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Santos fordert den Meister zum Auftakt

Nach den ersten beiden Viertelfinalspielen in der Nacht auf Donnerstag stehen heute Nacht die beiden weiteren Duelle an. Meister Tigres empfängt Santos Laguna um Torschützenkönig Djaniny, der souveräne Tabellenführer Toluca gastiert anschließend in Morelia.

Tigres – Santos (Fr. 2.30 Uhr; Mo. 1 Uhr)

Das Duell zwischen Meister Tigres auf Rang fünf und Herausforderer Santos Laguna auf Platz vier ist auf den ersten Blick vor allem das Duell zweiter Stürmer: Altmeister André-Pierre Gignac, der in der regulären Spielzeit neun Treffer erzielte und in der Liguilla regelmäßig zu Hochform aufläuft, trifft auf Torschützenkönig Djaniny Tavares, der in 15 Spielen 14 Mal vollstreckte. Während die beiden Torjäger eine starke individuelle Ausbeute vorweisen können, ging ihren Klubs in den letzten Wochen die Luft aus. Santos, bis zum zwölften Spieltag noch Tabellenführer, reihte zuletzt drei Niederlagen aneinander, die Tigres sind gar seit vier Spielen ohne Erfolg.

Santos hofft auf Wende – und Djaniny

Zumindest mit dem Titelverteidiger ist im Kampf um die Meisterschaft dennoch zu rechnen. Keiner Mannschaft gelang es in den letzten Jahren ähnlich gut, die vorigen 17 Spiele auszublenden und in der entscheidenden Phase mit gnadenloser Effizienz zu glänzen. Zwar wiegelte Erfolgstrainer Ricardo Ferretti ab und erklärte den souveränen Tabellenführer Toluca als den alleinigen Titelfavoriten, dennoch weiß auch der Brasilianer, dass einmal mehr mit seiner Mannschaft zu rechnen ist. Santos hingegen, das die ersten zwei Saisondrittel furios hinter sich brachte, geht trotz des leicht besseren Tabellenplatzes und des Heimrechts im Rückspiel als Außenseiter in die Begegnung – zu stark war der Leistungsabfall in den letzten Wochen. Hinzu kommt, dass Djaniny trotz herausragender Ausbeute zuletzt seiner Form hinterherlief und zwölf seiner 14 Treffer erzielte, bevor er sich am 10. Spieltag verletzte und drei Wochen ausfiel.

Trotz der Umstände gibt sich Santos-Coach Dante Siboldi durchaus positiv: „Ich sehe eine gute Liguilla vor mir, denn ich bin davon überzeugt, dass wir die Situation wieder umkehren können.“ Die Tage mitreißender K.o.-Duelle beider Mannschaften, die sich 2011/2012 sowohl in Apertura (Finale) als auch Clausura (Halbfinale) mit jeweils besserem Ende für Tigres begegnet waren, liegen schon etwas zurück. Zuletzt waren die Paarungen vor allem durch Torarmut geprägt. Dennoch gehört das Duell zu den attraktivsten im Viertelfinale, und könnte für eine Menge Spektakel sorgen.

Morelia – Toluca (Fr. 4.30 Uhr; So. 19 Uhr)

Neun Punkte, Platz zehn und eine ungewisse Zukunft für Trainer Hernán Cristante – die Aussichten in Toluca waren nach dem siebten Spieltag alles andere als rosig, ehe die Diablos Rojos zu einem beispiellosen Höhenflug aufbrachen. Mit neun Siegen in Serie stellte man einen neuen Ligarekord auf, sicherte sich spielerisch leicht die Tabellenführung und schlüpfte mit jedem Spiel mehr in die Favoritenrolle für die Play-offs. In diese startet man nach dem 0:1 in Tijuana zwar mit einer Niederlage und dem Ende der Serie, dennoch hatte der zehnmalige Meister schon lange nicht mehr derart gute Aussichten auf den ersten Titel seit 2010. Morelia hingegen kroch mit nur einem Punkt aus den letzten drei Spielen gerade so über die Ziellinie und profitierte am Ende davon, dass Verfolger Pachuca nur einen statt der nötigen drei Punkte holte.

Morelia fordert den “Fight Club” heraus

Die dritte Liguilla-Qualifikation in Folge bringt den Purépechas dennoch ausreichend Selbstvertrauen, um vor dem Heimspiel gegen den Superlíder an die eigenen Chancen zu glauben. „Toluca hat die Pflicht weiterzukommen, aber wir wissen wozu wir in der Lage ist. Deshalb ist das Duell für mich völlig offen“, schätzt Linksverteidiger Gerardo Rodríguez, der zwischen 2012 und 2016 selbst für insgesamt dreieinhalb Jahre die Schuhe für Toluca schnürte. Unter Trainer Roberto Hernández mauserte sich die Mannschaft vom Abstiegskandidaten, dem im letzten Jahr erst in letzter Minute der Klassenerhalt gelang, zum Stammgast der Fiesta Grande. Als Hauptgrund neben der guten Arbeit des Trainerteams ist Torjäger Raúl Ruidíaz, der im dritten Halbjahr in Folge neun Treffer zum Erfolg beisteuerte.

Toluca fehlt es hingegen an einem alleinigen Torjäger, die insgesamt 24 Treffer verteilen sich auf viele Schultern mit Luis Quiñones (fünf Tore) als treffsicherstem Schützen. Als im Winter neben dem Kolumbianer mit Ángel Reyna ein zweiter Problemprofi verpflichtet wurde, spotteten die Medien schon vom „Fight Club“ in Toluca. „Tatsächlich stimmt das in gewisser Weise, wir kämpfen um jeden Ball, kämpfen jeden Tag um konkurrenzfähig zu sein und uns den Titel zu sichern“, erklärt Reyna, der sich disziplinarisch bislang völlig unauffällig zeigt, auch wenn er sportlich mit der Jokerrolle vorlieb nehmen muss. Mit dem besseren und auch deutlich breiteren Kader gehen die Diablos Rojos das Duell mit dem formschwachen achten als haushoher Favorit an, müssen sich mit der Favoritenrolle nach einigen Jahren unter dem Radar aber erst einmal anfreunden. Im letzten Jahr scheiterte man sowohl im Pokal als auch im Viertelfinale der Liguilla an Morelia, entsprechend weiß der Außenseiter aus Michoacán durchaus, wie er den Teufel bei den Hörnern packen kann.