Monterrey-Tigres
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Monterrey und Tigres stürmen in Mexiko ins Finale

Nach den Halbfinalsiegen von Rayados und Tigres hat Mexiko im Torneo Apertura sein Traumfinale. Der Clásico Regiomontano ist diesmal nicht nur das Duell der Aushängeschilder Monterreys, sondern auch das Aufeinandertreffen von Tabellenplatz eins und zwei.

Einmal mussten die Zuschauer im Estadio BBVA Bancomer in Monterrey am Sonntagabend den Atem anhalten, für einen kurzen Moment schien der Finaleinzug der Rayados doch noch einmal zumindest in Gefahr zu geraten. Es lief die 18. Minute im Halbfinal-Rückspiel gegen Morelia, als Kapitän José María Basanta mit einem Handspiel im eigenen Strafraum einen Elfmeter verursachte. Monterrey führte zu diesem Zeitpunkt zwar schon mit 1:0, hatte auch das Hinspiel mit 1:0 gewonnen, doch ein Ausgleich hätte Morelia plötzlich neues Leben eingehaucht und die Spannung zurück ins Duell des Ersten gegen den Vierten der Tabelle gebracht. Doch es kam anders. Torhüter Hugo González parierte den Elfmeter von Raúl Ruidíaz, keine 60 Sekunden später kam Rogelio Funes Mori auf der anderen Seite nach einem Zweikampf mit Gäste-Spielführer Gabriel Achilier im Strafraum zu Fall, erneut gab es Elfmeter, den Carlos Sánchez souverän zum 2:0 in den Winkel nagelte.

Mühelos nach dem Schreckmoment

Die 246 Sekunden, die zwischen dem Pfiff des Elfmeters für Morelia und dem Einschlag des Strafstoßes von Sánchez auf der Gegenseite lagen, waren bezeichnend für die bisherige Saison der Pandilla. Der Superlíder spielt mit breiter Brust und die Tore, die man hinten nicht kassiert, erzielt man auf der Gegenseite einfach selber. Mit dem 2:0 nach 21 Minuten war das Duell praktisch schon gelaufen, Morelia war moralisch am Boden und benötigte nun drei Treffer für das Wunder.

Spannend wurde es nicht mehr, denn auch nach 90 Minuten gelang Monarcas kein einziger Treffer. Monterrey hingegen ließ eine Angriffswelle nach der anderen auf den gegnerischen Strafraum zurollen, das 3:0 zur Halbzeit, an dem Funes Mori mit Treffern in der zehnten und 29. Minute entscheidenden Anteil hatte, fiel angesichts der vorhandenen Möglichkeiten noch recht knapp aus. Mit seinem dritten Treffer in Minute 53 sorgte der Argentinier für den 4:0-Endstand, der den Klassenunterschied im Rückspiel verdeutlichte. Im Stadion herrschte über die gesamte Spielzeit Festtagsstimmung, „die Tigres haben Angst“, ertönte es immer wieder in Vorfreude auf das anstehende Finale von den Rängen.

Tigres blamieren harmloses América

Bereits einen Tag zuvor hatte sich Monterreys Stadtrivale Tigres als erste Mannschaft für das Endspiel qualifiziert, nach einem 1:0-Sieg im Estadio Azteca sorgte man zu Hause mit einem 3:0-Sieg für klare Verhältnisse. Während Tigres damit das dritte Finale in Serie erreichte, strich América die Segel, ohne in vier Play-off Spielen auch nur einen Treffer erzielt zu haben. Die Medien gingen mit dem Rekordmeister hart ins Gericht, spotteten von der schlechtesten Liguilla der Vereinsgeschichte. Tatsächlich enttäuschten die Águilas in allen vier Partien auf ganzer Linie, nach dem Weiterkommen gegen Cruz Azul durch zwei ermauerte 0:0-Unentschieden zeigten sie sich im Halbfinale harmlos und letztlich klar unterlegen.

Schon im Hinspiel vor eigenem Publikum gelang kaum ein vernünftiger Angriff, hinten hingegen ließ man Tigres zu viele Freiheiten. Torhüter Agustín Marchesín rettete was es zu retten gab und war letztlich nur bei einem zweifelhaften Handelfmeter machtlos. Im Rückspiel deutete América 20 Minuten lang an, noch etwas bewegen zu wollen, fiel dann aber wieder in die zuvor gezeigte Lethargie. Der überragende Enner Valencia erzielte zehn Minuten nach Wiederbeginn die 1:0-Führung für die Tigres, die die letzten 25 Minuten mit elf gegen neun spielten, nachdem Guido Rodríguez (61. Minute) und Édson Álvarez (66.) bei América vom Platz geflogen waren. Erneut Valencia (72.) nach uneigennütziger Vorarbeit von Gignac sowie der Franzose per Elfmeter (76.) erzielten die weiteren Treffer des auch in der Höhe verdienten 3:0-Erfolgs. Durch das Weiterkommen schafften die Tigres Historisches, seit der Einführung der Halbsaisons 1996 war es noch keiner Mannschaft gelungen, drei Finals in Folge zu bestreiten. Mit den Endspielteilnahmen beim Torneo Apertura 2016 sowie Clausura 2017 und dem nun anstehenden Apertura-Endspiel 2017 hat die Mannschaft von Trainer Ricardo Ferretti erstmals diese Marke erreicht und will den Meilenstein nun mit dem Titel abrunden.

Eine Stadt im Ausnahmezustand

Die Finalspiele werden in der Nacht von Donnerstag auf Freitag im Estadio Universitario sowie von Sonntag auf Montag im Estadio BBVA Bancomer ausgetragen, doch schon jetzt fiebert die ganze Stadt dem erstmaligen Lokalduell in einem Ligaendspiel hin. Favorisiert ist Monterrey, das am letzten Vorrundenspieltag vor zwei Wochen bereits mit 2:0 gewonnen hatte. Eine ausführliche Vorschau auf die 114. und 115. Ausgabe des Clásico Regiomontano gibt es am Donnerstag bei Chefutbol.