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Nächste Machtdemonstration an der Spitze – Márquez zurück auf dem Rasen

An einem mit 34 Treffern torreichen 15. Spieltag bestätigte Tabellenführer Monterrey seine Vormachtstellung, das Verfolgerfeld punktete ebenfalls dreifach. Bei Atlas Guadalajara feierte Rafael Márquez nach knapp dreimonatiger Pause sein Comeback und hofft noch auf die Play-offs.

Ein nur zur Hälfte gefülltes Estadio Corregidora war zwar nicht der perfekte Rahmen für die Inszenierung des großen Comebacks, doch Rafa Márquez war einfach nur froh, wieder Fußball spielen zu dürfen. „Wieder Nerven und Adrenalin für ein Fußballspiel zu verspüren ist Leidenschaft, für deine Farben einzustehen ist ein unbeschreibliches Gefühl“, schrieb der Kapitän der mexikanischen Nationalmannschaft nach dem Spiel bei Twitter. 80 Tage nachdem US-Behörden ihre Ermittlungen gegen Márquez wegen mutmaßlicher Verbindungen zum Drogenbaron Raúl Flores Hernández öffentlich machten und ihn zu einer Zwangspause standen, stand der 38-Jährige erstmals wieder auf dem Rasen. Durch das 2:2-Unentschieden in Querétaro verpasste Atlas zwar den Sprung auf Play-off-Platz acht, kann diesen aber schon mit einem Remis im Nachholspiel unter der Woche gegen Vizemeister Tigres erobern.

Monterrey weiter unaufhaltsam, Elfmeter-Drama in Toluca

Auch Rekordmeister América, Tabellenzweiter und mit breiter Brust nach dem Derbysieg über Cruz Azul im Pokal-Viertelfinale unter der Woche, war letztlich kein Gegner für Ligaprimus Monterrey. Mit einem 2:0-Erfolg über die Águilas festigten die Rayados eine weitere Woche ihre Spitzenposition mit inzwischen 33 Punkten und damit fünf Zählern Vorsprung vor Stadtrivale Tigres. Nach holprigem Beginn fand Monterrey gegen Mitte des ersten Durchgangs auch ohne den angeschlagenen Toptorjäger Rogelio Funes Mori in die Spur, spielte América in der Folge schwindelig und ging nach dem Treffer von Neri Cardozo (27.) und einem verwandelten Foulelfmeter von Avilés Hurtado (45.+2) mit einem 2:0 in die Pause. Auch wenn Cardozo schon zehn Minuten nach Wiederbeginn wegen eines groben Fouls vom Feld musste, ließen die Nord-Mexikaner über die verbleibende Spielzeit nichts anbrennen und feierten letztlich den siebten Sieg im siebten Heimspiel.

América rutschte hingegen von Tabellenplatz zwei auf fünf, nachdem Tigres in der Hauptstadt mit 2:1 bei Cruz Azul gewann, Morelia 1:0 in Toluca siegte und León beim 6:2-Heimsieg ein Schützenfest gegen Veracruz feierte. Im Estadio Azul brachte der Chilene Francisco Silva die Gastgeber bereits in der fünften Minute mit einem Fernschuss in Führung, sein Traumtor ließ sogar die Mundwinkel von Gästetrainer Ricardo Ferretti anerkennend zucken. Kurz vor und nach der Pause konnte der Brasilianer dann aber die Tore seiner eigenen Schützlinge bestaunen. In der dritten Minute der Nachspielzeit des ersten Durchgangs hielt Ángel Mena einen Freistoß von Tigres-Kapitän Juninho im eigenen Strafraum mit den Händen auf, es gab Elfmeter für die Gäste und glatt Rot für den Ecuadorianer. Aus elf Metern trat erneut Juninho an und verwandelte souverän zum 1:1-Pausenstand. Nach dem Seitenwechsel trug sich der nächste Chilene in die Torschützenliste ein, Eduardo Vargas erzielte das 2:1 für Tigres, das auch nach 90 Minuten Bestand hatte.

Hinter dem Universitätsklub sortiert sich nun überraschend Monarcas Morelia als Tabellendritter ein. Nachdem im letzten Jahr der Abstieg erst in letzter Sekunde abgewendet werden konnte, spielt die personell kaum veränderte Mannschaft von Trainer Roberto Hernández eine überaus starke Saison, feierte beim heimstarken Toluca durch einen Treffer von Diego Valdés (58.) den bereits fünften Auswärtssieg in dieser Runde und kann beinahe schon mit den Play-offs planen. Im Estadio Nemesio Díez musste Morelia kurz vor dem Ende noch dramatische Szenen überstehen, als bei drei Minuten angezeigter Nachspielzeit in Minute 95 noch ein Handelfmeter für die Gastgeber gepfiffen wurde. Nach nicht enden wollenden Diskussionen trat Pablo Barrientos schließlich in der elften Minute der Nachspielzeit zum Elfmeter an und scheiterte an Keeper Sebastián Sosa. Zwar versenkte der Argentinier eine Sekunde später den Nachschuss, doch Schiedsrichter Paul Delgadillo hatte das Spiel da schon abgepfiffen und verwehrte dem Treffer die Anerkennung.

Nicht weniger spektakulär verlief die Partie im Camp Nou zu León, wo sich die Gastgeber souverän mit 6:2 gegen Veracruz durchsetzen konnten und nach zwei sieglosen Spielen und dem Pokalaus unter der Woche wieder in die Erfolgsspur fanden. Torjäger Mauro Boselli, mit inzwischen elf Treffern Führender der Torschützenliste, hatte mit zwei verwandelten Elfmetern entscheidenden Anteil am Sieg, ebenso wie Nationalspieler Elías Hernández, der mit zwei Toren und inzwischen 13 Scorerpunkten zu den besten Feldspielern des Torneo Apertura gehört.

Drei aus vier auf den weiteren Plätzen, Weichenstellung im Keller

Mit dem Spitzenquintett scheinen fünf Teams ihr Play-off-Ticket beinahe in der Tasche zu haben, um die drei verbleibenden Fahrscheine streiten sich vier heiße Kandidaten, von denen einer letztlich auf der Strecke bleiben muss. Die besten Karten haben derzeit Necaxa als Sechster mit 24 Punkten und Toluca als Siebter mit 23 Zählern. Während es die Diablos Rojos gegen Morelia verpassten, sich weiter vorzuschieben, untermauerte Necaxa mit einem 5:0-Sieg über Aufsteiger Lobos BUAP seine Ambitionen. Dahinter läuft es auf den Plätzen acht und neun auf einen Zweikampf zwischen Cruz Azul und Atlas hinaus. Die Celestes wähnten sich nach gutem Start bereits unter den Top-Acht, doch nach drei Niederlagen aus den letzten vier Spielen droht bei derzeit 21 Punkten das siebte Vorrunden-Aus in Serie, schließlich hat Atlas mit 20 Zählern durch das Nachholspiel am Mittwoch hat Atlas alle Trümpfe in der Hand.

In der unteren Tabellenhälfte haben Pachuca und Tijuana den Traum von den Play-off zwar auch zwei Spiele vor Saisonende nicht aufgegeben, doch das 2:2 der Tuzos bei Santos Laguna sowie Tijuanas 1:3-Pleite bei Meister Chivas dürften zu wenig sein, um das Feld auf der Zielgeraden noch einmal von hinten aufzurollen.

In der Abstiegstabelle muss Veracruz aufpassen, nicht den Anschluss an die Konkurrenz zu verlieren, mit 88 Punkten im Dreijahresranking liegen die Tiburones Rojos vier Punkte hinter dem Vorletzten Querétaro, Atlas ist bereits um acht Punkte enteilt. Aufsteiger Lobos ist als inzwischen Drittletzter ebenfalls in größerer Gefahr, bei zwei Niederlagen in den verbleibenden Spielen würde der Neuling die Hinrunde auf dem Abstiegsplatz beenden.