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Saisonvorschau Kolumbien – Liga Aguila: Wer holt den Titel 2017?

Once Caldas, Tolima, Bucaramanga und Envigado

Once Caldas

Der Copa Libertadores-Sieger von 2004 möchte in der neuen Saison endlich wieder eine wichtige Rolle in der Liga Aguila spielen. Im letzten Jahr hat man es nicht einmal in die Playoffs geschafft, weshalb das in dieser Saison schon ein Erfolg wäre. Das Verhältnis zwischen Fans und Verein ist derzeit ziemlich angespannt, da die Anhänger sich über die – für kolumbianische Verhältnisse – teuren Ticketpreise ärgern. Auch die jahrelange Erfolglosigkeit tut seinen Teil zum angespannten Verhältnis zwischen Fans und Klubführung. Die Verägerung der Anhänger zeigt sich auch in den Zuschauerzahlen. So fanden in der letzten Saison meist weniger als 5.000 Fans den Weg ins „Estadio Palogrande“, obwohl es Platz für 32.000 bietet.

2017 soll nun alles besser werden. Das zeigen schon allein die diversen Verpflichtungen: Der wohl bekannteste Spieler ist ein ehemaliger Bundesligaspieler: Michael Ortega. Nach einer erfolgreichen U-20 WM 2011 wechselte der Kolumbianer zu Bayer Leverkusen, ohne sich jedoch richtig durchsetzen zu können. Später folgte noch eine Leihe zu Bochum in die 2.Bundesliga, allerdings wieder ohne den gewünschten Durchbruch. Danach folgten zahlreiche Wechsel innerhalb Südamerikas, wo er zuletzt bei Figueirense in Brasilien spielte. In Manizales möchte der mittlerweile 26- jährige nun sesshaft werden und eine Saison ohne große Schwankungen und Verletzungen bestreiten. Mit Jhon Freddy Salazar konnte man zudem ein aus der eigenen Jugend hervorgegangenes Talent zurückholen, nachdem dieser in der letzten Saison bei Santa Fe nur sporadisch zum Einsatz kam. In dieser Saison soll er nun als gereifter Spieler dem Team helfen an die alten und glohrreichen Zeiten anzuknüpfen.

Once Caldas hat sich nach mehren Jahren endlich einmal ordentlich verstärkt, weshalb ein Playoff-Platz in dieser Saison realistisch erscheint.

Deportes Tolima

Nach dem überraschenden Finaleinzug in der letzten Saison, kann man durchaus gespannt sein, zu was das Team aus Ibague in dieser Saison in der Lage sein wird. Mit dem Uruguayer Gregorio Perez wurde ein neuer Trainer geholt, nachdem Alberto Gamero in den letzten Saisons großartige Arbeit bei dem Verein leistete und nun aber bei den Atlético Juniors an der Seitenlinie steht. Der 69-jährige Perez hat viel Erfahrung vorzuweisen, so war er schon bei der Weltmeisterschaft 1990 Assistent von Oscar Taberez. Seine Taktik zeugt von einer defensiven und tatkisch geprägten Spielart.

Da der Verein über kein hohes Budget verfügt, gab es keine großartigen Spielerverpflichtungen. Es wurden hauptsächlich Spieler verpflichtet, die bei schlechteren Teams der Liga Aguila Leistungsträger waren. Aus diesem Grund wollte man auch keine wichtigen Spieler abgeben, da man die kompakte Einheit der letzten Saison beibehalten will. 2017 wird man nicht nur in der Liga und im Pokal spielen, sondern auch in der Copa Sudamericana, was für die kaum international erfahrenen Spieler sicherlich eine interessante Erfahrung sein wird. Die Spiele in der Sudamericana werden sicherlich die Highlight-Spiele für Ibague in dieser Saison.

Es wird auf alle Fälle schwer für Tolima werden, dieses Jahr wieder in die Playoffs zu kommen, da man keine besonderen Neuverpflichtungen getätigt hat und die meisten anderen hochambitionierten Teams in der Liga sich gut verstärkt haben.

Atletico Bucaramanga

Das Überraschungsteam aus Bucaramanga konnte in der letzten Saison mit Deportivo Cali einen der Titelkandidaten aus den Playoffs schmeißen. Als einziges Team gelang es dem Team zudem in der letzten Saison an jedem Spieltag unter den besten Acht zu stehen. Mit Harold Rivera wird 2017 ein neuer Trainer das Team leiten, das sich in der neuen Saison wieder die Teilnahme an den Playoffs als Ziel gesetzt hat und mit etwas Glück dort auch wieder für Furore sorgen möchte. Um diese Erwartungen zu erfüllen wurden viele neue Spieler verpflichtet, die allesamt zuvor bei kolumbianischen Vereinen unter Vertrag standen. Der wohl interessanteste Transfer ist Jhon Fredy Pajoy, der zuvor bei Cali nicht überzeugen konnte und nach einem halben Jahr direkt weiterverkauft wurde. Pajoy hat bereits viel Erfarung in Südamerika gesammelt, unter anderem auch in Mexiko.Ein weiterer Coup gelang auch mit der Verpflichtung von Yulian Anchico, der von Sante Fe kam. Anchico bestritt bereits 31 Länderspiele für Kolumbien.

Der wohl schwerwiegendste Verlust ist der Abgang von Torjäger Mauro Guevgeozian, der eine starke Saison für Bucaramanga spielte und nun nach Argentinien zu Temperley gewechselt ist. Bucaramanga hat mit den Neuverpflichtungen sicherlich die Chance unter die besten Acht zu kommen. In den Playoffs könnte es dann aber eng werden.

Envigado

In der letzten Saison verpasste Envigado den Einzug in die Playoffs nur knapp, weshalb sich die Mannschaft und deren Fans umso mehr auf die neue Saison freuen. 2016 war man lange unter den besten Teams der Liga Aguila, allerdings ging dem jungen Team (Durchschnittsalter 23 Jahre (!)) gegen Ende die Luft aus.

Der Verein aus Envigado (nähe Medellin) hat schon zahreiche Spieler aus der eigenen Jugend hervorgebracht, die später in Europa für Furore sorgten, wie z.B Fredy Guarin oder auch der aktuelle Mainz-Stümer Jhon Cordoba. Da man sogar für kolumbianische Verhältnisse nur ein sehr kleines Budget besitzt, werden die erfolgreichen Leistungsträger relativ schnell transferiert, wodurch man jedes Jahr aufs neue gezwungen ist, eigene Jugendspieler hochzuziehen und sie in das Team zu integrieren.

Auch zur neuen Spielzeit musste man sich von wichtigen Spielern trennen: Mit Cristian Arango und Yonatan Murillo verlassen zwei junge Spieler den Verein, nachdem sie in der letzten Saison auf sich aufmerksam machten und nun den nächsten Schritt bei Millonarios bzw. Deportivo Cali wagen. Wie üblich wurden nur wenige Spieler verpflichtet, da die eigene Jugend wieder Prioriät hat, weshalb Envigado in Kolumbien auch gerne als „Ausbildungsverein“ bezeichnet wird.
In dieser Transferperiode gelang es dennoch Spieler mit hoher Qualität zu verpflichten. Der 24-jährige Yuber Asprilla kommt von La Equidad und streifte sich zuvor auch schon das Trikot von Millonarios und Once Caldas über.
Desweiteren konnte man mit Joseph Cox einen Legionär an Land ziehen. Der Panamaer wechselt von seinem Heimatland ins Nachbarland nach Envigado. Er gilt als ein vielversprechender Spieler, so hat der 22-jährige Stürmer in der letzten Saison in der mittelamerikanischen Championsleague zwei Tore für seinen Ex-Verein erzielen können. Cox hätte durchaus auch zu anderen attraktiveren Vereinen wechseln können, zog jedoch Envigado vor. Dieser Wechsel zeigt auch die gute Arbeit der Funktionäre von Envigado.

Es wird auf alle Fälle spannend zu sehen sein, zu was das junge Team in dieser Saison fähig ist, da man sich im Gegensatz zu anderen Vereinen nicht groß verstärkt hat. Obwohl man in der letzten Saison lange unter den besten Acht stand, wird es diese Saison vermutlich wieder nicht zu einem Play-Off-Platz reichen.

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