Atlético Madrids Farmteam San Luis Potosí

Sechs Jahre warteten die Einwohner von San Luis Potosí auf diesen Moment. Wenn heute Abend der Anpfiff zum Spiel zwischen Atletico San Luis (Atlético de San Luis) und den Pumas aus der Hauptstadt erfolgt, ist der Fussball in der höchsten Liga des Landes zurück in der schmucken Kolonialstadt auf fast 2000 m.ü.M.. Es verwundert deshalb nicht, dass sämtliche Tickets für das grosse Spiel der Rückkehr nach wenigen Stunden ausverkauft waren.

Der Neuling der Liga startet mit viel Selbstvertrauen in die Meisterschaft und könnte zur grossen Überraschung der Apertura 2019/2020 werden. 13 Partien ohne Niederlage reihte San Luis in der zweithöchsten Liga zuletzt aneinander. Hinter dem Erfolg steckt eine spanische Komponente. Seit 2017 ist San Luis Teil der internationalen Expansion von Atletico Madrid und somit der einzige Verein in ausländischen Händen. Nicht nur die Club-Farben wurden von Blau-Gold zu Weiss-Rot geändert, sondern auch die Mannschaft mit Spielern aus Spanien ergänzt. Mit Unai Bilbao, Mario Álvarez, Borja González, Kadete und Ian González spielen nicht weniger als 5 Iberer bei Atletico. Weitere 6 argentinische Spieler – von San Lorenzo, Velez, River und als Königstransfer Ricardo Centurión von Racing Club kommend, verstärken das Team auf die neue Saison hin. Sie werden heute im ausverkauften Estadio Alfonso Lastras eine erste Möglichkeit haben, sich zu beweisen.

Mit Centurion kommt eine Wundertüte in die mexikanische Liga. Fussballerisch zweifelsohne eine grosse Bereicherung, wird der 26-jährige Offensivspieler sein Verhalten überdenken müssen. Meister Racing leiht Centurion aus, nachdem er noch während der Meisterschaft aus disziplinarischen Gründen aus der ersten Mannschaft verbannt wurde. Sein „Sündenregister“ ist lang: 2012 posierte er mit einer Pistole, 2016 verursachte er unter Alkoholeinfluss einen Verkehrsunfall, 2017 randalierte er als Boca-Spieler in einem Hotel, seine Frau zeigte ihn später wegen Gewalt und Drohungen an, worauf Centurion wieder Bilder mit einer Waffe publizierte. Vor einem Jahr legte er sich wieder mit der Polizei an, als er sich gegen einen Alkoholtest wehrte und Bestechungsgelder anbot. Nimmt er die Chance in San Luis wahr, dürfte auch die spanische Liga zum Thema werden.