Pumas mit Blitzheilung, Veracruz schöpft neue Hoffnung

Auch nach dem dritten Spieltag im Torneo Clausura heißt der überraschende Tabellenführer in Mexiko Pumas UNAM, es folgen León und Santos Laguna. Im Abstiegskampf bietet sich für Schlusslicht Veracruz ein ungeahnter Rettungsanker.

Blamable 13 Punkte in der Hinrunde, die Aussicht auf Abstiegskampf in der kommenden Saison: Für Hauptstadtklub Pumas UNAM war die Ausgangslage vor Beginn des Torneo Clausura alles andere als vielversprechend. Doch nach sieben Punkten aus den ersten drei Partien grüßt der Hauptstadtverein von der Tabellenspitze und lässt das ernüchternde Jahr 2017 scheinbar unbeeindruckt hinter sich. Nach den Auftaktsiegen über Pachuca (3:2) und Atlas (3:1), bei denen besonders die Offensive geglänzt hatte, gab es am Sonntag im Clásico Capitalino zwar nur ein torloses Remis gegen Erzrivale América, dennoch konnte Platz eins verteidigt werden. In einem chancenreichen Spiel hatten beide Mannschaften gute Gelegenheiten auf den möglichen Siegtreffer, doch nach Vorteilen für América im ersten Durchgang und einer besseren zweiten Hälfte der Pumas blieb es bis zuletzt beim 0:0. „Wir hätten uns in der zweiten Hälfte mehr verdient, aber mit Blick auf den Spielverlauf geht das Ergebnis in Ordnung, weil América das Spiel in der ersten Halbzeit kontrolliert hat“, fasste Pumas-Trainer David Patiño die Begegnung aus seiner Sicht zusammen. Auch wenn beide Teams sich ein durchaus ansehnliches Fußballspiel boten, trugen auch sie zu einem kleinen Negativrekord bei: Erstmals seit dem 12. Apertura-Spieltag 1997 gab es wieder vier 0:0-Unentschieden an einem Wochenende, mit 15 Treffern litt auch die Gesamtzahl der Tore unter diesen vier Remis.

León und Santos in der Verfolgerrolle

Gleich hinter Ligaprimus Pumas folgt mit ebenfalls sieben Punkten León, das nach zwei Auftaktsiegen über Atlas (2:1) und Toluca (3:1) durch ein 0:0 bei Cruz Azul nun ebenfalls die ersten Punkte abgeben musste. Die Mannschaft von Trainer Gustavo Díaz setzt ihre Erfolgsserie aus der Hinrunde damit aber weiter fort, seit der Ankunft des Uruguayers Ende August 2017 hat keine Mannschaft so viele Punkte geholt wie die Esmeraldas, die in 13 Partien unter Díaz auf 26 Zähler kommen. US-Superstar Landon Donovan, der unter der Woche überraschend aus dem Ruhestand zurückgetreten war und fortan für León aufläuft, stand noch nicht im Aufgebot und wird erst in einigen Wochen in Wettkampfform erwartet. Voll im Saft steht dagegen Torjäger Djaniny vom Tabellendritten Santos Laguna: Mit fünf Treffern führt er die Torjägerliste an, auch beim gestrigen 1:0 über Morelia erzielte der Angreifer von den Kapverden den entscheidenden Treffer. Mit zwei Heimsiegen sind die Guerreros nach der schwachen Hinrunde nun wieder auf dem Weg zu alter Stärke. „Es ist genau das, was wir uns vorgenommen haben. Zu Hause stark aufzuspielen um diesen Heimnimbus, den wir so dringend brauchen, zu behaupten”, freute sich Trainer Dante Siboldi.

Monterreys Heim-Motor stottert

Ein solcher Heimnimbus zeichnete in der Hinrunde auch noch Vizemeister Monterrey nach acht Siegen aus neun Spielen aus, doch bislang verbreitet der Superlíder des vergangenen Jahres nicht den gewohnten Schrecken. Zu Hause blieb die Mannschaft von Trainer Antonio Mohamed bislang hinter den Erwartungen zurück, nach einem 1:1 gegen Morelia gab es nun gegen Tijuana lediglich ein 0:0. Nur beim 3:1 in Veracruz letzte Woche wurde dreifach gepunktet. Unglücksrabe gegen die Xolos war Angreifer Avilés Hurtado, dem mit einem furchtbaren Fehlschuss erneut vom Elfmeterpunkt die Nerven versagten, nachdem er bereits im Finale gegen Tigres einen Strafstoß verschossen und so die Niederlage gegen den Lokalrivalen besiegelt hatte. Auch wenn Mohamed den Kolumbianer von jeglicher Verantwortung freisprach, kündigte er doch an, nach einem neuen Schützen zu suchen. „So etwas passiert, Avilés wird das verkraften und wir werden einen Schützen suchen, der es vielleicht besser machen kann“, sagte er nach dem Spiel gegen seinen Ex-Klub. Tijuana, das sich in der Defensive stellenweise überfordert zeigte, rettete letztlich das 0:0 und bleibt bei einem Torverhältnis von 1:0 damit die einige Mannschaft ohne Gegentreffer.

Noch nicht rund läuft es auch bei Meister Tigres UANL. Mit vier Punkten steht der Universitätsklub auf Rang 13 und damit fernab der Play-off-Plätze. Nach einer Auftaktpleite in Puebla (1:2) und dem anschließenden 2:1-Heimsieg über Santos Laguna gab es für die Mannschaft von Trainer Ricardo Ferretti nun ein 0:0 in Querétaro. Während es der Titelverteidiger im Estadio La Corregidora zumindest versuchte und über die gesamte Spielzeit überlegen agierte, setzten die Gallos Blancos voll und ganz auf Defensive und holten dank eines guten Auftritts von Torhüter Tiago Volpi letztlich einen weiteren Punkt im Kampf gegen den Abstieg.

Veracruz hofft wieder, Lobos müssen zittern

Dort war Veracruz vor Beginn der Rückrunde mit acht Punkten Rückstand bereits weit abgeschlagen, inzwischen beträgt der Abstand gar elf Punkte. Doch eine letzte Chance bleibt für die Tiburones Rojos noch: Da bei Aufsteiger Lobos BUAP in der Dreijahrestabelle lediglich die aktuelle Saison gewertet wird, wirkt sich jeder Punktgewinn deutlich stärker aus, gleichzeitig bekommt die Mannschaft von Trainer Rafael Puente aber auch jede Partie ohne Punktgewinn zu spüren. Nach einer guten Hinrunde mit 23 Zählern schienen die Lobos bereits in aussichtsreicher Position, doch nach drei Niederlagen zum Auftakt der Rückrunde beginnt in Puebla nun langsam das große Zittern. Sollte die Mannschaft auch ihre kommenden drei Spiele verlieren, würde sie bereits auf den Abstiegsplatz rutschen, ohne dass Konkurrent Veracruz auch nur einen weiteren Zähler holen muss. Für die Tiburones Rojos ist das eine große Erleichterung, schließlich tut die Mannschaft von Trainer Guillermo Vázquez sich mit der Punktejagd auch in der Clausura äußerst schwer. Nur zum Auftakt gegen Necaxa gab es ein Remis, nach den folgenden Pleiten gegen Monterrey (0:2) und Puebla (0:2) steht die Mannschaft gar noch ohne eigenen Treffer da. „Wir müssen mehr arbeiten, uns stärker bewusstmachen, um was jeder Einzelne hier eigentlich spielt. Es scheint so, als würden viele das vergessen“, richtete Vázquez nach dem Spiel am Freitag einen ersten verzweifelten Appell an seine Mannschaft. Einfach wird es auch am kommenden Wochenende für keinen der beiden: Während die Lobos am Samstag Spitzenreiter Pumas empfangen, hat Veracruz am Sonntag den Tabellendritten Santos Laguna zu Gast.