Leonardo Fernández: Ein Toptalent auf dem Sprung

In Uruguay gibt es einen sensationellen Tabellenführer: Fénix, das vor fünf Monaten mit anderthalb Beinen in der zweiten Liga stand. Trainer Juan Ramón Carrasco kann vor allem auf einen zählen: Leonardo Fernández, den 20-jährigen Spielmacher. Wir schauen auf den Toptorschützen der uruguayischen Liga.

Allein die Zahlen von Leonardo Fernández zeugen von Klasse: Der gerade mal 20 Jahre alte Mittelfeldspieler debütierte mit 16 Jahren in der ersten Liga und hat mittlerweile 81 Erstligaspiele auf dem Buckel – mit beeindruckenden 19 Toren und 16 Torvorlagen. Und die Zahlen werden stetig besser: Letzte Saison trug er mit elf Toren und zwölf Torvorlagen zum Last-Minute-Klassenerhalt von Fénix bei, war schon der wichtigste Mann der Albivioletas. Zum Saisonende wurde er als Uruguays Talent des Jahres ausgezeichnet. Diese Saison steht nicht nur sein Fénix an der Tabellenspitze, sondern er selbst ist auch der beste Schütze der Liga (mit Cerro Largos Sebastián Sosa): Sechs Spiele, sechs Tore, dazu kommt eine Vorlage. Als Fénix am letzten Wochenende Danubio mit 5:1 zerpflückte, war der Star des Tages mit einem Doppelpack mal wieder: Leonardo Fernández.

Fernández orchestriert das riskante, schnelle Passspiel von Fénix und leitet die überfallartigen Angriffe seines Teams häufig selbst ein. Mit seinen gerade mal 1,66 Metern und 62 Kilogramm ist er zudem prädestiniert für schnelle Richtungswechsel und Dribblings mit seinem starken linken Fuß. Trotz seiner filigranen Physis weiß sich Fernández dabei auch gegen das harte Einsteigen der uruguayischen Defensivreihen zu beweisen..Besonders überzeugend ist aber sein steter Drang zum Tor: Nicht nur trifft er regelmäßig mit seinen gefürchteten, flatternden Distanzschüssen und Freistößen, er beweist auch ein exzellentes Gespür für Räume und steht somit oft einfach am richtigen Ort.

Mit diesen Eigenschaften ist Fernández aktuell fraglos der beste offensive Mittelfeldspieler der Liga – und ein Spieler, den man auch im Ausland auf dem Zettel hat: „Leo“, der auch in der Jugend noch nie für einen anderen Profiklub als Fénix die Schuhe geschnürt, wird nach der Vorrunde mit hoher Wahrscheinlichkeit nach Mexiko wechseln, hat bereits einen Vorvertrag bei den Tigres UANL unterschrieben. Monterrey statt Montevideo, die mexikanische Millionärsliga statt der hemdsärmligen uruguayischen Meisterschaft – keine kleine Herausforderung. Doch fußballerisch ist Fernández auf jeden Fall gewappnet.