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América stürmt ins Halbfinale, Santos ringt Tigres nieder

Im Play-off-Viertelfinale der mexikanischen Liga MX hat América den Clásico Capitalino souverän für sich entschieden, Meister Tigres ist hingegen früh gescheitert. Komplettiert wird das Halbfinale von Superlíder Toluca und Tijuana.

América – Pumas (4:1; 2:1)

Mit Spannung war der Hauptstadt-Klassiker zwischen Pumas und América zum Auftakt ins Play-off-Viertelfinale erwartet worden, doch schon nach dem Hinspiel war aus dem ewigen Duell jegliche Spannung gewichen. Durch einen beeindruckenden 4:1-Auswärtssieg machten die Águilas im Estadio Olímpico Universitario früh Nägel mit Köpfen und demontierten den Rivalen nach allen Regeln der Kunst. Gerade einmal 55 Sekunden dauerte es, bis Mateus Uribe nach einem Freistoß von Renato Ibarra die 1:0-Führung köpfte, Jérémy Ménez mit einem Elfmeter in der 30. Minute und erneut Uribe (38.) sorgten früh für klare Verhältnisse. Zwar kamen die Gastgeber vor der Pause durch einen Elfmeter von Nicolás Castillo auf 1:3 heran, doch mit seinem zweiten verwandelten Strafstoß stellte Ménez nach einer Stunde den alten Abstand wieder her.

Im Rückspiel dauerte es erneut nicht lange, bis América den ersten Treffer erzielte, wieder war es Uribe, der nach vier Minuten nach einem rasanten Konter und feinem Zusammenspiel mit Ménez zum 1:0 einschob. In der Folge stand Schiedsrichter Marco Antonio Ortiz im Mittelpunkt, der Pumas-Mittelfeldspieler Marcelo Díaz in der 20. Minute mit Gelb-Rot wegen Meckerns vom Platz stellte, nachdem der Chilene eine Minute zuvor bereits wegen Protestierens verwarnt worden war. Zwar glich Nationalspieler Jesús Gallardo kurz vor der Halbzeit nach schöner Einzelaktion aus, doch Hoffnung kam zu keiner Zeit mehr auf, zumal Castillo in der 70. Minute für ein Einsteigen mit gestrecktem Bein eine äußerst harte Rote Karte bekam. Mit zwei Spielern weniger schleppten sich die Pumas über die Zeit und ließen dabei lediglich noch den Siegtreffer von Andrés Ibargüen in der 80. Minute zu.

Santos -Tigres (0:2; 2:0)

Für Meister Tigres schien einmal mehr alles bereitet für den Einzug ins Halbfinale, doch überraschend ließ die Mannschaft von Trainer Ricardo Ferretti die große Chance auf das Weiterkommen liegen. Gegen Santos Laguna, das die reguläre Spielzeit formschwach und mit drei Niederlagen abgeschlossen hatte, gelang im Hinspiel vor eigener Kulisse ein 2:0-Erfolg durch Tore von Hugo Ayala (21. Minute) und André-Pierre Gignac (Elfmeter, 79.). Und gerade, als man im Rückspiel gegen die furios gestarteten Guerreros durch einen Freistoß von Osvaldo Martínez aus der 17. Minute in Rückstand ging, verbesserten sich die Aussichten durch einen Platzverweis gegen Santos-Angreifer Jonathan Rodríguez, der Javier Aquino nach einer knappen Halben Stunde im Mittelfeld auf den Knöchel gestiegen war. In rund 60-minütiger Überzahl blieb der Titelverteidiger allerdings weit unter den eigenen Möglichkeiten, verwaltete in erster Linie den knappen Gesamtvorsprung, statt konsequenter auf den Ausgleich zu drängen. Bestraft wurde das eine Viertelstunde vor dem Ende: Djaniny zog aus gut 20 Metern ab, Torhüter Nahuel Guzmán machte keine gute Figur und fing sich den zweiten Gegentreffer, der dank der schlechteren Tabellenposition das Ausscheiden bedeutete. In den letzten Minuten warfen die Gäste zwar noch einmal alles nach vorne, viel Ertrag brachte das aber nicht mehr. „Wir haben niemals den Glauben, niemals das Vertrauen verloren“ freute sich Trainer Dante Siboldi über die Willensleistung seiner Mannschaft, die nun mit dem Halbfinal-Duell gegen América belohnt wird.

Tijuana – Monterrey (1:1; 2:1)

Überraschend verabschieden musste sich Vizemeister Monterrey im Duell mit Tijuana. Mit einem 1:1 im Hinspiel hatten sich die Rayados gegen den auswärtsschwachen Gegner eigentlich eine gute Ausgangslage verschafft, doch ein 1:2 im Rückspiel vor heimischer Kulisse bedeutete das enttäuschende frühe Aus im Viertelfinale. Dabei war Tijuana schon im Hinspiel die deutlich bessere Mannschaft, besonders nachdem Ignacio Rivero mit einem Freistoß in der 53. Minute den 0:1-Rückstand (Pabón, 39.) egalisiert hatte.

Im Rückspiel erwischten die Xolos dann einen Start nach Maß, ein abgefälschter Schuss von Miller Bolaños fand bereits in der sechsten Minute per Bogenlampe den Weg ins Tor. Nach 23 Minuten erhöhte Juan Martín Lucero nach Vorarbeit von Gustavo Bou auf 2:0, womit Tijuana nach einem guten Viertel der Spielzeit bereits doppelt so viele Auswärtstore erzielt hatte wie in zuvor acht Auswärtsspielen der regulären Saison. Zu Beginn des zweiten Durchgangs kam Monterrey durch Dorlan Pabón noch einmal heran, bestürmte anschließend den gegnerischen Strafraum, ließ allerdings etliche Chancen liegen und kam nicht einmal mehr zum Ausgleich. Trainer Antonio Mohamed ließ seine Zukunft nach dreieinhalb Jahren im Amt offen, Präsident Duilio Davino kündigte Gespräche für die nächsten Tage an.

Toluca – Morelia (2:2; 2:2)

Ohne Glanz, dafür aber mit nur kurzem Zittern hat Superlíder Toluca die Auftakthürde überstanden und sich dank der besseren Tabellenposition nach zwei 2:2-Unentschieden gegen Monarcas Morelia durchgesetzt. Im Hinspiel in Morelia brachte Pablo Barrientos die Gäste nach 14 Minuten nach einem frechen Schuss aus 40 Metern mit 1:0 in Führung, Fernando Uribe rettete mit seinem Ausgleichstor in der 79. Minute ein Remis, nachdem Mario Osuna (56.) und Emanuel Loeschbor (63.) die Partie zu Beginn der zweiten Hälfte für die feldüberlegenen Gastgeber gedreht hatten.

Im Rückspiel sah es dann lange nicht nach Spannung aus. Schon in der zweiten Minute gelang Cristian Borja ein Gewaltschuss zur 1:0-Führung, die bis in die Schlussminuten Bestand hatte. Rubens Sambueza baute den Vorsprung mit einem verwandelten Freistoß nach 86 Minuten gar noch aus. Morelia kam in der Nachspielzeit binnen 57 Sekunden noch zu zwei Treffern durch Loeschbor (91.42) und Miguel Sansores (92.39), schaffte es in den verbleibenden 91 Sekunden aber nicht mehr, für eine der größten Sensationen der Liguilla-Geschichte zu sorgen. Toluca ist nach zuvor neun Siegen in Serie nun seit drei Spielen ohne Erfolg und steht vor einem ausgeglichenen Halbfinal-Duell mit Tijuana.