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Orozco verliert den Kampf gegen den Krebs

Der mexikanische Fußball trägt Trauer: Nach anderthalbjährigem Kampf gegen den im November 2016 diagnostizierten Lungenkrebs ist Angreifer Ezequiel Orozco vom Zweitligisten Murciélagos FC am gestrigen Freitag im Alter von 29 Jahren verstorben.

Sein Fall hatte den Fußball in Mexiko bewegt und ein Stück weit vereint: Im Juni 2017 verlängerte Zweitligist Murciélagos FC den Vertrag mit dem Monate zuvor an Krebs erkrankten Angreifer Ezequiel “Cheque” Orozco und rief die Vereine der ersten Liga gleichzeitig dazu auf, in einem Benefizspiel Einnahmen für die Behandlung des damals 28-Jährigen zu sammeln. In den folgenden Tagen gab es im mexikanischen Fußball kaum mehr ein anderes Thema, Rekordmeister América versprach ein Gastspiel beim Klub aus dem Bundesstaat Sinaloa und löste das Versprechen nach wenigen Wochen ein, Spieler wie André-Pierre Gignac, Chicharito oder Guillermo Ochoa versteigerten Trikots, Schuhe und andere Utensilien und ließen Orozco die Einnahmen zukommen. Unter dem Hashtag #FuerzaCheque entwickelte sich eine Welle der Solidarität, die auch über die Landesgrenzen hinaus schwappte. “Hier existieren weder Grenzen noch Distanzen”, gab auch der FC Arsenal Genesungswünsche ab.

Doch trotz allen Beistands und aller Hilfe verschlechterte sich der Zustand von Orozco kontinuierlich. Schon im November 2016 hatte er gleich nach der Diagnose seine Karriere beenden müssen, in einem letzten Spiel wurde er nach der ersten Minute ausgewechselt und verließ durch ein anerkennendes Spalier aus Mitspielern und Gegnern symbolisch den Rasen. In einem Video gab er einen Einblick in die verschiedenen Behandlungen, denen er sich in der Folge unterziehen musste, wenngleich diese nie die erhoffte Besserung mit sich brachten. Das Benefizspiel zwischen Murciélagos und América im Juli des vergangenen Jahres konnte er sichtlich gezeichnet nur noch im Rollstuhl verfolgen. Die Hoffnungen auf eine Genesung schwanden immer mehr, zu sehr hatten sich die Krebszellen bereits in Orozcos Körper verbreitet. In den letzten Monaten führte er einen stillen Kampf gegen die Krankheit, öffentliche Auftritte wie die Entgegennahme eines Sonderpreises durch den TV-Sender Univision im Dezember waren eine Ausnahme, für mehr fehlte ihm schlichtweg die Kraft. Am gestrigen Freitag vermeldete Murciélagos dann die traurige Nachricht. Mit 29 Jahren hat Orozco den Todeskampf verloren, aber sein Schicksal gleichzeitig für viele andächtige Momente und Gesten gesorgt, die den Fußball in Mexiko auf und neben dem Platz ein Stück weit bereichert haben. Ebenso wie Orozco selbst werden sie so schnell nicht in Vergessenheit geraten.