Uruguay
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Saisonvorschau Uruguay: Wer ärgert die Grandes?

Das Verfolgerfeld

Montevideo Wanderers

Der Verein: Die Bohemios sehen sich selbst als den dritten Grande Uruguays an. Dafür mag man sie angesichts des, mäßigen Zuschauerzuspruchs und des großen Titelrückstands belächeln, doch wahr ist, dass sich die Wanderers zuletzt regelmäßig sogar für die Copa Libertadores qualifizieren konnten. Und das mit hauptsächlich eigenen Jugendspielern und einem technisch sehr anspruchsvollen Fußball.

Transfers: Wenig Bewegung bei den Schwarzweißen. Der starke Torwart Leonardo Burián verließ den Klub, doch wurde er durch Martín Rodríguez adäquat ersetzt. Der einzige weitere Transfer ist die Verpflichtung des Torjägers Cristián Palacios von Peñarol. Er ist vielleicht der beste Konterstürmer der ganzen Liga, verfügt aber auch sonst über einen exzellenten Torriecher.

Stärken und Schwächen: Matías Santos, Nacho González, Sergio Blanco, Cristian Palacios: Die Namen in der Offensive garantieren einen gepflegten Fußball und genug Tore. Der neue Trainer Giordano will diesen Stil beibehalten und ist ein solider Coach. Etwas mehr Sorgen macht die Defensive, die zuletzt in der Copa Libertadores-Qualifikation wackelte. Hier fehlt ein echter Leistungsträger.

Die Chefutbol-Prognose: Die Entwicklung der Bohemios in den letzten Jahren hat viel Respekt verdient, hier wird gute Arbeit an allen Fronten geleistet. Vermutlich reicht es auch 2017 wieder für internationalen Fußball, für die Copa Libertadores müsste jedoch alles passen.

Defensor Sporting

Der Verein: Die Violetas waren zu Beginn der 2000er-Jahre drauf und dran, sich fest als dritte Kraft in Uruguay zu etablieren.. Dabei profitierte man von der brillanten Jugendarbeit ebenso wie von den damals schwächelnden Gegnern. In den letzten Jahren hat man aber sportlich kleinere Brötchen backen müssen und sich, wenn überhaupt, zumeist nur für die Copa Sudamericana qualifiziert. Unter Eduardo Acevedo ging es 2016 wieder bergauf.

Transfers: Bei Defensor hat man eine sehr ruhige Transferperiode hinter sich. Klublegende Nico Olivera beendete 38-jährig seine Karriere, darüber hinaus verließ von den Stammkräften nur Emilio Zeballos den Klub. Man konnte jedoch auch nur zwei Neuzugänge begrüßen: Mathías Cardacio, aus der Jugend des Klubs und eine Leitfigur im zentralen Mittelfeld, kehrte mal wieder ins Estadio Luis Franzini zurück. Mit ihm wird nun der Innenverteidiger Gonzalo Maulella spielen, der zuletzt in Peru aktiv war. Angebote der Großen für den Mittelstürmer Maxi Gómez konnten erfolgreich abgewehrt werden.

Stärken und Schwächen: Im letzten Torneo Transición stand die Abwehr vor Torwart Guillermo Reyes wie ein Fels. Im 3-5-2 oder 3-4-2-1 nutzte Acevedo seine verfügbaren starken Innenverteidiger exzellent. Vermutlich wird sich an dieser Ausrichtung erst einmal nichts ändern. Stark besetzt ist auch der Angriff mit Maxi Gómez, Facundo Castro und Héctor Acuña   . Eine Schwachstelle könnten fehlende Alternativen auf der rechten Außenbahn werden.

Die Chefutbol-Prognose: Die Violetas sind wiedererstarkt und könnten für Furore sorgen. Ein Platz im engeren Verfolgerfeld erscheint möglich, auch in der Copa Sudamericana hat man sich viel vorgenommen.

Danubio FC

Der Verein: La Franja, Stammverein von Edinson Cavani, ist im an Talentschmieden nicht gerade armen Uruguay eine der ersten Adressen für exzellente Jugendarbeit und setzt die Talente in einer Mischung aus Zwang – finanzielle Altlasten plagen den Verein – und Kalkül auch regelmäßig ein. Ergebnis dieses Jugendfokus‘ sind sehr wechselhafte Ergebnisse, doch in den letzten Jahren schaffte man wieder regelmäßig den Anschluss an die Spitzengruppe und 2014 sogar den Titel.

Transfers: Der brasilianische Linksverteidiger Diogo Silvestre, der argentinische Innenverteidiger Leandro Fernández  und der Torwart Salvador Ichazo, der aus der eigenen Jugend stammt und zur Leihe von Torino kommt, sind starke Neuverpflichtungen. Dazu kommt unter anderem Riquelme-Bruder Sebastián. Unter den Abgängen befindet sich kein Stammspieler.

Stärken und Schwächen: Mit Juan Manuel Olivera und dem hochtalentierten Joaquín Ardaiz hat Danubio ein physisch starkes, brandgefährliches Sturmduo und dahinter gute Alternativen. Auch auf den defensiven und offensiven Außenbahnen und im Tor ist man breit aufgestellt. Ein möglicher Schwachpunkt ist die mangelnde Erfahrung von Trainer Pablo Rodríguez, der bei seiner bisher einzigen Station als Cheftrainer bei Cerro keinen überragenden Eindruck hinterließ. Im Defensivzentrum könnte es  den alternden Malrrechauffe und Fernández an Tempo mangeln.

Die Chefutbol-Prognose: Grundsätzlich hat Danubio einen Hang zu wechselhaften Resultaten. Der Kader ist jedoch mittlerweile nicht mehr so unerfahren wie früher und hat durchaus Talent. Mit ein paar guten Tagen kann es in einem Wettbewerb schon mal Richtung Tabellenspitze gehen, schlechter als im oberen Mittelfeld sollte man keinen Wettbewerb abschließen, wenn Trainer Pablo Rodríguez im Amt bleiben will.

CA Cerro

Der Verein: Cerro stammt aus dem gleichnamigen Stadtteil, dem wohl benachteiligtsten Montevideos. Die Albicelestes haben relativ viele Anhänger und können im Estadio Luis Tróccoli jedem Gegner – besonders natürlich den beiden Grandes – einen heißen Tanz bereiten. Sportlich kann man mit den ganz Großen zwar nicht mithalten, aber in den letzten zwei Jahren hat ein überraschender Aufwärtstrend den Klub wieder nach oben gespült. Auch in diesem Jahr ist man für die Copa Libertadores qualifiziert. Dabei war man 2014 dem Abstieg noch ganz knapp von der Schippe gesprungen.

Transfers: Die Abgänge der Verteidiger Lucas Hernández und Iván Centurion und der Offensivspieler Gonzalo Ramos und Pablo Caballero schmerzen, schließlich handelte es sich bei ihnen allen um Leistungsträger. Doch insbesondere mit dem eleganten Jonathan Barboza und dem teilweise genialen Jorge Rodríguez hat man auch namhafte Neue verpflichten können. Linksaußen Brian Lugo und Linksverteidiger Gianni Rodríguez gelten als inkonstant, aber begabt.

Stärken und Schwächen: Im letzten Uruguayo Especial, auch schon unter Trainer Puente, war Cerro in jeder statistischen Hinsicht leicht überdurchschnittlich, lieferte viele ausgeglichene Spiele ab. Der aktuelle Kader wird von schnellen Dribblern in der Offensive und leicht old-school-haften Defensivspielern dominiert, eignet sich also eher für abwartenden Fußball. Jonathan Barboza könnte als Bindeglied eine entscheidende Rolle im Inszenieren der Angriffe einnehmen. Zu den Schwächen könnten die fehlende Lufthoheit der Torhüter und Stürmer gehören.

Die Chefutbol-Prognose: Richtig bemerkenswert ist der Kader von Cerro nicht. Vermutlich bleibt es bei leicht überdurchschnittlichen Ergebnissen, und wenn die Konkurrenz schwächelt, sind die internationalen Plätze in Reichweite.