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Kolumbien – Liga Águila: Rückblick auf die Playoff-Viertelfinalspiele

In den Viertelfinalspielen der Liga Águila sorgte Deportivo Cali für eine Überraschung und schaltete den Titelanwärter Independiente Medellín aus. Los Millonarios ließ die Kritiker nach dem Sieg gegen Bucaramanga verstummen. Copa Libertadores-Sieger Medellín zog gegen Jaguares de Córdoba souverän ins Halbfinale ein. Und auch Cali belohnte die treuen Anhänger mit dem Halbfinaleinzug.

Independiente Medellín – Deportivo Cali 4:5 (nach Hin- & Rückspiel)

Nach der Apertura hielten die meisten Experten „DIM“ für den großen Titelanwärter neben Stadtrivale Nacional, und man räumte dem kriselnden Cali eher eine Außenseiterchance ein.

Hinspiel: Cali – Medellín 4:1

Im Hinspiel ließ jedoch das Team aus Cali von Héctor Cárdenas seine Kritiker verstummen und besiegte Medellín vor reduziertem Publikum klar mit 4:1. Die Zuschauereinschränkung war die Folge eines Platzsturmes vor wenigen Wochen beim Clásico zwischen Deportivo und América de Cali, bei dem es leider sogar zu Verletzten kam.

Zu Beginn der Begegnung sah man beiden Teams an, dass sie unbedingt gewinnen wollten, weshalb es keine Abtastphase gab, sondern sich beide Teams vom Anpfiff weg Torchancen erarbeiteten. Der Argentinier Fabián Sambueza erzielte nach 22 Minuten per Fernschuss den vielumjubelten Führungstreffer für Cali, wobei der zweite Treffer für „Los Azuceros“ nur zwölf Minuten später folgte. Youngster Benedetti scheiterte zuerst noch mit einem Schuss am Medellín-Keeper, aber Luis Orejuela konnte per Nachschuss das 2:0 erzielen. In der zweiten Halbzeit machte Deportivo Cali genauso weiter, wie es in der ersten Halbzeit aufgehört hatte, und in der 51. Minute folgte schon der nächste Treffer von Sambueza, der per Fernschuss auf 3:0 erhöhte. Doch auch mit der 3:0 Führung wollte sich Cali noch nicht zufriedengeben und spielte weiter offensiv, woraufhin sie in der 54. Minute durch den umworbenen Nicolas Benedetti den Spielstand auf 4:0 hochschrauben konnten. Nach dem Tor nahm Cali-Coach Cárdenas einige Wechsel vor, weshalb der Spielfluss ein wenig verloren ging, und die Gäste aus Medellín noch zu einem Auswärtstor kamen. Der enttäuschende Quintero verwandelte in der 73. Minute einen Elfmeter zum 4:1, nachdem zuvor Castro von Jeison Angulo gefoult worden war.

Nach dem Hinspiel meinte „DIM“-Trainer Luis Zubeldía, dass für sein Team an einem normalen Tag im Atanasio Girardot ein 3:0 möglich sei, weshalb er seine Mannschaft noch längst nicht ausgeschieden sah.

Rückspiel: Medellín – Cali 3:1

Tatsächlich konnte Medellín im Rückspiel drei Tore erzielen, allerdings gelang Cali auch ein Tor, weshalb der 3:1 Endstand letztendlich nicht reichte. „El Poderoso“ drängte schon früh auf den Führungstreffer, und ging durch Quintero nach 18 Minuten per Elfmeter in Führung. Dieser war jedoch sehr umstritten. Noch vor der Halbzeit folgte der zweite Treffer für das Heimteam, durch ein unglückliches Eigentor von Jeison Angulo. Als das Spiel immer mehr zugunsten von Medellín lief, gelang den Gästen in der 59. Minute das wichtige Auswärtstor, durch den erneut starken Benedetti, nach schöner Vorlage von Luis Orejuela. Den Endstand erzielte Arias in der Nachspielzeit, wobei das 3:1 dem Heimteam nicht mehr weiterhalf. Medellín wird nun alles auf die Copa Sudamericana und die Copa Águila setzen.

Millonarios Bogotá – Atlético Bucaramanga 4:2 (nach Hin- & Rückspiel)

Hinspiel: Bucaramanga – Millonarios 2:2

In einem spannenden Hinspiel gab es nach 90 Minuten keinen Sieger im Alvaro Gomez Hurtado. Das Heimteam versuchte den schlechten Platz zu seinem Vorteil zu nutzen, indem es Millonarios-Keeper Nicolas Vikonis immer wieder mit Fernschüssen prüfte. Insgesamt war es eine gute Partie, mit Chancen auf beiden Seiten. Es waren dann die Gäste aus Bogotá die den ersten Treffer markieren konnten. Duver Riascos konnte in der 38. Minute die Führung erzielen, als er den Ball gut im Strafraum behaupten konnte und aus ca. 15 Metern flach vollstreckte.

Die zweite Halbzeit verlief ähnlich rasant wie die erste, vor allem weil Bucaramanga unbedingt den Ausgleich erzielen wollte. Nachdem Gabriel Gomez einen schönen Pass auf Mejia spielte, und der Ex-Millonarios-Akteur zuerst mehrere Verteidiger aussteigen ließ, erzielte dieser in der 68. Minute den verdienten Ausgleich. Und zwei Minuten vor Abpfiff gelang Bucaramanga sogar die Führung durch Jeisson Palacios, der nach einem Eckball von Mejia am langen Pfosten den Ball einschob. Als alle dachten, dass das Spiel mit einem Sieg für das Heimteam zu Ende gehen würde, ging Bucaramanga-Verteidiger Marlon Torres im Strafraum ungeschickt in einen Zweikampf mit Ayron del Valle, woraufhin der Schiedsrichter auf den Elfmeterpunkt zeigte. Den folgenden Strafstoß verwandelte der Gefoulte ohne Probleme zum 2:2.

Rückspiel: Millonarios – Bucaramanga 2:0

Im Rückspiel ließ das Team aus der Haupstadt nichts anbrennen und gewann verdient mit 2:0. Beide Tore für Bogotá fielen kurioserweise in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit und waren jeweils ein Abbild des Anderen. Zunächst brachte Henry Rojas in der ersten Minute der Nachspielzeit einen Eckball in den Strafraum, den Abwehrchef Andres Cadavid (46.) wuchtig zum 1:0 verwandeln konnte. Den frühen Endstand erzielte zwei Minuten später (48.) wieder einmal Torjäger Duver Riascos, ebenfalls nach einer Ecke von Henry Rojas, dem besten Mann auf dem Feld.

In der zweiten Hälfte hätte Millonarios sogar noch mehr Tore erzielen können, da die Gäste aus Bucaramanga einfach zu passiv in den Zweikämpfen waren, und Millonarios-Spielmacher Rojas nach Belieben das Spiel gestalten ließen. Letzten Endes zieht Bogotá als verdienter Sieger aus beiden Playoff-Spielen ins Halbfinale ein, und darf sich durchaus Hoffnungen machen auf den Liga Aguila-Titel.

Atlético Nacional – Jaguares de Córdoba 6:3 (Nach Hin- & Rückspiel)

Hinspiel: Jaguares – Atlético 1:3

Das Hinspiel beim Außenseiter Jaguares konnte „El Verdolaga“ klar mit 3:1 für sich entscheiden, nachdem man, nach dem klaren Aus in der Copa Libertadores, den ganzen Fokus auf die Liga gesetzt hatte.

Der große Titelaspirant aus Medellín wollte im Hinspiel alles klar machen und begann das Spiel mit entsprechender Einstellung. In der 1. Halbzeit gelang auch schon die Führung; Dayro Moreno konnte in der 29. Minute mit einem platzierten Schuss Wilder Mosquera überwinden. Nach 53 Minuten folgte dann das zweite Tor für die Gäste. Spielmacher Macnelly Torres setzte Rodin Quinones mit einem Traumpass in Szene, sodass dieser nur noch einschieben musste. Auch wenn Jaguares 13 Minuten später durch Ray Vanegas zum Anschlusstreffer kam, ließ Nacional nichts mehr anbrennen und krönte die bärenstarke Leistung sogar noch mit dem dritten Auswärtstor. Torjäger Dayro Moreno war diesmal Vorbereiter, und legte zurück auf Macnelly Torres, der im Anschluss keine Probleme hatte den Ball im Tor unterzubringen.

Rückspiel: Atlético – Jaguares 3:2

Obwohl das Überraschungsteam Jaguares schon nach dem Hinspiel fast aus dem Meisterschaftsrennen ausgeschieden schien, konnte die Mannschaft im Rückspiel fast noch für eine Sensation sorgen. Am Ende verlor man aber knapp mit 3:2, wobei es nach 63 Spielminuten 2:0 für die Gäste gestanden hatte. Wie auch schon im Hinspiel trug sich Jaguares-Akteur Ray Vanegas in die Torschützenliste ein, nachdem er in der 17. Minute die Abwehr von „El Verde“ düpierte und das Leder unhaltbar ins rechte Eck zimmerte. Das 0:2 nach knapp einer Stunde durch Ricardo Steer, nach Flanke von Londono, war der Aufwecker für das Heimteam. Nach diesem Tor folgte eine großartige Aufholjagd von Medellín, angeführt vom Traumduo Macnelly Torres und Dayro Moreno. In der 67. traf Moreno, nach Steilpass von Rodin Quinones zum Anschluss. Nur sieben Minuten später folgte bereits der Ausgleich durch Arley Rodriguez, der einen Eckball vom starken Torres ins Tor köpfte. Nach dem 2:2 war die Runde eigentlich entschieden, weshalb die Gäste nicht mehr wirklich viel fürs Spiel taten und Nacional schließlich sogar noch das Siegtor gelang. Nach starkem Solo von Mateus Uribe konnte Keeper Mosquera zwar dessen Versuch noch abwehren, war dann aber machtlos beim Nachschuss von Moreno, sodass es nach 90 Minuten 3:2 für das Team von Reinaldo Rueda hieß. Trotz des klaren Gesamt-Endergebnisses agierte Jaguares vor allem im Rückspiel tapfer, während Nacional weiter hart an sich arbeiten muss, da vor allem die Abwehr noch nicht wirklich titelreif ist.

Deportivo Pasto – América de Cali 0:1 (Nach Hin- & Rückspiel)

Nachdem es vor wenigen Wochen während der Begegnung zwischen América und Deportivo Cali zu einem Platzsturm kam, mussten die „Roten Teufel“ im Viertelfinal-Hinspiel komplett ohne Fans auskommen. Diese Sanktion traf Cali besonders hart, denn in dieser Saison unterstützten die zahlreichen Anhänger das Team von Hernán Torres mit hohen Zuschauerzahlen. Möglicherweise fielen deshalb auch keine Tore im „Pascual Guerrero“, sodass es nach einem ereignislosen Spiel 0:0 stand, was eher als Erfolg für Patso zu bewerten war.

Im Rückspiel in Pasto waren viele Anhänger Calis im Stadion, wodurch das Team scheinbar wieder motivierter agierte und sich tatsächlich durch ein knappes 1:0 für das Halbfinale qualifizieren konnte. Beide Mannschaften spielten ohne große Angst, wodurch es zu zahlreichen Chancen auf beiden Seiten kam. Trotzdem fiel nur ein Tor, und zwar für Cali. Den goldenen Treffer erzielte Youngster Juan Camilo Hernandez, als er den Ball nach einer Hereingabe direkt nahm und unter die Latte drosch. Man sah „El Cucho“ die Erleichterung an, da er seit seiner Ankunft am Anfang des Jahres immer wieder mit Verletzungsproblemen zu kämpfen hatte, und im Anschluss mit seiner Rolle als Ersatzspieler unzufrieden war.

Vor einigen Monaten spielte Cali noch in der zweiten Liga, weshalb der Einzug ins Halbfinale als großer Erfolg gilt, und man jetzt als Krönung gegen Stadtrivale Deportivo ins Finale einziehen will.

Die Halbfinal-Paarungen der Liga Águila sehen wie folgt aus:

Millonarios Bogotá – Atlético Nacional

América Cali – Deportivo Cali