Ochoa
Facebook / Memo Ochoa

Mexiko hat bereits eine Mauer: Memo Ochoa

Trump will/wollte eine Mauer bauen, dabei hat Mexiko doch schon eine. Das wurde bei der Weltmeisterschaft in Russland wieder einmal deutlich. Die Rede ist von Guillermo “Memo” Ochoa, Mexikos herausragender Nummer eins, der auch in Belgien bei Standard Lüttich glänzt.

Wieder Brasilien, wieder ein herausragender Ochoa. Vor vier Jahren in Brasilien traf Mexiko schon einmal auf den damaligen Gastgeber – in der Gruppenphase. Es ist der Abend des 17. Juni 2014, das «Estadio Castelao» in Fortaleza: Die Brasilianer sind der Verzweiflung nahe, vor allem Neymar, Oscar und Fred können es nicht fassen. Das mexikanische Tor scheint wie vernagelt. Guillermo Ochoa hält alles was auf seinen Kasten kommt. 0:0, Man of the Match, klar der Torwart mit den Wuschelhaaren.

Vier Jahre später reicht ein 0:0 nicht, denn es ist das Achtelfinale der WM in Russland, wo sich Mexiko erneut mit Brasilien messen muss. Wieder hält Ochoa Weltklasse lässt Neymar, Coutinho und Co. verzweifeln, ehe ihn der zu Schauspieleinlagen neigende Sturmführer Brasiliens in der 51. Minute doch überwinden kann. Kurz vor Schluss macht Firmino das 2:0. Mexiko ist draußen, Ochoas Glanztaten umsonst.

Alle vier Jahre taucht dieser Torwart aus dem Nichts auf und liefert eine Weltklasse-Leistung nach der anderen ab. Wenn gerade keine WM ist fliegt er meist unter dem Radar der meisten Fußballfans.

Positivier Dopingtest lässt Karriere stocken

Ochoa war einer von fünf mexikanischen Spielern, die 2011 nach einem Gold Cup Match positiv auf Clenbuterol getestet und des Dopings bezichtigt wurden. Fälschlicherweise wie sich später herausstellte: Das leistungssteigernde Mittel wird auch illegal zur Kälbermast eingesetzt, was Ochoa und seinen Kollegen beim Verzehr von kontaminiertem Fleisch zum Verhängnis wurde. Das war alles kurz vor der Transferperiode und ein möglicher Wechsel zu PSG zerschlug sich, weil eine zweijährige Sperre im Raum stand. Letztendlich wurde Ochoa freigesprochen und wechselte auch nach Frankreich – aber eben nicht zur großen PSG sondern zu Ajaccio. Dort wurde den Fans schnell bewusst, was für ein guter Fang ihrem Klub hier gelungen war. Ochoa hielt überragend und hielt seinen Klub zwei Jahre lang in der Ligue 1, konnte aber im letzten Jahr den Abstieg auch nicht verhindern.

Doch der Abstieg kratzte nicht an seinem Selbsbewusstsein und er spielte eine überragende WM 2014 in Brasilien, der ein Wechsel zum FC Malaga folgte. Dort spielte er in zwei Jahren aber nur elfmal und wechselte dann auf Leihbasis zum FC Granada, wo er aber in 38 Spielen 82 Gegentore kassierte und sang- und klanglos als Tabellenletzter abstieg.

2017 dann der Wechsel nach Belgien zu Standard Lüttich, wo er sein Glück gefunden hat und im ersten Jahr gleich Pokalsieger wurde. Erst am Wochenende hielt Memo wieder bärenstark, was seinem Klub sogar ein eigenes Video wert war:

Und spätestens 2022 wird er wieder auftauchen auf dem Radar – dann steht die nächste Weltmeisterschaft an. Und vielleicht auch wieder ein Match gegen Brasilien. Da wächst er ja öfter über sich hinaus.