Playoffs
Facebook / OfficialLigaAguila

Playoff-Vorschau Liga Águila

Am vergangenen Wochenende endete die Apertura in der kolumbianischen Liga Águila, und unter den besten acht Teams die sich für die Playoffs qualifizieren konnten, gibt es diesmal reichlich Überraschungen. Besonders sorgt aber die Nicht-Qualifizierung der Teams aus Bogotá für Aufsehen.

Meister Millonarios Bogota konnte aus 19 Spielen nur 26 Punkte holen, was nur für den neunten Platz reichte. Auch der große Konkurrent Independiente Santa Fe spielte eine ganz schwache Runde, und beendete die Saison auf dem enttäuschenden zwölften Platz. Auch beim Traditionsklub América Cali sieht die Situation nicht viel besser aus. Ganz im Gegenteil, der 17. Tabellenplatz ist ein Debakel für den beliebten Verein.

Aufgrund der zahlreichen Enttäuschungen gab es aber auch mehrere Überraschungen, z.B. Once Caldas und Patriotas Boyaca, mit denen vor der Saison kaum einer gerechnet hatte. Der Erfolg von Caldas ist dabei eng mit der Verpflichtung des Trainers Hernan Bodhert zu Saisonbeginn verbunden, der den Verein wieder in die Spur brachte. Eine noch größere Überraschung stellt jedoch das furios aufspielende Atlético Huila aus der Stadt Neiva dar, das sich trotz des geringen Etats für die Playoffs qualifizieren konnte.

Die Playoffs setzen sich aus folgenden Begegnungen zusammen:

Patriotas Boyaca – Atlético Huila

In diesem Spiel treffen zwei vermeintliche Außenseiter aufeinander. Doch vor allem Patriotas, das von Diego Corredor trainiert wird, zeigte in der letzten Zeit immer wieder starke Leistungen. Vor allem gegen die großen Gegner war man stets im Stande zu punkten, und gegen Ligaprimus Altetico Nacional gelang sogar ein Sieg. Im heimischen “Estadio La Independencia” spielte Boyaca meist stark auf, weshalb es das Ziel sein wird, sich im Hinspiel eine möglichst gute Ausgangsposition zu verschaffen. Diese Woche war sogar eine Abordnung des Vereins bei Bayern München zu Gast, um einen Einblick in die Arbeit beim Rekordmeister zu bekommen.

Auf der anderen Seite steht Atlético Huila, das nach Jahren der Misere wieder einmal in die Playoffs einzieht. Dieser Erfolg ist vor allem Trainer Nestor Craviotto zu verdanken. Nach den jüngsten Erfolge kamen zuletzt auch Spekulationen auf, die den Argentinier als Trainer-Kandidat bei América Cali sehen.

Zu den bekanntesten Spielern in diesen Partien zählen die Veteranen Omar Pérez seitens Boyaca und Mayer Candelo auf Seiten von Huila. Zwei Spielmacher, die schon seit vielen Jahre ihr Können in der Liga Águila zeigen.

Deportivo Cali – Atlético Nacional

Einen wahren Kracher erwartet die Zuschauer in den Ausscheidungs-Spielen zwischen Cali und Medellín, zwei Schwergewichter des kolumbianischen Fußballs. Nach einem schlechten Saisonstart konnte sich Cali fangen und startete eine Siegesserie. Im heimischen “Estadio Palmaseca” möchte das Team von Gerardo Pelusso nun einen erfolgreichen Start hinlegen. In schlechter Erinnerung sind mit Sicherheit noch die Finalbegegnungen von 2017, als man ebenfalls gegen Atletico Nacional antrat. Damals konnte man das Hinspiel mit 2:0 für sich entscheiden, aber verlor im Rückspiel mit 5:1, womit Medellin mal wieder als Meister feststand. Im Hinspiel müssen “Los Azucareros” jedenfalls auf Kevin Balanta und Andres Roa verzichten.

Als klarer Favorit geht “El Verdolaga” in diese Begegnungen. Die Mannschaft von Jorge Almiron stand nach der Apertura mit sechs Punkten Vorsprung auf dem ersten Platz, hat qualitativ eine der besten Mannschaften der Liga, und besticht durch Effektivität. Denn obwohl der Fußball der Medellíner nicht der Schönste ist, bringt er die gewünschten Ergebnisse. Nachdem Nacional im vergangenen Jahr bereits im Playoff-Viertelfinale an Tolima scheiterte, möchte man 2018 unbedingt wieder den Titel.

Atlético Junior – Independiente Medellin

Nach Cali-Nacional gibt es zwischen Atletico Junior und Independiente Medellin den nächsten Kracher. Junior konnte sich seit dem letzten Jahr wieder in der Spitzengruppe der Liga Aguila etablieren. Großen Anteil daran hatten auch die kostspieligen Investitionen. Vor allem Teofilo Gutierrez hat mit sechs Ligatreffern seinen Teil zur Qualifikation beigetragen. Der fünfte Tabellenplatz ist darauf zurück zu führen, dass seit Saisonbeginn meist die zweite Garde spielte, um die Stammspieler für die Libertadores zu schonen. Auch im jetzigen Hinspiel wird Trainer Julio Comesana rotieren, da in der kommenden Woche das entscheidende Libertadors-Spiel gegen Palmeiras ansteht.

Bei Independiente Medellin hat dagegen die Liga derzeit höchste Priorität. Unter der Woche schied man schmerzhaft aus der Copa Sudamericana aus, weshalb man nun wieder Gutmachung betreiben möchte. Hinter Erzrivale Atlético Nacional landete “El Poderoso” auf dem zweiten Tabellenplatz. Mit 32 Toren war das Team von Ismael Rescalvo die Torfabrik der Liga, jedoch musste man im Schnitt auch mindestens ein Gegentor hinnehmen. Mit Abstand wichtigster Spieler in der Apertura war German Cano. Der Argentinier, der zu Beginn des Jahres kam, erzielte zehn Tore und bereitete zwei weitere vor.

Je nach dem, wie stark Junior rotieren wird, kann es zu ausgeglichenen Spielen kommen. Sollten “Los Tiburones” mit ihrer B-Elf aufspielen, dann ist Medellin leicht favorisiert.

Once Caldas – Deportes Tolima

Für viel Aufsehen sorgte die geglückte Qualifikation von Once Caldas. Unter Erfolgstrainer Hernan Bodhert zeigte das Team aus Manizales einen bis dato unbekannten Offensivfußball, der sogar noch gute Ergebnisse einbrachte. Trotz ausgeglichener Tordifferenz zog man in die Playoffs in. Vor der Spielzeit fand ein großer Umbruch statt, weshalb mehrere Leistungsträger der letzten Saison, wie z.B Elkin Soto gehen mussten. Dafür wurden eher vielversprechende, unbekannte Spieler verpflichtet. Besonders Außenstürmer Luis Sinisterra erwies sich als Glücksgriff und weckt Begehrlichkeiten. Der schnelle Dribbelkünstler war mit acht Torbeteiligungen ein wichtiger Faktor im Offensivspiel von Caldas. Zudem war wichtig, dass Stürmer Edder Farias wieder zu seiner Form fand. Nach einer verkorksten letzten Saison gelangen dem bulligen Stürmer bislang acht Tore.

Mit Tolima wartet ein ziemlich formstarker Gegner auf Caldas. Seit acht Spielen ist das Team von Alberto Gamero nun ungeschlagen. Gamero war nach einem zwischenzeitlichen Engagement bei Junior wieder nach Tolima zurückgekehrt. Im vergangenen Jahr gelang “El Vinotinto” die Sensation, als man Altetico Nacional rauswarf. Auch in diesem Jahr hat die Mannschaft durchaus wieder die Möglichkeit ganz weit zu kommen.

Es wird schwer sein einen Favoriten auszumachen, da beide Mannschaft klar von der Tagesform abhängig sind. Für Once Caldas ist die Qualifikation jetzt schon ein Highlight, nachdem man in der Vergangenheit nur in der unteren Tabellenhälfte mitspielte.