Saisonrückschau Uruguay: Bicampeón! Peñarol wiederholt den Titel

Das Torneo Uruguayo 2018 geht an Peñarol. Wie schon im Vorjahr war dafür eine beachtliche Aufholjagd der Carboneros notwendig, die sich mit viel Kampfgeist die Jahrestabelle sicherten. Das lange komfortabel führende Nacional brach dagegen in der Schlussphase ein und konnte den Spieß in der Finalrunde nicht mehr umdrehen – schon die 1:2-Halbfinalniederlage bedeutete das Ende der Titelträume. Im Abstiegskampf zogen neben Fixabsteiger El Tanque auch die Aufsteiger Torque und Atenas den Kürzeren. Wir blicken zurück auf die Saison der Klubs.

Peñarol:

Die Manyas gingen als Titelverteidiger in die Saison und starteten unter Meistercoach Leo Ramos durchaus ordentlich, doch nach dem Kreuzbandriss von Lenker Walter Gargano zeigte der Pfeil nach unten. So verloren die Gelb-Schwarzen Apertura und Torneo Intermedio (wo man hinter Torque nur Gruppenzweiter wurde) und lagen zwischendurch sieben Punkte hinter Nacional. Doch wie schon im Vorjahr kam die Trendwende mit der Clausura. Zuvor hatte Peñarol mit Coach Leo Ramos, Verteidiger Ramon Arias und Stürmer Cristian Palacios wichtige Figuren verloren, diese aber passend ersetzt: Der junge Trainer Diego Memo López kehrte nach vielen Jahren in Italien in sein Heimatland zurück, Carlos Rodriguez ersetzte Arias in der Innenverteidigung, und im Sturm kehrte Lucas Viatri nach Augenverletzung zurück.

Zunächst mussten López und sein Team allerdings einen schweren Rückschlag hinnehmen, als die Manyas mit einem Gesamtscore von 1:6 aus der Copa Sudamericana ausschieden. Auch in den ersten Ligaspielen unter López stotterte der Motor, doch dann fing man sich, spielte aber trotz einer sehr guten Bilanz oft gefährlich nah am Punktverlust. Doch in den entscheidenden Momenten wuchs die erfahrene Mannschaft an ihren Leadern: Lucas Viatri köpfte den späten Ausgleich gegen Nacional im Clásico der Clausura, Maxi Rodriguez‘ Last-Minute-Tor gegen Progreso sicherte die Clausura und ermöglichte es Peñarol, die Führung in der Jahrestabelle zu übernehmen, am letzten Spieltag bewahrte Keeper Kewin Dawson die Carboneros mehrmals vor einem höheren Rückstand gegen Defensor, ehe man mit einer maximalen Energieleistung (zwei späte Tore in Unterzahl zum 2:1-Sieg) das Blatt wendete. Und im Clásico des Halbfinals rettete Fabricio Formiliano, der Fels in der Abwehr, die Manyas in die Verlängerung, in der Kapitän Cristian Cebolla Rodriguez den entscheidenden Elfmeter verwandelte. In dieser nervenaufreibenden Saisonschlussphase war auch Walter Gargano wieder ein wichtiger Faktor– er verfügt nun über die unfassbare Bilanz von zwei Meistertiteln, 24 Siegen und 3 Remis bei 27 Ligaspielen für Peñarol und ist somit ein Gesicht des Bicampeonato.
Die besten Torschützen: Cristian Palacios und Gabriel Fernández (je 12 Tore)
Die besten Spieler: Cristian Rodriguez, Kewin Dawson, Fabricio Formiliano

Nacional:

Im Nachgang der Vorjahreskatastrophe (als man zehn Punkte Vorsprung in der Jahrestabelle verspielte und es nicht mal in die Finals schaffte) hatte man den jungen Reservetrainer Alexander Medina in die erste Mannschaft befördert. Der Cacique überzeugte zunächst, als Nacional es durch alle Qualifikationsrunden in die Copa Libertadores schaffte und sowohl Torneo Apertura als auch das Intermedio gewann. Zudem gelang es ihm, Youngster wie Christian Oliva und Guzmán Corujo zu Leistungsträgern zu machen. Später schaffte man es ins Viertelfinale der Copa Sudamericana, doch in den wichtigen Spielen knickten die Tricolores ein: Den Vorsprung in der Jahrestabelle gab man wegen vieler unnötiger Punktverluste in der Clausura her, in der Copa Libertadores verlor man das entscheidende letzte Gruppenspiel gegen Estudiantes La Plata, in der Copa Sudamericana das Viertelfinale zu Hause gegen Fluminense – und das bitterste von allen Spielen: Im Halbfinale unterlag man Peñarol mit 1:2 und musste dem Erzrivalen beim Feiern zusehen. Letztlich verfügte man nicht über die entscheidende mentale Stärke, die die Carboneros auszeichnete. Und so wird eine Saison, die lange mehr Gutes als Schlechtes bot, in der Nachbetrachtung zum Fiasko.
Der beste Torschütze: Gonzalo Bergessio (17 Tore)
Die besten Spieler: Christian Oliva, Gonzalo Bergessio

Danubio:

Best of the Rest, in Uruguay könnte sich das anfühlen wie ein Titel. Schließlich ist das Rennen zwischen den Grandes und den Verfolgern in jeder Hinsicht ziemlich ungleich. Doch obwohl Danubio als Dritter einlief, war die Saison der Franjeados nicht viel mehr als solide und die Euphorie dementsprechend gebremst. Unter dem früheren Jugendtrainer Pablo Peirano gelangen eine gute Apertura (Platz 3), ein mittelmäßiges Torneo Intermedio (Gruppendritter) und eine eher schwache Clausura (Zehnter), in der man sich dank Defensors Schwäche auf den dritten Platz rettete. Das eher mäßige Finish erklärt sich vor allem durch den Abgang des schussgewaltigen Mittelfeldspielers David Terans, der nach dem Torneo Intermedio (und satten 14 Toren in 20 Spielen) zu Atletico Mineiro wechselte – er hatte mit seiner Torgefahr spielerische Schwächen kompensiert. In der Clausura sprang dafür vor allem Carlos Grossmüller in die Bresche, doch der Ex-Schalker glänzte zwar durch seine Spielfreude, ist aber lange nicht so antrittsschnell und abschlussstark wie Terans. Weil die Stürmer außer dem auch nicht brillanten Federico Rodriguez (im ganzen Jahr neun Tore) ebenfalls wenig auf die Kette bekamen, erzielte Danubio nur 13 Treffer in der Clausura. Die eher rustikale Defensive um Gastón Bueno, Sergio Felipe und Ribair Rodriguez stand hingegen meistens gut und sicherte die internationale Qualifikation. Diese beschert Danubio dringend benötigte Einnahmen und die Möglichkeit, die eigenen Talente ins Schaufenster zu stellen – schließlich verfügt man über eine herausragende Jugendarbeit, die schon Spieler wie Edinson Cavani oder Marcelo Zalayeta hervorgebracht hat.
Der beste Torschütze: David Terans (14 Tore)
Die besten Spieler: David Terans, Carlos Grossmüller, Gastón Bueno

Defensor:

Im Vorjahr hatten es die Violetas bis ins Halbfinale der Meisterschaft geschafft – eine beachtliche Leistung angesichts der strukturellen Dominanz der beiden Grandes. 2018 konnte Eduardo Acevedos Team diese Leistung nicht bestätigen. Eine im Großen und Ganzen durchschnittliche Saison führte die Tuertos auf Rang vier und damit gerade so in die Copa Libertadores – zittern musste man dabei vor allem wegen drei Niederlagen in den letzten drei Spielen. Im Gegensatz zu den letzten Jahren konnten die Violetas auch keine Talente groß rausbringen. Lediglich Rechtsverteidiger Mathias Suárez konnte seine guten Anlagen diesmal konstanter umsetzen und schaffte es so bis in die Nationalmannschaft. Immerhin: Mit den bekannt guten Jugendteams, den Geldern aus der Copa Libertadores und Transfereinnahmen aus dem vergangenen Sommer, als Benavidez und Castro gutes Geld in die Kassen spülten, ist Defensor auch für die Zukunft gut gerüstet.
Der beste Torschütze: Germán Rivero (10 Tore)
Die besten Spieler: Mathías Cardacio, Mathías Suárez

Cerro:

Die Albicelestes spielten eine hervorragende Saison, die ausgerechnet am letzten Spieltag etwas verdorben wurde: Durch die Niederlagen von Defensor und Danubio hatte man eine hervorragende Chance auf die Copa Libertadores, brauchte dazu nur einen Sieg gegen den Erzrivalen Rampla. Im Clásico de la Villa führte Cerro dann auch früh 2:0 und durfte 60 Minuten in Überzahl bestreiten – schenkte die komfortable Situation aber her und holte nur einen Zähler. So wird man 2019 in der Copa Sudamericana antreten, was dennoch ein sehr gutes Ergebnis ist. Besonders ermutigend: Der Coach Fernando Petete Correa, einst Nationalstürmer, hat den jungen Angreifern Nicolás González und Luis Acevedo sowie dem technisch begabten Mittelspieler Leandro Paiva zum Durchbruch verholfen. An dem Trio dürfte Cerro noch seine Freude haben.
Der beste Torschütze: Nicolás González (9 Tore)
Die besten Spieler: Leandro Paiva, Yonatan Irrazábal

Liverpool:

Liverpools wichtigster Transfer vor der Saison war der neue Coach: Paulo Papa Pezzolano, im Vorjahr Aufsteiger mit Torque, ist eines der begabtesten Trainertalente Uruguays. Für Pezzolano war es eine Rückkehr: Er hatte früher lange Jahre in Liverpools Mittelfeld die Fäden gezogen. Bei seiner zweiten Trainerstation überzeugte er erneut vollkommen. Die Negriazules, die mit einem eher mäßigen Punkteschnitt in die Saison gegangen waren, gerieten nie in Abstiegsnöte und qualifizierten sich souverän für die Copa Sudamericana – bei einem Sieg am letzten Spieltag wäre es sogar die Copa Libertadores geworden. Pezzolanos Mannschaft pflegte einen kontrollierten, technisch ansehlichen Stil, mit dem sie recht konstant Resultate einfuhr. Besonders wichtig war das brandgefährliche Duo aus Außenstürmer Federico Martínez und Mittelstürmer Juan Ignacio Ramírez, aber auch die Verteidiger Angelo Gabrielli und Sebastián Cáceres spielten eine hervorragende Saison. Pezzolano bewies dabei ein besonderes Händchen für Youngster, denn mit Ramírez (21), Cáceres (19), Martínez (22) und auch beispielsweise Cristian Souza (23) und Agustín Ocampo (20) verfügte Liverpool über eine recht junge Mannschaft mit viel Potential. Für die Negriazules bietet sich nun die Möglichkeit, sich wieder dauerhaft in den internationalen Plätzen zu etablieren, nachdem ein überraschender Abstieg 2015 den Verein zurückgeworfen hatte.
Der beste Torschütze: Federico Martínez (12 Tore)
Die besten Spieler: Federico Martínez, Sebastián Cáceres, Juan Ignacio Ramírez

Montevideo Wanderers:

Als Eduardo Espinel vor der Saison bei den Bohemios unterschrieb, machte sich mancher Fan klammheimlich Illusionen: Schließlich hatte der Trainer Plaza Colonia 2015/16 sensationell zum Clausura-Sieg gecoacht, und der Kader der Wanderers gehört zu den stärkeren der Liga. Doch die Liaison begann nicht besonders glücklich, denn der Klub aus El Prado beendete die Apertura als enttäuschender Elfter. Doch die Bohemios bewiesen Geduld mit Espinel und reagierten gut auf dem Transfermarkt: Mit Diego Riolfo und Nicolás Albarracin kamen spielstarke Partner für die schnellen Offensiven Manuel Castro und Rodrigo Pastorini. Dazu etablierten sich der junge Leihrückkehrer Ignacio De Arruabarrena im Tor sowie Youngster Bruno Méndez in der Abwehr – der Senkrechtstarter schaffte es nun sogar in die A-Nationalmannschaft. Die Oldies Nacho González, Sergio Blanco und Damián Macaluso rückten dagegen immer mehr ins zweite Glied. Zahlreiche Veränderungen, die sich auszahlten: Die Wanderers beendeten eine gute Clausura auf Platz 3. Mehr als Rang 7 in der Jahrestabelle war nach dem schwachen Start nicht mehr drin, aber der Trend geht klar nach oben. Für 2019 sollte dann die Copa Libertadores ein Ziel sein.
Der beste Torschütze: Manuel Castro (11 Tore)
Die besten Spieler: Adrián Colombino, Manuel Castro

River Plate:

Sechster in der Apertura, Dritter in der Intermedio-Gruppe, Dreizehnter in der Clausura: So wirklich nach oben zeigte der Trend bei River Plate diese Saison nicht. Trotzdem reichte es gerade noch so für die Copa Sudamericana, womit man sein Soll erfüllt hat. Vier schmerzende Niederlagen zum Saisonabschluss sorgen dafür, dass die Darseneros dennoch mit einem mäßigen Gefühl aus der Saison gehen. Unter Pablo Tiscornia und seinem Nachfolger Jorge Giordano schaffte man es weder, ein klares Spielkonzept zu etablieren noch Youngstern wirklich zum Durchbruch zu verhelfen. Neben den etablierten Matías Jones und Nicola Pérez war kein Rot-Weißer konstant, lediglich die Flügelspieler Facundo Boné und Mauro Da Luz ließen ihr Talent aufblitzen. Besonders enttäuschend: Die erfahrenen Angreifer Juan Manuel Olivera, Matías Alonso und Gabriel Leyes kamen zusammen auf gerade mal zehn Saisontore.
Der beste Torschütze: Matías Jones (9 Tore)
Die besten Spieler: Matías Jones, Nicola Pérez

Progreso:

Der Gaúcho del Pantanoso ging als Aufsteiger erstmal mit dem Ziel Klassenerhalt in die Saison. Doch schon eine starke Apertura deutete an, dass sich das Team von Marcelo Méndez keine großen Sorgen machen müsste. Im Gegensatz zu vielen anderen theoretisch stärkeren Mannschaften suchte Progreso fast immer eine saubere Spieleröffnung und war so eine angenehme Erscheinung. Im Angriff sorgten Ignacio Lemmo und Gastón Colman mit wechselnden Kollegen für viel Wirbel und beachtliche 51 Tore, in der Defensive legten No-Names wie Steve Makuka und Mauricio Loffreda hervorragende Debütsaisons in der ersten Liga hin: Nur die ersten drei Teams kassierten weniger Tore als Progreso. Etwas mehr Konstanz hätte den Gaúchos allerdings nicht geschadet – am Ende waren 13 Niederlagen eine zu viel, denn River Plate landete um Haaresbreite vor den Gelbroten, die somit die Copa Sudamericana verpassten.
Der beste Torschütze: Ignacio Lemmo (10 Tore)
Die besten Spieler: Ignacio Lemmo, Steve Makuka

Racing:

Eine nur durchschnittliche Vorsaison und ein Stotterstart verdammten die Escuelita dazu, die ganze Saison über den Blick nach unten zu richten. Unter dem debütierenden Coach Rodrigo López, der seine Karriere erst vor dieser Saison beendet hatte, spielten die Cerveceros fast immer nur durchschnittlich und verpassten die Befreiungsschläge. Besonders offensiv hatte das Team Ladehemmung – umso erstaunlicher, da López selbst ein herausragender Stürmer war. Letztlich war es keine Überraschung, dass der Debütant nach 25 Spieltagen gehen musste. Umso erstaunlicher war dafür, was sein Nachfolger Juan Tejera aus der Mannschaft holte: Sechs Siege aus zehn Spielen (López schaffte fünf in 25 Versuchen) reichten sogar für Platz 4 in der Clausura und für Platz 10 in der Jahrestabelle. Der stärkste Mannschaftsteil war dabei ganz klar die Defensive um Kapitän Lacoste, die mit 46 Gegentoren einen guten Eindruck hinterließ.
Der beste Torschütze: Maicol Cabrera (5 Tore)
Der beste Spieler: Pablo Lacoste

Torque:

Der ambitionierte Aufsteiger, der zum Imperium der City Football Group gehört, erlebte ein sehr unglückliches Debütjahr in der ersten Liga. Die Himmelblauen arbeiteten seriös und verstärkten sich solide. Nach einem durchschnittlichen Torneo Apertura schien man sich endgültig zu etablieren – zweimal schlug Torque den späteren Meister Peñarol und stand im Torneo Intermedio sogar kurz vor dem Sieg, ehe Finalgegner Nacional sich in letzter Sekunde noch durchsetzte. Doch übers Jahr gesehen ließ man vor allem offensiv Durchschlagskraft vermissen und steckte so bis zum Schluss im Abstiegskampf, hatte aber alles in der eigenen Hand – ein Sieg gegen die Konkurrenten Rampla oder Fénix hätte den Klassenerhalt bedeutet. Doch das Team von Pablo Marini holte nur einen Zähler und muss den bitteren Gang in die zweite Liga antreten.
Der beste Torschütze: Mauricio Gómez (6 Tore)
Die besten Spieler: Mauricio Gómez, Dario Pereira

Fénix:

El Fénix no baja, hallte es am letzten Spieltag durch den Parque Capurro. Der Klub, den der Journalist Hardy Grüne in Anlehnung an die Unabsteigbaren als den VfL Bochum Uruguays bezeichnet hat, machte seinem Namen mal wieder alle Ehre und schaffte die Wiederauferstehung, nachdem alles schon verloren schien. Unter Nathaniel Revetria versuchten die Lilaweißen von Beginn an, sich von den Abstiegsplätzen zu distanzieren, hatten dabei aber wenig Fortune. Nach neun Niederlagen in den ersten 17 Spielen musste Revetria gehen. Es kam eine der schillerndsten Figuren des uruguayischen Fußballs: Juan Ramón Carrasco, der den Klub einst mit ambitioniertem Fußball in die Copa Libertadores geführt hatte und für seine eigenwillige Spielauffassung berühmt ist. Doch auch unter Carrasco änderte sich nicht viel: Manchmal war Fénix‘ Fußball vor allem dank Jungstar Leo Fernández richtig gut anzuschauen, doch verloren die Albivioletas einfach viel zu oft (am Ende 18 Mal). So fiel man peu à peu zurück und stand am Ende mit dem Rücken zur Wand, brauchte mindestens einen Punkt gegen Danubio sowie Siege gegen die Konkurrenten Atenas und Torque. Ein dramatisches 2:1 über Atenas und ein erkämpftes Remis gegen Danubio brachten das gewünschte Endspiel gegen Torque im heimischen Parque Capurro. Dort hatte man dann mental und fußballerisch immer die Oberhand, und der 2:1-Sieg bedeutete den denkbar knappen Klassenerhalt.
Der beste Torschütze: Leonardo Fernández (11 Tore)
Die besten Spieler: Leonardo Fernández, Dario Denis

Atenas:

Das Team aus San Carlos ist in den letzten Jahren ein Fahrstuhlklub – meist zu gut für die Segunda División, aber zu schlecht für die Primera. Auch 2018 bestätigte sich diese Tendenz. Trotz diverser Kaderumbrüche und zweier Trainer standen die Carolinos meist unter dem Strich – weder offensiv noch defensiv hatte man wirklich die notwendige Klasse. Der gute Punkteschnitt der Konkurrenz tat sein Übriges, dass Atenas‘ Abstieg bereits nach dem vorletzten Spiel gegen Nacional (2:2) feststand. Der Abschied war in der folgenden Woche nicht eben ruhmreich: Bei Progreso gab’s ein 0:5.
Der beste Torschütze: Santiago Barboza (6 Tore)
Der beste Spieler: Federico Castellanos

Boston River:

Zwei Jahre in Folge hatte es das Team von Turco Apud bis in die Copa Sudamericana geschafft, nun aber enttäuschten die Grünroten: Platz 14 in der Jahrestabelle entspricht nicht den Erwartungen. Nur dank des guten Vorjahres blieb manch von einer echten Zitterpartie verschont. Dabei gelangen einige gute Transfers (wie etwa Gonzalo Mastriani und Keeper Gonzalo Falcón), und für Ronald Araujo (während der Saison zu Barca B) konnte man sogar als Sprungbrett nach Europa fungieren. Doch im Großen und Ganzen lief nicht viel bei Boston River, das diese Saison in Las Piedras spielte. Neben fehlendem Matchglück ist dafür wohl auch ein etwas unbalancierter Kader verantwortlich: Während an den schon seit einigen Jahren für Boston River auflaufenden Oldies um Kapitän Scotti (nun 41!) der Zahn der Zeit nagt, können die vielen Jungspunde ihre Leistung nicht konstant genug abrufen. So verlor man oft ausgerechnet gegen die schwächeren Teams, während man unter anderem Cerro, Nacional, Defensor und international Banfield schlagen konnte.
Der beste Torschütze: Gonzalo Mastriani (8 Tore)
Die besten Spieler: Ronald Araujo, Gonzalo Falcón

Rampla Juniors:

Die Picapiedras gingen 2018 mit einem positiven Gefühl an: Erstmals in der Vereinsgeschichte war man für die Copa Sudamericana qualifiziert, zudem startete man mit einem guten Vorsprung in der Abstiegstabelle. Doch scheinbar ruhte man sich zu sehr auf den Lorbeeren aus – in der heimischen Liga klappte bei dem Verein vom Cerro wenig, während der internationale Auftritt mehr als achtbar war. Mit den Trainern López und Fuentes schlingerte man in den Abstiegskampf, wo man dann einen Spezialisten aktivierte: Julio César Tola Antúnez. Der  formte eine kompakte und defensivstarke Mannschaft, die in den letzten sechs Spielen nicht mehr verlor (allerdings auch fünfmal Remis spielte) und somit gerade noch den Klassenerhalt schaffte, obwohl Rampla in der Jahrestabelle auf dem letzten Platz stand. Ins nächste Jahr wird man allerdings mit einer Hypothek gehen. Immerhin steht mit Julio César Toresani schon ein neuer Coach fest. Der Argentinier muss versuchen, mit den bei Rampla immer unglaublich limitierten Möglichkeiten den Klassenerhalt zu schaffen.
Der beste Torschütze: Diego Martiñones (11 Tore)
Der beste Spieler: Rodrigo Odriozola

El Tanque Sisley:

Der Fusionsverein, ein Projekt des umtriebigen Unternehmers Freddy Varela, trat diese Saison angesichts einer drückenden Schuldenlast nicht an. Daher wurden alle Spiele für die jeweiligen Gegner gewertet, und der Klub wird nächste Saison in der Segunda División antreten.