazu gehört auch der letztjährige Apertura-Champion Deportes Tolima. Die Mannschaft aus Ibague bestach in der heimischen Liga zuletzt durch Konstanz und möchte den grössten Erfolg der Vereinsgeschichte wiederholen. Tolima verstärkte sich mit Blick auf die Doppelbelastung mit der Copa Libertadores auf diese Saison hin. Dort war nach einem Aussetzer gegen Jorge Wilstermann (Bolivien) in der Grupppenphase Endstation.