Toluca

Toluca und Santos im Finale um die Meisterschaft

Durch Siege über Tijuana und América haben sich Tabellenführer Deportivo Toluca und der Fünfte der regulären Saison, Santos Laguna, für das Finale im die Meisterschaft im mexikanischen Torneo Clausura qualifiziert. Die Duelle um den Titel steigen in der Nacht von Donnerstag auf Freitag sowie von Sonntag auf Montag.

Toluca – Tijuana (4:1; 1:2)

Als Toluca es mit doppelter Überzahl gegen Tijuana noch einmal spannend machte, sprach Fernando Uribe ein und machte endgültig alles klar. Nach einer 1:2-Niederlage im Hinspiel im Estadio Caliente hatten die Diablos Rojos im Rückspiel durch einen Doppelpack von Uribe (9. und 31. Minute) früh die Weichen auf den Finaleinzug gestellt, der Platzverweis für Gäste-Angreifer Luis Mendoza nach 37 Minuten hatte die Aussichten weiter verbessert. Doch Toluca vergab eine Chance nach der anderen, ließ Tijuana damit am Leben und kurz nachdem nach einer Stunde mit Miller Bolaños der zweite Offensivmann bei den Xolos vom Platz gestellt wurde, machten es die Nord-Mexikaner plötzlich sogar noch einmal spannend. Luis Chávez verwandelte in der 66. Minute einen Freistoß aus knapp 30 Metern direkt und Tijuana fehlte plötzlich nur noch ein Tor für das Finale. Über 20 Minuten vermochte es der Superlíder nicht, seine numerische Überlegenheit entscheidend auszuspielen, dann wischten Uribe und Pablo Barrientos in der Schlussphase alle Zweifel beiseite. Zunächst servierte der in den Play-offs überragend aufspielende Barrientos in der 86. Minute mit einem schönen Steilpass das stark vollendete 3:1 von Uribe, zwei Minuten tauschten beide die Rollen und der Argentinier nutze ein Anspiel des Kolumbianers für den Treffer zum 4:1 Endstand. „Vor sechs Monaten wollten uns viele noch an den Kragen, inzwischen sind die Leute glücklich und unterstützen uns auch, wenn es mal nicht so gut läuft“, freute sich Trainer Hernán Cristante über die Entwicklung in Toluca, nachdem er einer drohenden Entlassung in der jüngeren Vergangenheit bereits mehrmals nur knapp entgangen war.

Santos – América (2:2; 4:1)

Im Endspiel geht es für seine Mannschaft, die im vierten Play-off-Spiel ihren ersten Sieg feierte, nachdem in der regulären Saison noch ein Rekord mit neun Erfolgen in Serie gelungen war, nun gegen Santos Laguna, das insbesondere dank eines furiosen Hinspiels Rekordmeister América ausschaltete. Vor heimischem Publikum sorgten die Laguneros für eine magische Nacht und erinnerten beim 4:1-Sieg an die Zeiten vor wenigen Jahren, als das Estadio Corona noch regelmäßig als Stätte unvergesslicher Partien gedient hatte. Osvaldo Martínez hatte Santos im Duell gegen seinen Ex-Klub nach einer Viertelstunde mit einem satten Fernschuss in Führung gebracht, Cecílio Domínguez nutzte nach einer halben Stunde einen Torwartfehler von Jonathan Orozco zum zwischenzeitlichen Ausgleich. Nach der erneuten Führung, bei der Julio César Furch Gästekeeper Marchesín in der 38. Minute mit einem Fernschuss auf dem falschen Fuß erwischte, verpasste América noch vor der Pause das 2:2, als Jérémy Ménez mit einem schwachen Foulelfmeter an Orozco scheiterte. Auch nach der Pause ließen die Águilas zunächst eine gute Chance liegen, ehe Santos durch Furch in der 54. Minute auf 3:1 erhöhte. Der Schlusspunkt war eine Viertelstunde vor dem Ende Joker Edwuin Cetré vorbehalten, der alleine vor Marchesín die Nerven bewahrte und satt einschoss.

Im Rückspiel machte es América zu Beginn noch einmal spannend, ging durch einen verwandelten Elfmeter von Domínguez (11. Minute) und ein Kopfballtor von Diego Valdez (23. Minute) schnell mit 2:0 in Führung. Nach und nach setzte Santos der radikalen Offensive der Gastgeber aber gezielte schnelle Konter entgegen, kurz vor der Pause brachte das den Anschlusstreffer von Jonathan Rodríguez (41.). Nach dem Seitenwechsel rannte América gegen gut sortierte Gäste an, scheiterte letztlich aber vor allem an der eigenen Chancenverwertung und schaffte es nicht mehr, das Ruder noch einmal herumzureißen. Mit dem 2:2-Ausgleich in der 85. Minute beendete der kurz zuvor eingewechselte Jesús Isijara alle Hoffnungen der Águilas auf eine späte Wende und sicherte Santos die Finalteilnahme.

Würdiger Saisonabschluss

Das Duell zwischen dem zehnfachen Meister Toluca und dem fünfmaligen Titelträger Santos als Endspielpaarung ist indes kein Novum in Mexiko, schon 2000 und 2010 waren beide im Finale aufeinandergetroffen, beide Male behielten die Diablos Rojos am Ende die Oberhand. Auch diesmal scheint die Favoritenrolle leicht bei Cristante und seinen Mannen zu liegen, wenngleich Santos in den Play-offs mit Tigres und América bereits zwei Giganten aus dem Weg räumte und seine zwischenzeitlich verlorene Bestform wiedergefunden hat. Mit neun (Toluca) beziehungsweise acht Toren (Santos) überzeugten beide Teams vor allen Dingen in der Offensive. Bei Toluca ist Rubens Sambueza auch im hohen Alter weiter der unermüdliche Antreiber und Spielgestalter auf der Außenbahn, Pablo Barrientos und Fernando Uribe glänzen mit Treffsicherheit in den K.o.-Spielen. Bei Santos ist Torjäger Djaniny die Leichtigkeit etwas abhandengekommen, dafür springt Sturmpartner Furch grandios in die Bresche, außerdem zieht Osvaldo Martínez die Fäden, während ihm mit José Juan Vázquez einer der besten Abräumer der Liga den Rücken freihält und Bryan Lozano zwischen den Strafräumen ein überragendes Pensum abspult.

Angesichts der guten Form beider Teams ist eine Prognose nur schwer möglich, der kommende Titelträger nur schwer abzusehen. Deutlich gesicherter scheint da die Voraussage, dass die letzten 180 Minuten der Saison noch einmal einen würdigen Höhepunkt darstellen werden und ein Finale auf hohem Niveau die beiden besten Mannschaften im Verlaufe des Torneo Clausura vereint. Dabei wird das Hinspiel in der Nacht auf Freitag zunächst in Torreón stattfinden, ehe in der Nacht auf Montag in Toluca die Entscheidung um den Titel fällt.